POV Thore
Mum hat Recht! Ich bin wirklich genauso groß und fast so stark wie meine Brüder. Als Luna fühle ich mich richtig gut. Es fühlt sich toll an den anderen nicht hilflos ausgeliefert zu sein sondern sich wehren zu dürfen. Wenn ich an Tareks Hand laufe fühle ich mich irgendwie stark. Anders als zu Hause. Zu Hause bin ich ja eh akzeptiert aber in der Schule durchlebe ich seit drei Jahren die Hölle. Ehrlich. Ich hätte nie gedacht dass alleine Worte einen so dermaßen verletzen können. Und nun als Luna scheinen sich meine Probleme zu relativieren. Ich könnte glücklicher nicht sein. Ich bin meinem Bruder dankbar dass er mich als seine Luna erwählt hat. Na, gut, noch ist es ja nicht so weit aber wer mit nem Alpha ausgeht steigt in seinem Ansehen. Deshalb haben sich Giselle und Monique ja so sehr um Tarek bemüht. Ich finde es irgendwie korrekt von den beiden dass sie uns nun nicht schneiden nur weil Tarek jetzt vergeben ist. An mich! Grins! Mein fröhliches Gesicht macht heute nicht einmal Herr Jägersküpper kaputt. Der schaut heute nur öfters mal irritiert zu uns. Die Fahrt über saß ich natürlich wieder zwischen meinen Brüdern. Aber dieses Mal waren wir nicht isoliert von den anderen sondern Giselle, Monique, Jeff, Calvin, Justin und Robin sitzen in den Sitzen um uns herum und wir unterhalten uns fröhlich. Ja, ich werde in die Gespräche integriert und niemand schließt mich aus weil ich ein Omega bin. Das fühlt sich phantastisch an. Als ich mich mit Jeff und Justin über die verschiedenen Angeltechniken unterhalte verhalten die sich als sei ich ein ganz normaler Wolf. Sie fragen mich doch allen Ernstes was mein Lieblingsfisch sei und als ich ihnen verrate dass es Lachs ist können wir über die verschiedenen Arten ihn zuzubereiten philosophieren. Mann! Hab ich jetzt einen Hunger! Als wir aus dem Bus steigen bin ich noch mit Jeff und Justin ins Gespräch vertieft. Ich habe gar nicht mitbekommen dass Tarek nicht mehr bei mir ist. Erst als er und Timur grinsend vor mir stehen und mir ein Fischbrötchen vor die Nase halten merke ich dass er mich nicht mehr an der Hand hält. Ich muss ihn wohl ziemlich verpeilt angeschaut haben denn er lächelt mich an und gibt mir einen Kuss. „Huh?" frage ich etwas erstaunt. „Dein Magen hat so laut geknurrt und du hast dich so konzentriert übers Angeln unterhalten dass wir gedacht haben du könntest nun ein Fischbrötchen vertragen." grinst Timur und Tarek drückt mir das fettige Essen in die Hand. Ich merke nun dass ich wirklich einen Bärenhunger habe und freue mich kaputt dass mein Mate so aufmerksam mit mir ist. Ich bedanke mich mit einem glücklichen Grinsen und beiße genussvoll in den leckeren Backfisch. „Hmmm, köschtlich!" nuschel ich und Tarek lacht und sagt: „Bedank dich bei Timur. Der hatte die Idee." Ich grinse meinem zweiten Bruder zu und sage: „Danke! Woher wusstest du dass ich das jetzt brauche?" Timur grinst und sagt: „Dein Bauch hat so laut geknurrt ich hätte mir die Finger in die Ohren stecken müssen um das zu überhören. Und ich weiß wie sehr du Backfisch magst, weil ich ihn liebe." damit prostet er mir mit seinem Brötchen zu und beißt dann herzhaft in seinen Fisch. Wir drei futtern glücklich unser Essen während sich unsere Klassenkameraden ebenfalls mit essbarem versorgen. Danach geht es zu Fuß zu den Niagarafällen. Wer noch nie dort gewesen ist: Holt das nach! Die Wasserfälle sehen unglaublich toll aus. Wie eine tosende Macht stürzt das Wasser die Wände herunter. Darum herum sind zwar jede Menge Häuser aber man kann die unendlich weiten Berge dahinter sehen. Vor staunen geht mir das Herz auf und ich habe das Gefühl noch nie in