Valerie warf einen letzten Blick in ihr Zimmer, das sie seit sechs Jahren bewohnt hatte. Ihr Bett unterm Fenster lag fertig gemacht und schien fast unberührt zu sein.
Ihr Schreibtisch daneben noch blitzblank, da noch kein Unterricht war und dieser erst heute beginnen würde und dann ihr großer Kleiderschrank, der heuer noch kein einziges Kleidungsstück von ihr gesehen hatte.
Von alledem musste Valerie sich verabschieden, da sie es nicht mehr sehen würde.
Mr Bunny lag in seiner Transportbox neben ihrem Koffer, den sie für die eine Nacht nicht ausgeräumt hatte.
Sie nahm beides und lief dann los, ein paar Stockwerke hinunter zu Madam Maximes Büro. Valerie war wie immer überpünktlich.
"Pünktlicher als meine Taschenuhr Mademoiselle Delacour", strahlte die Direktorin und ließ eine der kleinen Dinger in ihrer Tasche verschwinden. Valerie wusste, sie hätte noch zwei Minuten, aber was waren schon zwei Minuten? Es waren 120 Sekunden, die sie sinnlos auf dem Gang gestanden wäre und in ihren Gedanken verlaufen hätte.
"Sie werden mit einer Kutsche nach Hogwarts reisen. Das Flohnetzwerk ist zu unsicher über diese weite Strecke und Sie dürfen noch nicht apparieren. Folgen Sie mir"
Sie liefen aus dem Schloss hinaus und hielten vor einer fertigen Kutsche. Die Koffer wurden verladen und die Abraxaner noch einmal verpflegt.
"Monsieur Dumbledore und Monsieur Black werden Sie empfangen", meinte sie und wollte sich abwenden, aber Valerie hielt sie zurück. "Aber ich dachte, es soll unauffällig sein" "Madam Black, die Mutter von Monsieur Black wünscht es so. Sie möchte das es sofort offiziell ist. Monsieur Dumbledore konnte es auf den Empfang beschränken, sodass es einfach herüberkommen könnte, als hätte der Direktor ihren Verlobten darum gebeten"
Valerie nickte. Sie hoffte es wirklich. "Danke Madam Maxime, das Sie mich diese sechs Jahre hier haben lernen lassen. Es waren die wohl schönsten Jahre meines Lebens" "Ich wünsche Ihnen viel Glück, Mademoiselle Delacour und das alles gut wird. Es hat mich gefreut, Sie lehren zu dürfen"
Valerie hatte Tränen in den Augen, als die Tür sich schloss und die Abraxaner in die Luft abhoben. Ein neuer Abschnitt würde starten und Valerie hatte sich jenen nicht selbst ausgesucht, er wurde für sie gewählt, was es nicht gerade einfacher machte.
Es war ein langer Flug, indem sich Valerie alle möglichen Szenarien hat ausdenken können, aber die, die es tatsächlich wurde, an die hätte sie nicht einmal im Traum gedacht.
Die Kutsche hatte einen großen Tumult veranstaltet und Valerie glaubte, die ganze Schüler- wie Lehrerschaft waren versammelt. Kurz, ganz Hogwarts.
Sobald die Abraxaner gelandet waren, bekamen sie ihren Whiskey zu trinken, denn sie mussten das andere Mädchen zurück nach Beauxbaton bringen.
Die Tür öffnete sich wie immer per Magie und Valerie erblickte strahlend graue Augen, die sie von oben bis unten musterten. Sie tat es ihm gleich und musste insgeheim zugeben, ihr gefiel, was sie sah, doch ihre Maske regte sich kein Stück. Das könnte tödlich in ihren Kreisen sein.
Das war also Sirius Black. Ihr Verlobter. Ihr zukünftiger Ehemann. Seine schwarzen Locken, die er länger hatte, als man es üblich von Jungs gewohnt waren, hatte er lässig offen im Wind wehen und seine Körperhaltung zeigte völlige Entspannung.
Er hielt ihr die Hand zum Aussteigen hin und Valerie glaubte ganz Hogwarts hielt die Luft an, da es totenstill schien, oder es rauschte einfach zu laut in ihren Ohren.
Einen kurzen Moment, der sich wie eine Ewigkeit anfühlte, sah sie ihm in die Augen, bevor er den Blick abwandte und stur geradeaus sah, die Hand immer noch erhoben, um ihr zu helfen.
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Pure Blood
FanfictionEin Trank, der ihrer Mutter Schmerzen zufügt, treibt Valerie in die Enge. Ohne groß darüber nachzudenken, entscheidet sie sich für die Rettung ihrer Mutter, doch war es das wert, ihre Freiheit aufzugeben? Ihre Geschwister zurück zu lassen? „Ich glau...