Glücklich und motiviert lief ich zum Bäcker um Brot und Gebäck zu kaufen. Beim raus gehen hatte ich tatsächlich bemerkt, dass Sarah hier übernachtet hatte, demnach wollte ich für sie und Max Frühstück machen. Es würde ein kleines Frühstück werden, da es nur wie wären. Jaxon und die anderen waren schließlich schon lange wieder abgereist und jeder meiner Freunde hatte auch Familie Zuhause.
Auf dem weg überlegte ich mir, was ich kaufen wollte und da ich nicht mit dem Auto da war und zudem nur eine stofftüte dabei hatte, dufte ich nicht all zu viel kaufen. Am Ende würde es sonst nicht gegessen werden.
Beim Bäcker entschied ich mich demnach für mehrere kleinere Semmeln und ein wenig Gebäck, außerdem beschloss ich auch gleich zum Supermarkt zu gehen, da ich wieder Energys bräuchte und wir keine Margarine mehr hatten. Doch glücklicherweise war der Supermarkt in der Nähe des Bäckers, weshalb ich nicht lange gehen musste.
Dort nahm ich mir einen Korb und befüllte ihn mit allem was ich kaufen wollte und lief anschließend zur Kasse. Ich bezahlte, packte alles in meine stofftüte ein und lief raus auf die Straße, wo mich auch schon die kühle Morgensonne begrüßte. Absichtlich nahm ich mir vor, den längeren Weg zu mir nach Hause zu nehmen, da ich die frische Luft und die angenehmen Sonnenstrahlen auf meiner haut genoss.
Gerade wollte ich nach rechts abbiegen, da ertönte ein lauter und herzzerreißende Schrei durch die Totenstille. Erschrocken fasste ich mir mit der freien Hand, an die Brust und folgte verwirrt dem Geschrei, bis ich eine kleine Gestalt am Boden kauern sah, welche sich verzweifelt an etwas zu klammern schien.
Langsam und darauf bedacht, niemanden zu erschrecken, lief ich auf die Gestalten zu und bemerkte derweil, das ein kleiner Junge, vielleicht so alt wie Emily, am Boden lag und eine riesige Schusswunde an seinem Bauch hatte. Die Frau die sich an seinen Arm klammerte, schien mich gar nicht zu bemerken, da sie nur weinend und schreien flehte, seine Augen zu öffnen.
Meinen ganzen Einkauf ließ ich fallen und stürmte auf die beiden zu. Ich hatte in der High school glücklicherweise einen erste Hilfe Kurs, bei dem ich nie dachte, es jemals anwenden zu müssen.
Viel zu viel Blut floss aus der riesigen Wunde des kleinen Jungens und irgendwie musste ich sie stoppen. Erst als ich mich zu ihm runter gekniet hatte, schien die Fremde Frau meine Anwesenheit zu bemerken.
,,Was ist passiert?", fragte ich sie hektisch und zog mein enges top aus, welches ich anschließend auf seine Wunde presste, um die Blutung zu stoppen. Gleich danach fischte ich mein Handy aus der Hosentasche und wollte den Notruf rufen, da hielt mich die Frau auf.
,,Nicht!", hauchte sie und sah mich mit einem leidenden Blick an, der mir das Herz zerriss.
,,Wir brauchen einen Krankenwagen, Ms! Anders wird er es nicht schaffen!", rief ich panisch und sah wie mein Top sich von Grau zu Rot verfärbte.
,,nein. I-ich kann es mir nicht leisten. Rufen Sie einen Uber, bitte!", weinte sie und sah mir flehend in die Augen, woraufhin ich den Kopf schüttelte und einige Tasten drückte, im schließlich anzurufen.
Viel zu viel Zeit war vergangen und kein Krankenwagen war gekommen. Während ich versuchte die Frau zu beruhigen und die Blutung des Jungens zu stoppen war auf einmal die erlösende Sirene zu hören. Viele Sanitäter und Sanitäterinnen rannten mit schnellen Schritten auf uns zu und trugen dabei noch irgendwelche Sachen, die ich nicht alle zuordnen konnte.
Derweil lief ein Sanitäter auf uns und wollte wissen, wer zahlen würde, woraufhin ich verständlich meinte, dass ich es übernahm. Kein Mensch sollte deshalb sterben, weil man wenig Geld hatte, denn jeder verdiente das Leben, welches einem geschenkt wurde.
Als der unbekannte Junge in den Wagen verlagert wurde und die Mutter auch einstieg, rief ich mir ein Taxi um ebenfalls in das krankenhaus zu gelangen.
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Hailey
Teen Fiction,,Ich kann niemandem vergeben, der sich nicht entschuldigt." Hailey Sucre wurde schon oft in ihrem Leben verletzt. Sei es, dass ihr Vater sie verlassen hat, dass ihre Mutter ums Leben kam oder dass sie und ihr jüngerer Zwillingsbruder voneinander ge...
