°6-Unterricht

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"Eure Uniformen sind wirklich gemütlich", meinte Valerie und drehte sich etwas in dem weinroten Rock mit den goldenen Streifen. Dazu trug sie eine weiße, kurzärmelige Bluse und eine dunkelgraue Knopfweste. Abgerundet wurde das Outft mit einem dunkelgrauen Mantel, der sich ab der Hüfte auf den Rock legte und mit dem Saum des Rockes abschloss.

Am Kragen der Weste war eine rote Schleife mit dem eingestickten Wort Gryffindor angebracht und Alice setzte ihr einen schwarzen flachen Hut etwas seitlich am Kopf auf. Zu dem ganzen Outfit trug sie schwarze Absatzschuhe mit Schnallen.

"Danke, Hogwarts versucht immer etwas mit der Modeschiene mitzugehen, was ihnen aber nicht immer gelingt", meinte Marlene schulterzuckend. Sie hatte sich beim Einkleiden nicht wirklich viel eingebracht, aber Valerie hütete sich, auch nur irgendwie eine Meinung über sie zu bilden.

Überhaupt über kein Mädchen wollte sie das gleich machen, auch wenn es furchtbar schwer war. Es konnte natürlich sein, dass Marlene einfach etwas brauchte, um sich an neue Personen zu gewöhnen und Valerie hatte nicht vor, sie zu drängen.

Den Hauselfen hatten sie nicht gebraucht, denn der Stoff hatte sich an Valeries Körper angepasst, dass es fast wie eine zweite Haut aussah.

"Wenn wir uns beeilen, dann schaffen wir es noch pünktlich zu Zaubertränke", meinte Lily und eilte schon die Wendeltreppe hinunter. Valerie konnte nur noch schnell Mr Bunny aus seinem Käfig entlassen, da wurde sie schon von Alice hinunter gezogen.

Die Korridore rauschten an ihnen vorbei, als sie hinunter in die Kerker rannten und Valerie schnappte verzweifelt nach Luft. Sie hatte in ganz Beauxbaton noch nie so rennen müssen, da sie normalerweise immer überpünktlich in den Klassenräumen erschien und sobald sie sich hier auskannte, würde sie es genauso handhaben.

"Ah, Sie sind dann Miss Delacour. Willkommen, willkommen. Madame Maxime war so frei und hat uns Ihre letzten Zeugnisse zukommen lassen. Sie können sich zu Mister Snape setzten, Sie beide werden ein wunderbares Team bilden", meinte der Professor und Valerie setzte sich auf den einzigen freien Stuhl.

Die Schlange auf seinem Wappen ließ sie Slytherin erahnen und innerlich seufzte sie auf. Sie hatte schon früher von dem Streit zwischen Gryffindor und Slytherin gehört und wollte eigentlich nicht zwischen die Fronten geraten, aber scheinbar war genau das ihr Schicksal, nachdem sie merkte, das Sirius und einer seiner Freunde hinter ihnen saßen.

Valerie sah wieder nach vorne zu dem Professor, der sich ihr nicht einmal vorgestellt hatte und lauschte seinen Anweisungen. Es soll eine Partnerarbeit werden und sie drehte sich stumm zu Snape um.

Er war hier länger Schüler und kannte sich hier also besser aus, sie hatte nicht vor, gleich die übertriebene Streberin zu spielen.

"Was soll ich machen?", fragte sie ihn also, nachdem die anderen auch begannen, die Arbeiten aufzuteilen. Seine dunklen Augen trafen auf die ihren, doch sie blickte nicht weg.

"Welchen Trank kann man mit dem Sud des Wermuts noch herstellen?", zischte er ihr leise zu und verwirrt von der Frage antwortete sie einfach: "Den Trank der lebenden Toten. Um den Trank richtig zuzubereiten, muss Affodillwurzel im Wermutsud gekocht werden.

Anfangs steigt aus dem Gebräu ein bläulicher Dampf auf, im mittleren Stadium nimmt es einen brombeerähnlichen Farbton an, nach der Zugabe des Schlafbohnen-Safts und der Baldrianwurzel, hellt es sich auf und wird fliederfarben. Durch vorsichtiges Rühren gegen den Uhrzeigersinn wandelt sich die Farbe des Trankes von Dunkelviolett über Flieder nach Rosa bis er am Ende klar wie Wasser wird."

Snape sah sie noch einmal genau an, bevor er meinte: "Wir brauen nicht wortwörtlich nach dem Schulbuch, die sind Fehlerhaft" Valerie nickte. Das wusste sie durchaus und sie hatte nicht vor, bei dem ersten Eindruck in ihrem Lieblingsfach zu versagen.

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