CHOKE / RAWR (5)

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Januar, während Kyungs OP

"Nervös?"

Mark schaut den Dunkelhaarigen von der Seite an und der ist ist versucht, ihre Hände zu verschränken, aber vor seinem Bruder? Nein, lieber nicht. "Ein wenig", gibt er zu. Mark drückt seine Schulter gegen seine. "Verständlich." Natürlich ist es verständlich, in diesem Moment wird sein kleiner Neffe operiert! "Aber das ist hier alles in einem beruhigenden Farbton gestrichen, weißt du." Mark wedelt mit der Hand ziellos herum. "Die Türen sind gelb, die Wände sind blau, und der Boden in demselben Blau, nur etwas dunkler..."

Neben Donghyuck regt sich etwas. "Ich weiß zu schätzen, was du machst, Mark, aber das ist eindeutig türkis!", kichert sein Bruder. Mark seufzt. "Das sieht komplett anders aus als der Fiat. Die Farben sind viel weicher", erklärt er ausführlich, "aber anscheinend ist das Farbspektrum für niemand eindeutig. Alle, die das nicht als blau betiteln, sind blöd!" Er grinst frech an Donghyuck vorbei. Gaeul grinst zurück. "Gut, okay. Wie schade, das hier wohl in Aussage gegen Aussage endet." Er kichert. "Obwohl Yoko mir bestimmt zustimmen würde."

"Selbstverständlich, Schatz, du hast natürlich recht", kommt es zart und belustigt von Nayokos Stuhl im Kinderwartezimmer. Donghyuck hat das Gefühl, erst mit Mark hat sich der Humor in ihrer Runde so wirklich festgesetzt. Gut, sie waren alle noch nie todernst oder gar traurig deswegen, aber eine Einstellung wie diese ist (besonders im Hinblick auf Kommunikation mit Kyung) erst durch Mark möglich gewesen. "Naja, vielleicht schlägt dein Bruder sich auf meine Seite, oder, Donghyuckie?" Gaeul und Mark schauen ihn von links und rechts an, was sich für Donghyuck schrecklich anfühlt.

"Die Tatsache, dass du bei dem Fiat selbst bei deinem besten Freund keine bedingungslose Zustimmung findest, lässt darauf schließen, dass es kein 'Richtig' und kein 'Falsch' gibt. Deswegen halte ich mich vornehm zurück", stammelt er atemlos. Mark kichert und streichelt seinen Kopf. "Amen", sagt er, "apropos bester Freund. Yuta hat gerade geschrieben, dass er da ist. Ich gehe mal kurz zu ihm in die Cafeteria. Er wartet auf seine Sana, die hat nämlich auch Feierabend, wenn K fertig ist." Der Blonde steht auf. "Kommt ihr auf einen Kaffee mit?"

"Ich müsste noch auf die Toilette." Nayoko lächelt ihn so zielsicher an, als könne sie ihn sehen. "Wir kommen gleich nach. Die Toiletten sind den Gang runter, ich bringe dich gleich hin." Gaeul hat immer alles bedacht und im Griff und obwohl sein großer Bruder ihm schon mehr als einmal seine Zweifel offengelegt, bewundert Donghyuck ihn unheimlich. "Ich ko..." Donghyuck will aufstehen, aber Gaeuls Finger drücken in seine Hüfte. "Bleibst du noch kurz hier, Donghyuck?", bittet/befiehlt er und sein Bruder nickt stumm.

"Bis später dann."

Gaeul wartet, bis Mark außer Hörweite ist, dann stößt er seinem Bruder den Ellbogen in die Seite. "Kein Richtig und Falsch? Was ist da los, Brüderchen?" Donghyuck schmunzelt. "Schwarz-weiß zu denken ist nicht logisch, wenn man einige Aspekte der Wirklichkeit mit einbezieht", stellt er mit scherzendem Unterton. "Kyung hat erzählt, dass ihr heiraten wollt." Unter den fragenden Augen seines Bruders versteift Donghyuck sich. "Rawr", macht Nayoko. "Kyung ist in der Grundschule", weicht der Dunkelhaarige aus. "Kyung hat gesagt, dass er dich liebt. Womit ein Grundschüler mehr weiß als ich, Donghyuck-ah."

