70k. Ich gehe weinen, Danke <3
Taehyung
Missmutig laufe ich durch die dunklen Strassen des Stadtrandes und warte auf Hoseoks Anruf. Ich habe ihm geschrieben, er soll anrufen, sobald er Zeit hat. Aber anscheinend hat er seit einer Stunde noch immer keine Zeit.
Ich kann mir dies nur mit zwei Dingen erklären: Entweder feiert er schon ohne mich und legt bereits das erste Weib flach oder aber er lernt noch für die Uni.
Ich tippe zwar auf letzteres, trotzdem weiss man bei dem Typen nie. Seufzend bleibe ich stehen und starre die Häuserreihen an, die die ganze Strasse entlang verlaufen und denke wieder über den heutigen Tag nach.
Es ist einiges ziemlich schief gelaufen.
Die Frage, die mir wohl am meisten unter den Nägeln brennt, ist die, wieso Jungkook mir nichts gesagt hat. Wieso hat er geschwiegen? Wieso hat er nicht mit mir darüber gesprochen? Wieso hat er Shiwoo einfach alles erzählt, was ich ihm anvertraut habe, ohne es sich erst zu überlegen und zu mir zu kommen. Wir hätten irgendeine verdammte Lösung gefunden, von mir aus hätte ich ihm auch erlaubt, es zu verraten, aber dann hätte ich davon gewusst.
Frustriert kicke ich einen Stein vor mir auf dem Boden weg und setze mich dann in Bewegung, um zurück ins Stadtinnere zu gelangen.
Wieso bin ich überhaupt raus? Ich wollte nur den Kopf freikriegen und nicht mehr an das Geschehene denken müssen, aber stattdessen zerbreche ich mir noch mehr den Kopf darüber, als Zuhause in meinem Zimmer, bei lauter Musik.
Ich fahre mir durch die Haare und entdecke denselben Stein wie zuvor am Boden. In meiner Wut und Verzweiflung laufe ich auf ihn zu, hebe ihn auf und schleudere ihn mit so viel Kraft,wie ich aufbringen kann, gegen die nächste Strassenlaterne. Es gibt einen lauten Knall, ich höre das Klirren von zerbrechendem Glas, dass am Boden aufkommt, die Laterne erlischt und ich seufze frustriert, bevor ich umkehre und verschwinde, ehe jemand mitkriegt, was ich wieder angestellt habe.
Es ist nicht so, dass ich unglaublich wütend bin. Ja, da ist ein gewisser Zorn in mir, aber mehr ist da Enttäuschung. Und diese Enttäuschung nagt an mir, schon den gesamten Tag, seit ich weiss, was Jungkook angerichtet hat, ich aus der Schule verschwunden und Heimgefahren bin. Diese Enttäuschung und diese Wut, die ich einfach nicht los werde, egal wie viele Dinge ich zerstöre. Und obwohl diese beiden Gefühle in mir brodeln, wie in einem Kessel über dem Feuer, habe ich doch das Gefühl, so leer zu sein. Einfach gar nichts zu spüren.
Ich nehme mein Handy hervor und starte einen neuen Versuch, meinen besten Freund zu kontaktieren. Diesmal habe ich Glück, denn er nimmt endlich ab. "Tae? Was gibt's?"
"Hast du gerade Zeit?", frage ich lediglich und höre, wie er lacht. "Für dich immer. Ausserdem habe ich gerade gelernt, also finde ich ohnehin Zeit." Dachte ich es mir doch. "Ich hoffe, du bist in Feierlaune", bemerke ich und kurz ist es still.
"Tae, ist alles in Ordnung?", fragt der Ältere nach. Ich seufze tief. Genau darum schätze ich es so, dass er mein bester Freund ist. Er merkt, wenn mit mir etwas nicht stimmt, er ist immer für mich da. Hobi kann ich nichts vormachen, nicht, nachdem wir zusammen aufgewachsen sind.
"Nein", gebe ich deshalb leise zu, "Nichts ist in Ordnung."
"Dann solltest du dich nicht betrinken, sondern viel mehr mit mir reden", erklärt er ruhig. Ich lache bitter. "Du solltest dich auch nicht betrinken und tust es trotzdem", zische ich anschliessend. "Das ist etwas anderes, ich ertränke keinen Frust oder Schmerz damit!"
"Ist doch völlig egal. Ich kann auch ohne dich in den nächsten Club gehen. Aber ich dachte mir, vielleicht willst du ja auf mich aufpassen", schnaube ich, "Wer weiss, vielleicht komme ich ja auf die Idee, beim Sex mit irgendeinem Mädchen, nicht zu verhüten."
Ja, vielleicht ist meine Art, Schmerz zu verdrängen nicht die Beste. Aber sie ist zumindest wirksam. Ich trage die Verantwortung für den Kater am nächsten Tag selbst und der Alkohol verdrängt, was mich bedrückt.
"Gott, steh mir bei. Das wagst du nicht! Ich brauche noch noch mehr von deiner Sorte!", stöhnt Hoseok theatralisch auf und tatsächlich lächle ich für einen kleinen Moment belustigt. "Also, kommst du mit?"
"Nur, wenn du mir verrätst, was mit dir nicht stimmt. Sonst wirst du wohl auf dich selbst aufpassen müssen", erwidert der Dunkelhaarige am anderen Ende. Ich schlucke leer und fasse mir an meinen Hals. Sonst immer hätte ich nun das kühle Metall der Kette darum gefühlt. Doch nun spüre ich nur meine eigene Haut und die damit verbundene Wärme. "Taehyung?", fragt Hoseok besorgt, als ich nach einigen Minuten noch immer nicht geantwortet habe. Ich laufe zügig weiter, zum Wohnblock, in dem seine Wohnung ist und bringe die Worte schliesslich über die Lippen: "Ich hab mich von Jungkook getrennt."
Nun bleibt er für einige Momente still, bis er fassungslos erwidert: "Ach du Scheisse... Wieso?! Ihr wart doch glücklich und ihr wart so süss!"
Ich beisse mir auf die Lippe und sehe zur Seite. "Danke für die Information", zische ich, "Ich weiss, dass ich glücklich war. Keiner hat gesagt, dass ich jetzt nicht am Boden zerstört bin!"
"Willst du mir mehr verraten?", fragt Hobi, ohne auf meine Worte einzugehen. Ich schüttle den Kopf, obwohl er das nicht sehen kann. Aber aufgrund meiner Stille scheint er meine Antwort herauszufinden, als er seufzend sagt: "Na gut, komm zu mir. Du brauchst wohl eine Menge Alkohol~"
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Stripper [Vkook]
Fanfiction«Ich tanze jeden Abend vor Leuten an einer Stange, die sich daran aufgeilen. Du solltest angewidert von mir sein.» «Angewidert? Weshalb? Hast du dir deinen Körper einmal angesehen? Er ist wunderschön, perfekt, wie könnte ich jemals von so etwas At...
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