°14-Madame Black

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Ma petite princesse,

Ich habe erfreuliche Nachrichten. Der Gesundheitszustand deiner Mutter hebt sich von Tag zu Tag wieder und sie war auch schon Einkaufen. Natürlich ist sie in ständiger Begleitung von Madam Rosalyn. Ich habe das Gefühl, die beiden sind mittlerweile Freundinnen, was mich natürlich sehr freut.

Sie möchte auch ab nächster Woche wieder arbeiten und ich hoffe, sie übernimmt sich nicht. Ich bin auch kurz davor, Madam Rosalyn mit zu ihrer Arbeit zu schicken, damit sie darauf achtet, dass deiner Mutter nichts passiert. Was hältst du von der Idee?

Aber wie geht es dir, ma petite? Gefällt dir Hogwarts? Ist es schön dort? Sind auch alle nett zu dir? Sag, wie ist Sirius Black denn so? Habt ihr euch schon angefreundet? Du weißt, du hast nur ein Jahr, ma petite. Es tut mir furchtbar leid, dich da hineingeritten zu haben, ich hoffe du kannst deinem Vater verzeihen, ma princesse?

Ich habe erfahren, dass du dem Haus Gryffindor zugeteilt wurdest. Spürst du die Häuserfeindlichkeiten sehr? Ich hoffe doch, du machst Beauxbaton und unserer Familie keine Schande.

Hältst du denn auch regelmäßig Kontakt zu deinen Geschwistern oder Carolyn? Carolyn ist die neue Schulsprecherin auf Beauxbaton, habe ich gehört. Sehr erfreuliche Nachrichten, findest du nicht?

Isobel und Nathan melden sich selten bei mir und von dir habe ich bisher auch noch nichts gehört. Habt ihr Streit, ma petite? Du weißt doch, Streit ist etwas furchtbar Hässliches und man sagt Dinge, die so überhaupt nicht gemeint sind. Möchtest du das nicht mit deinen Geschwistern aus der Welt schaffen, ma princesse?

Lass doch einmal wieder etwas von dir hören, ma petite, und ich bin mir sicher, deine Geschwister würden sich auch über einen Brief freuen.

Dein père

Valerie senkte den Brief und starte auf ihren Teller. Es stimmte. Sie hatte sich noch nicht bei ihrem Vater oder ihren Geschwistern gemeldet und sie schämte sich dafür. Sie brauchte es auch nicht mit Ausreden wie es ist etwas dazwischen gekommen zu rechtfertigen, da Familie immer Vorrang hatte.

Es war noch ruhig in der Halle, da viele noch schliefen, oder sich erst fertig machten und nicht wie Valerie bereits seit einer Stunde munter waren. So musste sie auch keine neugierigen Fragen beantworten, von wem der Brief denn war. Das war ebenfalls sehr anders zu Beauxbaton. Hier wurde Privatsphäre nicht sehr großgeschrieben.

„Valerie Delacour?", fragte ein jüngeres Mädchen hinter ihr. Valerie drehte sich um. „Du sollst zu Dumbledore ins Büro kommen, sobald du fertig gefrühstückt hast", plapperte sie schnell und huschte dann davon zum Hufflepufftisch.

Valerie war erstaunt. Sie war doch erst vor ein paar Tagen bei ihm gewesen. Hatte er über das Duell herausgefunden? Wobei, er war Dumbledore. Er wusste sicherlich Bescheid, was sich in dem Klassenzimmer vorgetragen hatte und doch...

Sie schnappte aus ihren Gedanken und stand auf, Hunger hatte sie so oder so keinen verspürt, und verließ die Halle, um zum Direktorbüro zu laufen.

Der Weg war schnell bestritten, aber kaum stand sie in dem runden Raum, wünschte sie sich, dass der Weg dreifach so lang gedauert hätte. Sie hatte diese Frau noch nie zuvor getroffen, aber doch wusste sie sofort, wer dort saß.

Zwei Dinge wollte sie gleichzeitig tun. Auf den Fersen kehrt machen und wegrennen und sich mit den bloßen Händen auf diese Frau stürzen, um sie zu erwürgen. Keines der beiden Optionen tat sie. Sie stand da, bewegte nicht einen Muskel und bemühte sich um eine neutrale Maske.

„Miss Delacour. Schön, dass sie gekommen sind. Setzten Sie sich doch bitte", plapperte Monsieur Dumbledore freundlich und deutete auf den zweiten Stuhl vor seinem Schreibtisch, der noch frei war.

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