°33-Vollmond

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Lily saß erschöpft auf einem der Tische in dem leeren Klassenzimmer und beobachtete, wie Valerie mit ihrem Delfin umging. Der Patronus schwamm um sie herum und erfüllt den Raum mit einer Wärme, wie es Lily selten spürte.

„Möchtest du aufhören, für heute?", fragte Valerie und sah zu Lily. Sie übten sicherlich schon seit einer Stunde und alles, was Lily geschafft hatte, war eine silbrige Wolke erscheinen zu lassen. Valerie war davon begeistert, die Schulsprecherin eher weniger. Sie befand, dass sie nach den letzten Stunden, wo sie immer wieder geübt hatten, zumindest schon eine Gestallt ähnliche Wolke erscheinen sollte.

„Es ist schon spät", stimmte Lily ihr zu und sah aus den hohen Klassenfenstern hinaus in den dunklen Himmel. Es war kurz vor Sperrstunde und Valerie würde sich beeilen müssen, um rechtzeitig wieder zurück in den Turm zu kommen. Lily hatte hierbei keinerlei Probleme, da es für sie keine Sperrstunde mehr gab.

Der Delfin löste sich auf, nachdem er Valerie noch einmal zugezwinkert hatte und das Mädchen hob ihre Tasche hoch, um das Klassenzimmer zu verlassen.

„Valerie?", fragte Lily und die Französin blieb stehen. Etwas in der Stimme ihrer Freundin ließ sie aufhorchen. War etwas passiert? Sie lief zu Lily zurück und setzte sich ihr gegenüber auch auf einen Tisch.

Schnell strich sie den hochgerutschten Rock wieder glatt und legte ihre Tasche neben sich ab. „Ist etwas passiert?", fragte sie und lehnte sich etwas vor. Lily scannte Valerie von oben bis unten und zuckte mit den Schultern.

„Ich weiß es nicht. Wirklich nicht" Nun drehte sich die Rothaarige ihrerseits zu ihrer Schultasche und zog einen dicken Briefumschlag hervor. Valerie warf einen schnellen Blick darauf, kannte aber die Handschrift nicht.

„Das ist ein Brief von Mary. Du weißt schon, dem Mädchen, mit dem du Platz getauscht hast" Valerie nickte. Sie hatte dem Mädchen gerade einmal zugenickt, als sie angekommen war, denn die Pferdekutschte mit den Abraxanern hat sie gleich wieder zurück nach Beauxbaton geflogen.

„Viel ist in den letzten Wochen passiert. Die Angriffe, die Streitereien, zwei Bälle", murmelte Lily und drehte den Brief hin und her. Es schien Valerie fast so, als wüste das normalerweise freche Mädchen nicht, wie es anfangen sollte.

„Am meisten hat mich stutzig gemacht, wie Sirius ohne Grund gemein zu dir war, wie du ohne Huteinteilung einfach nach Gryffindor gekommen bist, besonders aber, wie der erste Angriff war und Dumbledore verlangt hat, dich mit Sirius gemeinsam loszuschicken"

Valerie lehnte sich wieder zurück. Ihr Magen zog sich zusammen. Sie hatte das fantastische Gehirn ihr gegenüber auf jeden Fall unterschätzt. Sie hatte vieles offensichtlich getan und Dumbledore hatte nicht überall unauffällig agieren können. Jetzt wurde es wohl Zeit für ein etwas längeres Gespräch.

„Ich war schon etwas verwundert, als ich bemerkt habe, dass nicht nur Hass zwischen Sirius und dir ist. Ich vernehme auch eine unterschwellige Verbundenheit, vor allem seit den Weihnachtsferien. Korrigier mich, aber ich glaube, die ganzen Schmerztränke waren für Sirius."

Was half ihr es, das jetzt zu verneinen? Sie nickte nur und Lily nickte daraufhin auch langsam. „James hatte sich furchtbare Sorgen gemacht, als Sirius überstürzt plötzlich von Hogwarts abgereist ist. Er hat eine Eule erhalten und ist dann panisch davongelaufen. Die restlichen Ferien war er nicht mehr gesehen worden."

Valerie schluckte. Es war ihre Schuld gewesen. Sie hatte ihm durch ihre kurze Nachricht gesagt, wo sie war, und er hatte sich Sorgen um sie gemacht und war ihr nach. Valerie könnte sich geehrt fühlen, wüsste sie nicht, was danach geschehen war. Langsam drehte sie ihren Ring um ihren Finger.

„Er ist zu seiner Familie nach, weil du auch dort warst, nicht?", fragte sie und Valerie seufzte tief durch. „Ja. Madame Black hat mich schon vor einiger Zeit eingeladen. Sie ist plötzlich im Schulleiterbüro gewesen und hat mich an die Einladung erinnert, dich ich am ersten Tag hier auf Hogwarts erhalten habe"

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