„Willst du... eigentlich bleiben? Also... die Nacht?" fragte Luzi irgendwann ins Blaue hinein.
Jean, der völlig aus seiner Ruhe gerissen worden war, brauchte ein paar Momente zum Antworten. Doch die Zeit, die ließ der Fruchtzwerg seinem Löffel auch. „Gerne... wenn ich darf."
„Okay... müssen wir dann vorher trotzdem nochmal zu dir? Oder wie machen wir das mit Wechselsachen?" wollte das L wissen.
Der Tambour zappelte derweil ein wenig herum, sodass sein Kopf nicht mehr auf der Brust seines Freundes lag, sonders auf dessen Schulter, sodass er das leicht bärtige Kinn nach Lust und Laune küssen konnte. „Ich hab immer Wechselsachen im Auto. Nur für den Fall", murmelte er. Vielmehr war er darauf konzentriert seinen Luzi zu küssen.
Er musste unweigerlich an den Knutschfleck denken, den man immer noch erahnen konnte und Jean fragte sich, ob Luzi das noch einmal zulassen würde. Jetzt vielleicht nicht an einer so sichtbaren Stelle, aber aus Prinzip.
„Na dann", ließ das L verlauten und er atmete hörbar aus, bevor er sich noch ein wenig mehr entspannte.
Kurz schielte Jean nach oben und er sah, dass sein Fruchtzwerg die Augen geschlossen hatte und ein zufriedenes Lächeln seine Lippen zierte. Jean musste nun unweigerlich auch lächeln und er strich mit seiner Nase langsam an Luzis Wange entlang, bevor seine Lippen einen sanften Kuss auf die helle Haut drückten. Doch dort verweilten sie nicht lange, denn schon wanderten sie wieder zu dem bärtigen Kinn und dann noch tiefer und der Halbfranzose begann geübt den Hals seines Freundes zu verwöhnen. Und Luzi reagierte, indem er leise und fast nicht hörbar, einen Seufzer verlauten ließ und seinen Kopf dann so bewegte, dass Jean mehr Platz hatte. Er genoss es sichtlich. Diese Nähe zu seinem Schlagzeuger und dass dieser so anhänglich war, ihn so offen und herzlich liebte und sich auch lieben ließ.
Das war doch Alles, was Luzi gewollt beziehungsweise sich gewünscht hatte. Dass er seinen festen Freund lieben durfte und dass dieser keine Angst hatte, eben diese Liebe zu erwidern. Mehr wollte er nicht, BRAUCHTE er auch nicht, um glücklich zu sein. Sex wäre natürlich ein schöner Bonus, aber eben auch nur das, ein Bonus, mehr nicht. Viel wichtiger war es, dass er mit Jean zusammen sein durfte und auch mit ihm die Zeit verbringen durfte. Das war Alles, was zählte.
Der Tambour machte derweil mit seinen Liebkosungen weiter. Er genoss es und brauchte es auch gerade, diese Nähe zu seinem L. Sein Luzi, der nicht sauer auf ihn war, geschweige denn enttäuscht oder sonst was. Stattdessen hatte der kleine Dudelsackspieler ihn einfach so mit offenen Armen empfangen... obwohl er so anstrengend gewesen war.
„Jean..." hauchte Luzi und durchbrach damit den Gedankengang seines Trommlers. Auch hatte er seine freie Hand an Jeans Rücken gelegt und streichelte diesen, so wie es sein Bewegungsfreiraum eben zuließ, auf und ab.
Eine Weile lang, konzentrierte sich der Tambour auch wirklich nur auf dieses Gefühl. Luzis Hand die immer mal wieder ein wenig mehr Druck ausübte, dann wieder weniger. Fast wie eine Massage, nur viel schöner, weil es eben Luzi war, der ihn da anfasste.
„Ich liebe dich!" flüsterte Jean überzeugt in das Ohr seines Freundes und drückte obendrein auch noch unterbewusste dessen Hand. Bewusst wurde es ihm eigentlich erst, als Luzi seinen eigenen Griff auch ein wenig verstärkte.
„Ich liebe dich auch, mein Löffel", antwortete Luzi. Auch hatte er seine meerblauen Augen wieder geöffnet und er strahlte den Schlagzeugspieler förmlich an.
„Mein süßer Fruchtzwerg", murmelte Jean. Seine schokobraunen Augen trafen die meerblauen Augen und ihre Besitzer verloren sich in dem jeweils anderen Augenpaar.
Sofort stoppten all ihre Bewegungen. Auch hätte man eine Stecknadel fallen hören, so leise war es. Einzig die Uhr, die über der Tür hing und munter ihre Aufgabe verrichtete, tickte rhythmisch. Und da waren auch noch die Geräusche, der fahrenden Autos und des allgemeinen Verkehrs, der von außen in die Wohnung drang. Doch sonst war es still, Doch für die beiden Spielmänner, die selbst die Uhr und die Straßengeräusche gerade problemlos ausfilterten, herrschte fast schon totenstille.
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Nüchtern Betrachtet
RomanceWenn der Luzi betrunken ist, gibt es eigentlich nur einen Spielmann, der sich seiner annehmen kann... Aber ein betrunkener Luzi tendiert dazu komische Sachen zu sagen... Spielmann x Spielmann (Luzi x Jean)