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Der heutige Tag war verdammt anstrengend. Schule an sich war schon ermüdend genug, doch die ganze Zeit Schmerzen beim Atmen zu haben, macht das Denken um einiges schwieriger. Endlich zu Hause, lasse ich mich auf die Couch fallen und sehe mir eine Sendung an, in der alte Bruchbuden in schöne Apartment und Häuser renoviert werden.
Ich muss wohl beim Fernsehen eingeschlafen sein, den ich schrecke erschrocken auf, als ich von der Türklingel geweckt werde. Müde stehe ich auf und schleppe mich zur Tür. Ohne durch den Spion an der Tür zu schauen, öffne ich sie -und bereue es augenblicklich. „Was machst du den hier?", stöhne ich genervt, als ich den älteren Haitani erblicke.
Ganz am Rande bemerke ich, wie sich mein Herz bei seinem Anblick beschleunigt. Meine Augen checken ihn von oben bis unten ab, entdecken frische Schriemen in seinem Gesicht. Trübe Augen blicken auf mich herab, kalt und unnahbar. Ich weiß nichts zu erwidern, möchte die Türe am liebsten zu knallen, entscheid mich aber dagegen. Auch wenn die Wut gegen ihn wieder steigt, unterstehe ich mich, schließlich hat er mir gestern geholfen - abgesehen von unserem ... nun ja. Unserem Techtelmechtels.
Der Haitani sieht mir einige Sekunden lang stumm in die Augen, ich gebe mir Mühe mich nicht in seinen Lavendel Feld, auch genannt Augen zu verlieren, sondern konzentriere mich auf sein fest zusammen gebissenen Kiefer. Wortlos reicht Ran mir ein vertrautes Taschenmesser. Ungläubig weiten sich meine Augen, als ich realisiere, dass es mein Taschenmesser ist.
„Woher ...?", stammel ich verwirrt, verstehe nicht wie das Taschenmesser zu Ran kommt.
„Rindou hat es mir gegeben.", erklärt dieser mir.
Durch seine Erklärung fällt mir wieder ein, dass der kleine Haitani mir mein Messer abgezogen hatte. „Oh, stimmt.", murmel ich ehr zu mir selbst und strecke meine Hand aus. Als ich das Messer aus seiner Hand nehme, berühren meine Fingerspitzen seine Haut und mich durchfährt ein Stromschlag. Schnell ziehe ich meine Hand wieder zurück.
Obwohl wir damit fertig sein sollten, macht Ran keine Anstalten zu verschwinden. Und um ehrlich zu sein, hat mich sein Auftauchen erfreut, obwohl sein gestriges Verhalten mich noch immer stinkwütend macht. Trotzdem hat sich in meinem Bauch eine angenehme Wärme ausgebreitet, wie als ob man den ersten Schluck einer heißen Schokolade trinkt. Muss an meiner Wut für ihn liegen. Genau, das muss es sein.
Mein Gegenüber öffnet den Mund und schließt ihn gleich wieder, er scheint mit sich zu ringen. Irgendwas in ihm scheint sich gegen die Worte wehren zu wollen, die als Nächstes aus seinem Mund kommen. „Tut mir leid"
Angenehm überrascht sehe ich den Haitani an. Noch nie habe ich aus seinem Mund eine Entschuldigung gehört. Normalerweise waren es andere, die sich bei ihm entschuldigen, selbst wenn er der Übeltäter war. Er muss es erst meinen, doch wofür entschuldigte er sich denn?
„Ähm, was hast du angestellt? Sollte ich sauer sein?", versuche ich zu scherzen, um die Atmosphäre aufzulockern. Ihm scheint die Entschuldigung wirklich wichtig zu sein, doch damit kann ich noch schlechter umgehen. „Die Sache mit Shion", erklärt er.
Mein Mund ist in wenigen Sekunden zur Wüste ausgetrocknet, kein Speichel ist in meiner Mundhöhle mehr findbar. „Wie- woher weißt du, dass er es war?", stammel ich leicht überfordert. Ohne es zu beabsichtigen, legt sich mein Arm um meine Taille und die Bilder von gestern tauchen vor meinem inneren Auge auf.
