Sie betrat vor Sirius den Speisesaal und sah sich um. Madame Black saß bereits am Tisch, den Tagespropheten vor ihr aufgeschlagen. Sie trug ein teures Abendkleid in grün mit silbernen Ornamenten darauf eingestickt.
Schnell zählte Valerie die Teller ab und erkannte, dass für Sirius sogar mitgedeckt worden war. Valerie schluckte. Woher wussten seine Eltern, dass er hier war? „Wie erfreulich, dass auch du endlich auftauchst, Sohn", sagte sie und hob den Kopf. Sirius deutete eine kleine Verbeugung an, die mehr als Steif ausfiel. „Mutter", murmelte er dann.
Ein dumpfer Schlag ertönte und Valerie drehte sich erschrocken zu Sirius um. Der hatte die Augen geschlossen und die Lippen zusammengepresst. Sie sah gerade noch, wie Monsieur Black seinen Gehstock senkte. Er hatte Sirius damit doch jetzt keinen Hieb gegeben, oder?
„Wirst du deine Mutter wohl ordentlich begrüßen", knurrte er. Sirius öffnete wieder die Augen und Valerie schluckte. Sie sah den Zorn in seinen grauen Augen wüten. „Was hast du überhaupt da für eine Farbe an", bemängelte Monsieur Black weiter. Valerie wollte sich für Sirius einsetzten, aber ein warnender Blick von ihm, ließ Valerie sich da raushalten.
Er umrundete schließlich den Tisch und drückte seiner Mutter einen Kuss auf die Hand, bevor er für Valerie den Stuhl zurückzog. Monsieur Black hatte den Vorsitzt und Madame Black saß zu seiner rechten. Sirius hingegen zu seiner Linken und neben Sirius sollte Valerie sitzen. Regulus würde neben seiner Mutter sitzen.
Valerie hatte sich für ein grünes Kleid entschieden, weil sie wusste, Madame Black würde diese Farbe am liebsten an ihr sehen. Es war nicht Valeries bevorzugte Farbe, aber für sie war es auch nur das, was grün eigentlich war. Eine Farbe.
Sirius trug eine dunkelbaue Hose und ein weinrotes Jackett dazu. Das rot war es vermutlich, was seinen Eltern nicht gefiel, aber Valerie musste zugeben, Sirius sah wirklich gut aus in seinem Anzug und den längeren Haaren.
Regulus betrat die Küche und stockte kurz. Er scannte den Raum und nickte Sirius dann lediglich zu, bevor er ebenfalls seinen Platz einnahm. Die Stimmung war nicht gerade das, was man als entspannt bezeichnete, aber Valerie wusste nicht, wie sie die Stille unterbrechen sollte.
Hauselfen servierten den ersten Gang und schweigend wurde gegessen. Die ganze Zeit saß sie mit kerzengeradem Rücken da und befolgte die Etikette bis ins kleinste Detail. Sie wusste Madame und Monsieur Black waren schon nicht gerade gut drauf, da Sirius hier war und sie wollte ihnen nicht noch mehr Gründe geben.
„Nun, Valerie. Was hast du nach Hogwarts vor?", fragte Regulus, vor dem Hauptgang und alle Augen richteten sich auf Valerie. Ihre Hände unterm Tisch nervös verknotend, setzte sie ein freundliches Lächeln auf und wandte sich dem jüngeren Bruder zu.
„Ich weiß es noch nicht genau. Vielleicht werde ich meiner Mutter in die ärztliche Richtung folgen" Madame Black lachte erfreut auf. „Eine schöne Berufswahl. Orion hat Kontakte im St. Mungos. Er wird sicherlich einen Platz für dich dort organisieren können"
Valerie nickte dem Familienoberhaupt leicht lächelnd zu, der lediglich sein Weinglas hob und ihr zuprostete. Sie selbst hatte ihr Weinglas noch fast überhaupt nicht angerührt, ähnlich wie Sirius.
Es schien wohl nicht nur ihr zu ungemütlich zum Trinken zu sein. „Schön zu wissen, dass eine begabte Slytherin in diesem Bereich sein wird", lächelte Madame Black und Valerie bemerkte, wie Sirius neben ihr erstarrte. Das schien wohl nicht nur ihr aufgefallen zu sein.
„Nicht gewusst, Bruder? Valerie gehört eigentlich nach Slytherin" Auf Regulus Lippen war ein siegreiches Lächeln. Die Französin hingegen konnte nur Schlucken. Diese Abend war einfach nur schrecklich.
Sirius schob sein, eh fast überhaupt nicht angegriffenes Essen von sich und lehnte sich wütend zurück. „Ach. Gryffindor beherbergt also eine Verräterin?", zischte er. Valerie äußerte sich nicht dazu, sondern aß krampfhaft noch einen Bissen. Dieses ganze Häuserding war einfach nur eine große Lüge und sie hasste es.
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Pure Blood
FanfictionEin Trank, der ihrer Mutter Schmerzen zufügt, treibt Valerie in die Enge. Ohne groß darüber nachzudenken, entscheidet sie sich für die Rettung ihrer Mutter, doch war es das wert, ihre Freiheit aufzugeben? Ihre Geschwister zurück zu lassen? „Ich glau...