Nachdem wir die Bühnenprobe hinter uns gebracht hatten, war es sehr spät. Ohne weitere Umwege war ich in mein Bett gegangen. Am nächsten Tag, also am Dienstag war ich wieder in der Schule. Der Tag verlief relativ normal für die Verhältnisse und es kamen sogar einige meiner Mitschüler zu mir und entschuldigten sich. Andere wiederum machten einen großen Bogen um mich. Und wiederum andere dachten vermutlich, dass meine Geschichte gelogen war.
Nole und den anderen war ich in der Schule nicht begegnet. Als ich jedoch von Eileen abgeholt wurde, was mich mehr als nur wunderte, schließlich hatte ich von allen, mit Eileen am wenigsten zu tun, und nach Hause gebracht wurde, sah ich sie. In der Küche hatten sich alle meine ehemaligen Mobber zusammengetan und mir etwas gekocht, da Max nicht da war.
Anschließend sah ich sogar eine bunte Girlande, mit der Aufschrift es tut uns unendlich Leid auf der Wand hängen. Das überraschende waren die später bestellten Pommes und Smoothies, die Laut Emma den deshalb bestellt wurden, da sie meine immer verschüttet und anderweitig verschwendet hatten.
Als ich sie fragte, woher sie die Geschmäcker wussten, beichtete mir Mina, dass sie jede Tat aufgeschrieben hatte, seitdem wir uns näher gekommen waren. Sogar ein identisches Shirt, welches sie zerstört hatten, hatten sie mir gekauft. Vermutlich hatten sie es mir sogar machen lassen, denn mein damaliges T-shirt gab es so im Sortiment nicht zu kaufen. Ich hatte es damals bedrucken lassen, da mir der Spruch darauf gefallen hatte.
***
Am nächsten Morgen, also am Mittwoch, ging ich wieder zur Schule, mit der Intention, Nole und die anderen nach der Schule einzuladen, um Zeit mit meinen neuen Freunden zu verbringen. Und ihnen eventuell auch Max und die anderen vorzustellen. Unter der Voraussetzung, das Max überhaupt Zuhause war. Manche würden sich vermutlich wundern, dass Max eigentlich mein Bodyguard war, obwohl er nie Zuhause war, aber er war nicht nur dafür da. Seine Freizeit hatte er immer noch, außerdem machte er fast alles für mich. Neuerdings benahm er sich sogar wie mein Assistent.
Nach einer etwas nervenaufreibenden Suche, in der ich sogar Josh begegnete, fand ich sie tatsächlich auf der Tischtennisplatte, auf der ich sonst immer saß. So lief ich gemeinsam mit meiner Krücke zu ihnen rüber und setzte mich zwischen Nole und Cameron und trank währenddessen meine Cola aus meiner Wasserflasche. So würden Menschen eventuell nicht sehen, dass es Cola war und mich in Ruhe lassen, von wegen das Cola ungesund sei. Wusste ich schließlich auch.
,,Hey Schwesterchen.", kam es lächelnd aus meinen Bruder, der mich daraufhin in seine Arme zog und mir durch meine Haare wuschelte. Ach ja, mit Cameron hatte ich bis jetzt auch noch nicht geredet.
,,Hey.", grinste ich zurück und lehnte mich nach der innigen Umarmung an ihn. Dieses mal blieb es glücklicherweise nicht still, sogar im Gegenteil, es war ziemlich laut und hitzig, während Lisa ihren Bruder mit irgendwas konfrontierte, womit ich mich nicht auskannte. Ich wusste nicht, worüber sie redeten, also sprach ich logischerweise nicht mit, bis ich irgendwann zu neugierig wurde und das Thema nachfragte.
,,Ich rede über das Konzert in ganz genau neun Tagen, von der Sängerin, Hailey. Cameron hat mir versprochen mit mir zu kommen.", erklärte mir Lisa uns sah ihren Bruder warnend an.
,,Ich habe gesagt ich komme mit, wenn du meine Bedingung erfüllst. Wie ich sehe, hast du das noch nicht getan.", sprach Cameron ruhig aus und sah grinsend zu ihr.
,,Ach komm schon man, ich mach das schon noch, außerdem habe ich die Tickets bereits gekauft wenn du nicht mit kommst habe ich das Geld so gesehen aus dem Fenster geworfen.", äußerte sich Lisa erneut und sah nun etwas verärgert zu Cameron.
,,Schenk sie jemandem. Hailey hier neben mir hätte damit sicher einen besseren nutzen, als ich.", zuckte er mit den Schultern und sah mit einem Lächeln zu mir.
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Hailey
Teen Fiction,,Ich kann niemandem vergeben, der sich nicht entschuldigt." Hailey Sucre wurde schon oft in ihrem Leben verletzt. Sei es, dass ihr Vater sie verlassen hat, dass ihre Mutter ums Leben kam oder dass sie und ihr jüngerer Zwillingsbruder voneinander ge...