Gaeul guckt ihn streng und stolz zugleich an, in Donghyuck und Nayoko zeigt sich eine ähnliche, überraschte Reaktion. "Da weiß er auch mehr als ich" stammelt der Jüngste von ihnen. "Vielleicht hat er ihm das gesteckt, als du flennend durch die Straßen gerannt bist", überlegt Yoko laut. Donghyuck summt nachdenklich. "Bitte was?" Gaeuls Stimme wird schrill. "Du bist was?" Gut, der Dunkelhaarige hat in seiner Verzweiflung kurz vor Silvester Nayoko angerufen, aber es ist davon ausgegangen, dass die seinem Bruder längst alles berichtet hat.

"Weiß nicht, was sie besprochen haben." Donghyuck ignoriert seinen Bruder. Yoko zieht ihre Brauen zusammen. "Du hast nicht nachgefragt?"

"Nein. Ihr alle sagt immer, ich muss mal Kontrolle abgeben. Und ich vertraue Mark da."

Gaeul, der nur kurz verwirrt in sich gegangen ist, kichert. "Nicht nur vertrauen, so wie du gehustet hast und halb erstickt bist, als du seine Frisur vom Haarstylist Kyung gesehen hast." Donghyuck läuft rot an. Gut, Mark hat auch wirklich atemberaubend ausgesehen heute morgen, als er Schokohexe und Friseur mit Kyungie gespielt hat, um dem Jungen die Aufregung zu nehmen, während die anderen zu dritt einen kurzen Besuch bei Jeno und Renjun erledigt haben. 

"Nayoko wollte aufs Klo

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"Nayoko wollte aufs Klo."

"Gut abgelenkt, Kumpel." Gaeul steht auf und hält Yoko seine Hand hin, die sie ergreift wie einstudiert. "Dann erzählst du mir das eben unten in der Cafeteria." Er zwinkert seinem Bruder zu, aber Donghyuck weiß, dass sein Bruder das niemals von ihm verlangen würde. und gleichzeitig hofft er auch, dass die beiden bald eine ruhige Minute haben. Was gut wahrscheinlich ist, wenn Donghyucks Boss, Yoko und Kyungie demnächst wieder bei Renjun und Jeno sind, die es sich wohl zum Neujahrsvorsatz gemacht haben, einen gigantisch großen Kratzbaum für Katzen selbst zu basteln. Wann die Katze kommt, steht noch in den Sternen.

Oder Mutter und Kind sind mit Mark bei Yuta und Sana, damit Vater und Bruder Zeit zum Quatschen haben. Momentan geht alles drunter und drüber, aber das ist Familie, die Familie ist es, die das Chaos irgendwie perfekt macht.

"Dann wollen wir mal die bessere Hälfte unserer guten Fee kennenlernen", sagt Gaeul motiviert und führt seine Verlobte den Gang links.


~


Nach geschlagenen vier Stunden in der Cafeteria und mehr als einem Kaffee, kommt eine junge, braunhaarige Frau auf sie zugelaufen. Ihr weißer Arztkittel, der bei ihrem zackigen Schritt flattert, Marks Winken und Gaeuls Nicken, das ist doch... Yuta gibt ihr einen Kuss und sie rutscht neben Mark. Ja, das ist Dr. Sana Minatozaki. Sie greift Nayokos Hand und drückt sie kurz. "Hi, Yoko."

"Da bist du ja! Hat alles geklappt?" Nayoko schaut demonstrativ auf ihr Handgelenk, obwohl ihr sowohl das Augenlicht als auch die Armbanduhr fehlt. "Der Eingriff war schwieriger als gedacht, aber erfolgreich... Hey, du musst Donghyuck sein!" Sana schenkt dem Dunkelhaarigen ein strahlendes Lächeln. Mark räuspert sich schnell. "Ja, richtig, Sana, das ist Donghyuck. Donghyuckie, das ist Sana..."

"Unsere gute Fee", fügt Gaeul lächelnd hinzu. Manchmal ist Donghyuck neidisch, dass alle sozialen Fähigkeiten an seinen Bruder gegangen sind. Aber eigentlich ist es schon gut, so, wie es ist. Er lächelt.




KYUNG [SANA]Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt