Jean hatte das seltsame Verhalten seines Bandkollegen auch nach mehreren Flaschen Bier noch nicht vergessen. Doch das Bier wirkte wenigstens insofern, dass er sich nicht mehr so sehr den Kopf darüber zerbrach, sondern einfach seine gute Laune stieg. Und das tat sie exponentiell, vor allem da seine Bandkollegen auch schon einiges intus hatten, wenn nicht sogar viel mehr, und genauso in Feierlaune waren, so wie er.
Jean streckte sich ausgiebig, wobei ihn die Jeans die er trug, leicht einschränkte. Er hatte immer noch die Jenas und Boxer Shorts von Alea an. Letztere würde er ihm natürlich frisch gewaschen wieder mitbringen. Die Jeans hatte ihm der Sänger aber überlassen, einfach so, aus eine Laune heraus. Aber das passierte schon mal so zwischen ihnen. Alea hatte bestimmt auch die ein oder andere Kapuzenjacke von dem Halbfranzosen zu Hause rumhängen und hatte eher nicht vor, diese zurückzugeben.
Den Pulli, hatte der Tambour dem Quotenadligen jedoch sofort mit einem großen Danke schön, zurückgebracht. Denn nachdem Lasterbalk die beiden Unruhestifter ausfindig und zur Schnecke gemacht hatte und diese sich daraufhin ein wenig kleinlaut und ganz brav entschuldigt hatten, hatte er sich einen Pulli ausgesucht, der ihm besser passte.
Aber nun, da sie in gemeinsamer Runde saßen und herumalberten, war auch der Streich Schnee von gestern. Jean hätte, selbst wenn er es gewollt hätte, den beiden Chaoten sowieso nicht lange böse sein können. Denn weder dem Bambini der Band, noch dem Lockenkopf konnte man lange böse sein. Sie hatten einfach etwas an sich, dass dies unmöglich machte und nicht nur für den schwarzhaarigen Trommler, sondern auch für den Rest der Mannschaft.
„So Leutchen", es war schließlich der blonde Sänger, der sich als Erstes zu erheben wagte. „Ich mache mich dann mal bettfertig."
Er erhielt ein zustimmendes Gemurmel von allen Seiten und man wünschte ihm eine angenehme Nacht. Auch Jean, der seine Chance witterte, erhob sich. Er war einfach müde und wollte sich ein wenig ausruhen. Und vielleicht auch mal in aller Ruhe in sich gehen und über sein Luzi Problem nachdenken. Das war auch mal dringend nötig, fand er.
„Ich schließe mich mal unserem Sänger an."
„Was? Jean! Du kannst mich doch nicht mit denen alleine lassen", rief Lasterbalk entsetzt und sah ihn mit großen Augen an.
„Du hast doch noch den Mümmelstein", konterte der kleinere Trommler gekonnt, „davon abgesehen kann ich auch den Sänger nicht alleine lassen. Wer weiß, in was für Schwierigkeiten der sich sonst noch reinreitet."
„Hey, benutz mich gefälligst nicht als billige Ausrede", scherzte der Sänger und knuffte den Halbfranzosen gegen die Schulter. Dieser lachte.
„Aber mal im Ernst, ich bin echt kaputt."
„Kein Problem, alter Mann", meinte nun Lasterbalk. „Schlaf gut."
„Nacht!" warfen er und Alea gleichzeitig in die Runde. Sie winkten den übrig bleibenden Spielmännern zu und verschwanden dann aus dem Gemeinschaftsraum.
„Wo hast du dich einquartiert?" fragte Alea auch sofort.
„Hier unten, aber am hinteren Ende. Und du?"
„Oben", er zuckte mit den Schultern. Alea hatte gerne seine Ruhe und schlief deswegen, wenn er die Möglichkeit hatte, möglichst weit weg vom Gemeinschaftsraum oder allgemein von jeglicher Lärmquelle. Im Nightliner war das zwar nicht möglich, aber da nahmen die Anderen auch mehr Rücksicht.
Jean hingegen, hatte keine Probleme so nah am Aufenthaltsraum zu nächtigen und so hatte er seine Luftmatratze, für solche Angelegenheiten und Ereignisse hatten sie ALLE etwas in dieser Richtung hier im Lager gebunkert, im unteren Stockwerk aufgebaut. Dann hatte er diese auch nicht die Treppe hochschleppen müssen.
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Nüchtern Betrachtet
RomanceWenn der Luzi betrunken ist, gibt es eigentlich nur einen Spielmann, der sich seiner annehmen kann... Aber ein betrunkener Luzi tendiert dazu komische Sachen zu sagen... Spielmann x Spielmann (Luzi x Jean)