„Wie kannst du uns so etwas wichtiges verheimlichen?", beschwerte sich Marlene. Sie saßen im Gemeinschaftsraum auf der Couch vor dem Kamin. Lily war nicht so einfach mit dem ‚Herzchen' davongekommen, wie sie geglaubte hatte.
In dieser Hinsicht hatte sie ihre Freundinnen wohl gewaltig unterschätzt. Valerie fragte sich wirklich, wie das geschehen konnte. Sie kannte diese Mädchen nicht einmal ein Jahr und hätte gewusst, dass Lily so etwas nicht einfach bringen konnte, im Glauben, jeder würde es ignorieren.
Gut, James hatte sie so genannt, aber die Tatsache, dass sie nichts dagegen erwidert hatte, sprach doch sehr dafür, dass sie nichts dagegen hatte. „Mon dieu!", übertrieb Valerie und fächerte sich hektisch Luft zu.
„Ist dir nicht gut, meine Liebe?", fragte Marlene und fasste ihr gespielt besorgt an die Stirn. „Qui, ich fürchte, ich bin von Liebesschmetterlingen umgeben", hauchte sie und Alice konnte ein Lachen nicht unterdrücken.
„Was können wir dagegen tun?", machte auch Dorcas jetzt mit und Valerie dachte kurz nach. „Wie wäre es damit, wenn Lily uns erzählt, wie es so weit gekommen ist, dann werde ich mich auch sicherlich wieder besser fühlen", nickte Valerie übertrieben ernst und zuversichtlich, brach dann aber selbst auch in Lachen aus.
Lily saß da, mit roten Wange und den Kopf in ihren Händen abgestützt, als würde sie sich in dem Moment für ihre Freunde fast schon schämen. „Na gut, ich erzählt ja schon", gab sich schließlich nach und räusperte sich.
„Naja, es hat eigentlich mit dem Weihnachtsball begonnen. Er war charmant und zuvorkommend. Ein richtiger Gentleman eben", zuckte sie mit den Schultern und blickte in vier breit grinsende Gesichter.
„Oh Merlin. Ihr seid furchtbar! Ja, wir haben uns geküsst an dem Abend und ja es hat mir gefallen", murrte sie dann und Alice quietschte begeistert auf. „Das erzählst du uns erst jetzt?", Marlene hingegen war beleidigt und schob die Unterlippe vor, während sie die Arme verschränkte.
„Vergessen?", fragte Lily vorsichtig, aber keines der Mädchen nahm es ihr ab. Valerie würde sogar so weit gehen zu behaupten, sie hätte es absichtlich verschwiegen, um die Zeit mit ihm wirklich genießen zu können, ohne dass die ganze Zeit neugierige Mädchen in ihrem Nacken saßen. Valerie musste zugeben, sie verstand sie sogar.
„Und?", lehnte sich Marlene dann neugierig vor und hob spielend ihre Augenbrauen. „Nein", meinte Lily sofort und schüttelte, wenn das überhaupt möglich war, mit noch röteren Wangen ihren Kopf.
Valerie war sich unsicher. Hieß das jetzt, dass sie einfach nicht sagen wollte, ob die beiden schon Sex hatten, oder ob das hieß, sie hatten noch keinen Sex. Valerie würde es wohl nicht in den nächsten Minuten herausfinden, denn ihre Mädchenrunde wurde unterbrochen, als vier Jungs zu ihnen stießen.
Grinsend beobachteten die Mädchen, wie James Lily einen Kuss auf die Wange drückte und sich dann neben sie auf die Couch fallen ließ. Zögerlich lehnte die Schulsprecherin sich dann an dem Jungen an, aber Valerie konnte es nicht weiterverfolgen, da ihr ein Pergament vor die Nase gehalten wurde.
„Was ist das?", fragte sie und sah Sirius an. Er verdrehte nur die Augen und so öffnete Valerie schnell den Brief.
Mein liebes Kind, Valerie
Beiliegend wirst du eine Einladung zu einer Soirée finden, die im Hause Malfoy stattfinden wird, da du aus bekannten Gründen bald eine Black sein wirst, hoffen wir, dass du deinen zukünftigen Namen mit Ansehen vertrittst und uns keine Schande bringst.
Walburga
Valerie warf Sirius einen Blick zu, den dieser stumm erwiderte. Er war wohl ebenfalls nicht begeistert über diesen überraschenden Blick. Sie zog das dickere Papier, welches sie noch in dem Umschlag befand, heraus und drehte es um.
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Pure Blood
FanfictionEin Trank, der ihrer Mutter Schmerzen zufügt, treibt Valerie in die Enge. Ohne groß darüber nachzudenken, entscheidet sie sich für die Rettung ihrer Mutter, doch war es das wert, ihre Freiheit aufzugeben? Ihre Geschwister zurück zu lassen? „Ich glau...