Oma Rosi:
Ich blicke meine Familie an, ich könnte nicht stolzer auf mein und das Werk von Adam sein. Er wäre vor stolz geplatzt, könnte er sehen wie unsere Familie gewachsen ist und wie erwachsen sie doch alle geworden sind.
Das Audrey zu mir zieht macht mich stolz und gleichzeitig traurig, ich weiß, was sie dafür aufgibt. Ihr Leben lang war sie in Portland und hatte ihre Freunde um sich und ihre Familie, jetzt zieht sie zu mir, weil ich allein nicht mehr zurechtkomme, und man sieht das sie sich freut, aber man sieht auch diese gewisse Abneigung. Sie ist eben in einer anderen Welt großgeworden wie ich. Ich lebe schon so lange hier, die Stadt ist gewachsen und moderner geworden, aber Audrey ist in vielerlei Hinsicht wie Adam.
Sie hat viel Talent mit Ihren Händen und einen kleidungsstill, denn sehr viele nicht verstehen werden. Alt, aber modern zugleich. Ich finde ihr passt dieser Still sehr gut und vor allem ist er ihrem Alter entsprechend. Jeden Morgen, wenn ich aus dem Fenster blicke und die Schüler in die Schule gehen, sehe ich was sie tragen. Eine Uniform, aber wenn sie keine Schule mehr haben und in ihrer Freizeitkleidung herumlaufen, sieht man was für eine Mode sie tragen. Da kann ich immer nur den Kopf schütteln.
"Oma bist du wieder in Gedanken?" Ich blicke lächelnd zu meiner Enkelin Vanessa auf. "Ach, euer Großvater wäre so stolz auf euch. Euch so zu sehen würde sein Herz anschwellen lassen." Alle lächeln leicht traurig, der Tod meines Mannes ist gerade mal fünf Jahre her, aber es fühlt sich noch so frisch an. Die erste Zeit haben mich meine Töchter nicht alleingelassen, erst als ich sie hinausgejagt habe, sind sie gegangen.
Als ich dann endlich allein war, ist alles über mich hineingebrochen. Ich wusste zwar, dass er vielleicht nicht überlebt, aber den Tag wo er seine Augen schloss und nicht mehr erwacht ist, das war eine Endgültigkeit, die ich mein Leben lang nicht mehr vergessen werde. Ich hatte mich noch nie in meinem Leben so leer gefühlt wie an jenen Tagen nach dem Tod meines Mannes.
Als jemand meinen Arm leicht drückt, blicke ich auf, Audrey lächelt schwach. Sie hat viel von Adam. "Gehen wir rein, der Tag war lang und wir alle sind müde." Ich nicke und sie hilft mir bei den letzten beiden Stufen, bis ich durch die Haustür bin.
Der Gehstock soll mir helfen, ich finde das teil abscheulich, aber ohne geht es nicht. Während meine Familie sich im Haus verteilt, werde ich von Leonas mit seiner Verlobten bekannt gemacht. Ich gebe ihr die Hand und sie stellt sich kurz vor. Nettes Mädchen.
"Also Mama, wo gehen wir was essen?" Ich blicke meine älteste Tochter Tessa an. "Da wo wir immer essen." Antworte ich und damit hilft mir Oskar in meinen Mantel. Er ist der einzige meiner Enkel der bereits verheiratet ist. Die Hochzeit war sehr schön, leider konnte sie Adam nicht mehr erleben, aber er konnte seine Verlobte noch kennenlernen und den Segen erteilen, was Oskar alles bedeutet hat.
Die Hochzeit war das erste große Event, nachdem Adam gestorben war, man hat sein fehlen sehr bemerkt, aber es war ein wunderschöner Tag und Oskar strahlte über das ganze Gesicht. Heute ist seine Frau auch dabei und sie stärkt den Rücken meines Enkels, das sehe ich, ohne wirklich hinsehen zu müssen.
Wir laufen alle aus dem Haus und verteilen uns auf die Autos. Ich fahre bei Oskar und seiner Frau mit. Oskar fährt immer recht angenehm. "Wie geht es Audrey?" frage ich, sobald ich auf dem Beifahrersitz platzgenommen habe.
"Sie ist in Ordnung, hat eher geschwiegen als die Entscheidung gefallen ist. Sie akzeptiert die Entscheidung und versteht diese auch, aber sie hat noch so ihre bedenken. Sie ist eben erst sechszehn, da hat man noch andere Dinge im Kopf, wobei sie von allen eigentlich die Beste für diese Aufgabe ist. Sie hat Zeit und kann sehr gut planen. Du wirst dich sehr gut mit ihr verstehen, aber sie wird streng zu dir sein Oma." Ich lächle leicht, "ich habe nichts anderes erwartet. Sie ist eben ein sturer Esel." Oskar lacht, "ja, aber du bist genauso. Ihr werdet zurechtkommen, davon bin ich überzeugt."
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Just a Vampire King
VampirAudrey ist die jüngste von all ihren Geschwistern. Da es ihrer Oma Rosie nicht mehr so gut geht und sie nun Hilfe benötigt, wird beschlossen das Audrey ab dem kommenden Schuljahr zu ihrer Oma zieht um ihr unter die Arme zu greifen. Das heißt Schule...
