°15-Streit

88 5 0
                                    

„Was sollte das?", zischte Sirius und wedelte mit einem Pergament vor ihrer Nase herum. Sie hatte den Unterricht mit Dorcas und Lily an ihrer Seite verlassen, aber weit waren sie nicht gekommen. Sirius war wutentbrannt auf sie zu gestoben, mit dem Pergament in der Hand.

„Was sollte was?", fragte Valerie ehrlich verwirrt. Sie hatte nichts angestellt, jedenfalls nicht bewusst. Sie hatte keine Ahnung von was er sprach. Die letzten Tage war sie eigentlich ziemlich abwesend gewesen, da sie mit sich selbst gehadert hatte, ihn über den Besuch seiner Mutter zu informieren und ob sie sich wirklich bei ihren Geschwistern melden sollte.

Sie war immerhin bald fast einen Monat hier und hatte sich weder bei ihnen noch bei Carolyn gemeldet. Ihr Vater hatte recht gehabt, sie sollte den Streit -war es überhaupt einer?- begraben.

„Sirius, beruhig dich", versuchte Lily den Black zu beruhigen, der furchtbar wütend war. Seine Augen blitzten, seine Lippen waren wütend zusammengepresst und seine Hände zu Fäusten geballt. Das Pergament musste ordentlich darunter leiden.

„Was habe ich getan, mon ami?", fragte sie noch einmal, aber Sirius schnauzte stattdessen Lily an, sie solle sich aus Sachen heraushalten, die sie nichts angingen, packte Valerie grob am Oberarm und stieß sie in den nächsten Raum hinein. Es war eine Besenkammer.

Valerie rümpfte die Nase, aber Sirius interessierte es nicht. Er versperrte den Raum magisch und machte ihn auch gleich noch schalldicht.

„Sirius. Was ist los", zischte Valerie jetzt auch aufgebracht, da er sie so grob behandelte. Mit der Ignoranz konnte sie mittlerweile umgehen, mit der Grobheit nicht. Die war ihr gänzlich neu. Noch nie hatte jemand sie so grob am Oberarm gepackt. Nicht einmal ihr Vater, wenn sie etwas falsch gemacht hatte, als sie klein war und das der Familie geschadet hatte.

Er hatte stehts auf Gewalt verzichtet und sie lediglich mit Blicken bestraft. Noch nie, wirklich noch nie hatte jemand sie so behandelt. So ekelhaft, wie er in den letzten Tagen mit ihr umgegangen war. Weder sie noch er konnten etwas dafür, wo ihre Eltern sie da hinein geritten hatten, und sie fand es nicht fair, dass er seine Wut an ihr ausließ.

„Stell dich nicht stupide", zischte er, und hob die Hand. Für einen Moment glaubte sie wirklich, er würde sie schlagen, stattdessen schlug er nur fest auf die Wand hinter ihr und schnaufte wütend. Sie hatte Angst. So einen wütenden Sirius hatte sie noch nie in den letzten Tagen beobachtet.

Manchmal war er genervt gewesen, wenn er die Mädchen an seinem Rockzipfel nicht mehr los wurde, aber die meiste Zeit war er eigentlich gut gelaunt und mit seinen Freunden unterwegs gewesen. Was hatte sein Gemüt so drastisch umschwingen lassen.

„Ich stelle mich nicht dumm, aber es wäre nett, wenn du mir endlich sagen würdest, um was es geht", murmelte sie und senkte schnell den Blick, als er erneut ausholte. Sie zuckte zusammen, als die Faust wieder in die Wand krachte.

Dann war es still. Sie spürte, wie er zögerlich ein paar Schritte zurück trat, aber sie hob nicht den Kopf. „Hast du Angst? Vor mir?", fragte er plötzlich leise und Valerie nickte zögerlich. „Ich kenn dich nicht wirklich. Ich habe dich noch nie so wütend gesehen, natürlich habe ich peur. Du schlägst auf die Wand ein"

„Ich würde nie ein Mädchen schlagen. Ich bin nicht mein Vater", murmelte er leise und trat noch einen Schritt zurück. Es wurde still zwischen ihnen. Als sie sich sicher war, dass er sich wieder etwas beruhigt hatte, blickte sie schüchtern hinter ihren Wimpern hervor und betrachtete ihn.

Er starrte vor sich auf den Boden. Das Pergament verloren in seiner Hand. Die Haare etwas verstrubelt auf seinem Kopf.

„Was hat dich so wütend gemacht?", flüsterte sie schließlich zögerlich und er atmete geräuschvoll aus. „Mich hat ein Brief erreicht", seine Augen blitzen wieder wütend, aber er kam nicht mehr näher.

Pure BloodWo Geschichten leben. Entdecke jetzt