meinem Leben etwas mächtigeres gesehen zu haben. Mit offenem Mund staune ich das Naturspektakel an. Bilder und Beschreibungen werden diesem Phänomen nicht gerecht. Erst als ich eine warme Hand in meiner fühle wache ich aus meiner Starre auf. Ich drücke die Hand und schaue neben mich in Erwartung von Tarek. Doch Timur steht neben mir und staunt den Wasserfall genau so gebannt an wie ich es gerade getan habe. Ich halte ihn fest und wende meinen Blick den Bergen zu. Wie gerne würde ich sie erkunden, die weiten Kanadas erforschen und bis hoch in den Norden zum ewigen Eis wandern. Nach einer Weile fühle ich Tareks Umarmung. Er hat mir einen Arm über die Schultern gelegt, seinen anderen Arm offensichtlich über Timurs Schultern. Er legt seinen Kopf auf meiner Schulter ab und unterhält sich leise seufzend mit Timur im Betafunk. Ich kann es den beiden nicht verübeln weil normal unterhalten ginge hier nicht. Es ist viel zu laut! Ich bekomme von der Unterhaltung dadurch natürlcih nur wenig mit. Ich merke nur wie Timur meine Hand fester drückt und mir dann ganz zart mit dem Daumen über den Handrücken streicht. Tarek dagegen zieht mich enger an sich und er streichelt meine Schulter. Es ist ein sehr angenehmes Gefühl so von den beiden festgehalten zu werden. Ich lasse meinen Blick ins Nirgendwo schweifen und erwidere Timurs Händedruck und sein Streicheln. Gleichzeitig lege ich meine freie Hand auf Tareks und auch ihn drücke ich als Zeichen meiner Verbundenheit mit ihm. Aus dem Augenwinkel sehe ich dass Timur seine freie Hand ebenfalls auf Tareks gelegt hat. In dieser Position stehen wir bis unser Lehrer das Signal zum Aufbruch gibt.
Geieinsam wandern wir von diesem phantastischen Naturschauspiel zu dem See aus dem der Wasserfall gespeist wird. Wir wandern lange denn wir wollen am Ufer des Sees rasten und dann wenn möglich auch ein wenig darin schwimmen. Der Wald ist hier so ursprünglich wie er von Ferne aussah und die Touristen die sich so zahlreich am Wasserfall getummelt haben verirren sich nicht in die Wildnis. Wir sind darüber nicht gerade traurig denn so können wir ausgelassen rennen und toben und niemand wundert es dass auch unsere Lehrer mit uns rennen. Gegen Nachmittag kommen wir an einer Bucht an und dort rasten wir. Die Bucht ist seicht und wir können dort prima schwimmen. Das Hauptgewässer hat noch viel zu viel Strömung als dass wir uns dort ins Wasser wagen könnten. Die meisten von unseren Klassenkameraden werfen ihre Klamotten vom Leib und springen ins kühle Nass. Als wir uns gerade ausgezogen haben hält uns Herr Jägersküpper zurück und sagt: "Habt ihr Lust unser Abendbrot zu erlegen?" Begeistert nicken meine Brüder und ich. Auf der Jagd waren wir schon lange nicht mehr und wir jagen echt ganz gerne. Wir wandeln uns und sausen in den dichten Wald. Bald schon hat Tarek eine Fährte gefunden. Eine Hirschkuh mit Kalb. Timur schüttelt sich unwillig. Ein Baby möchte er nicht gerade erlegen. Die Kaninchen die mir in die Nase stechen finden die anderen zu klein. Wir müssen ja immerhin eine ganze Klasse hungriger Wölfe satt bekommen. Den Vater des Kitzes wollen wir fangen, oder den grossen Bruder, je nachdem. Wir suchen lange bis wir seine Fährte entdecken. Wir trennen uns und mir fällt die Aufgabe zu auf den Hirsch zu warten um ihm in die Kehle zu beissen.
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Vollmond
FantasyTarek, Timur und Thore sind Drillinge, eineiige Drillinge... Man sollte meinen dass sie in jeglicher Hinsicht gleich sind, doch die Unterschiede sind nicht zu übersehen. Die Luna hat sie unterschiedlich gesegnet, während der eine Alpha ist ist der a...