Die Hitze stieg mir aus Scharm in die Wangen. Es war demütigend, unangenehm und am liebsten würde ich im Erdboden versinken. Die Peinlichkeit, dass ich mich selbst nicht verteidigen konnte. Schon wieder waren mir Männer, Jungs überlegen, nur weil sie drei Beine und breite Schultern haben.
Ran antwortet auf meine vorherige Frage kurz und knapp. „Zufall.", sagt er schulterzuckend.
„Aha.", gebe ich etwas genervt zurück. Dieses Thema ist mir zu Bunt, warum muss ich schon wieder darüber reden.
„Hör mal-„, fängt Ran an zu sprechen und ich sehe ihn mit hochgezogener Augenbraue an. Endlich möchte er Klartext reden.
„Ich hab keine Ahnung, warum du mir das nicht erzählen wolltest, aber du hättest es mir erzählen können. Ich kann einfach nicht verstehen, was so schwer daran ist." Mir entgleiten alle Gesichtszüge bei seiner dämlichen Aussage. Ich bin mir nicht so sicher, ob ich für sein Angebot dankbar sein sollte oder ihm eine reinhauen möchte.
„Was daran so schwer ist?", wiederhole ich ungläubig. „Ich kann es dir sagen. Und zwar habe ich es satt, immer von so Leuten wir dir wie Dreck behandelt zu werde. Von so Menschen wie dir mich erniedrigen zu lassen und zuzulassen, dass sie mein Selbstwertgefühl mit Füßen treten."
Kaum das meine Rage vorbei ist, wird die Wut durch ein brennen in meinen Augen ersetzt. Diese Stimmungsschwankungen machen mich fertig. Aber es ist die Wahrheit und ich bin stolz auf mich, es endlich laut ausgesprochen zu haben. Doch nun kommen die Fragen, auf die ich nicht gewillt bin zu antworten.
„Shion wird noch bekommen, was er verdient.", versucht Ran mich zu beruhigen, scheitert aber kläglich.
„Es geht mir doch nicht nur um Shion.", sage ich wütend, klinge dabei aber jämmerlich und schwach. Das Beben in meiner Stimme ist nicht zu überhören, ich höre es und Ran tut es auch.
Ich könnte schwören, dass er ein Seufzen unterdrückt. „Denkst du nicht, dass du etwas übertreibst?"
Stille.
Vollkommene Stille.
„Was?", frage ich ganz ruhig. Wie die Stille vor dem Sturm. Das merkt auch der Haitani, obwohl sein trüber Blick und die Gleichgültigkeit nicht verschwinden, weiß er, dass er jetzt bloß nichts Falsches sagen sollte.
„Ich übertreibe?", frage ich ihn und muss auflachen. „Ich übertreibe also. Also soll ich mich einfach von jedem Mann schlagen lassen?" Wir beide wissen, dass es sarkastisch gemeint ist. Und doch scheint Ran etwas an meinem Satz nicht zu gefallen. „Das mit Shion war eine Ausnahme, der Typ ist ein Psycho."
„Ran.", sage ich tot erst. „In meinem ganzen Leben gab es nur wenige Männer in meinem Leben. Mein nicht anwesender Dad, Mizuno und du." Trotz dieser angespannten Situation gelingt es dem Haitani zu grinsen.
„Ich fühle mich geehrt.", gibt er mit einem frechen Grinsen von sich, woraufhin er einen strengen Blick von mir bekommt.
„Ihr drei wart Arschlöcher. Die einzigen Männer in meinem Leben waren Arschlöcher", beende ich meine Erzählung und sehe ihn an.
Das Grinsen ist von einem Strich ersetzt worden. „Mizuno ist genau so ein Psycho wie Shion.", schnaube ich.
Kaum habe ich zu Ende gesprochen, verhärten sich seine Gesichtszüge zu Stein. „Was meinst du damit?" Mir wird augenblicklich eiskalt und mein Herz stolpert, ehe es dreimal schneller anfängt, Fahrt aufzunehmen. Tolle scheiße.
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