Kapitel 13

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- Leo -

Das letzte Mal, als ich im Krankenhaus war, da war ich noch ein kleines Kind und war beim Spielen von einem Baum gefallen. Und trotzdem kann ich mich noch genau daran erinnern. Wir haben stundenlang im Wartezimmer gesessen, wo es eisig kalt war. Den Vorteil hat es wohl, wenn man vom einem Kelly hergebracht wird. Gut, besonders warm ist es in dem Behandlungsraum auch nicht, aber immerhin muss ich das Gequengel von kleinen Kindern nicht ertragen. Immerhin haben wir eine Flasche Wasser für die Wartezeit bekommen, die aber noch Keiner von uns angerührt hat. Jimmy ist, kaum das ich auf der Liege gelegen habe, wieder nach draußen verschwunden um ein Coolpack zu besorgen damit ich, wie angeordnet, meinen Fuß kühlen kann. Hoffentlich wird er auf dem Gang nicht erkannt und unnötig lange aufgehalten, denn jetzt, wo ich daran denke, pocht mein Fuß wieder fast unerträglich. Als hätte er meine Gedanken bis draußen hören können, öffnet sich in diesem Moment die Tür und Jimmy kommt wieder.

„Hier, ich hab alles bekommen.", sagt er und deutet auf die Sachen in seinen Händen.

„Darf ich?", fragt er und auf einmal liegt wieder diese Wärme in seinem Blick, die meine Gefühle in der letzten Nacht so durcheinander gebracht hat. Von der Härte von Vorhin ist keine Spur mehr zu sehen. Ich nicke nur und wende den Blick ab, als Jimmy mir vorsichtig den Turnschuh auszieht und das, in ein Handtuch gewickeltes Coolpack auf meinen Knöchel legt. Ich zucke zurück, als die Kälte auf meine Haut trifft, aber auch wegen der Schmerzen.

„Das sieht nicht gut aus.", sagt er. Jimmy schnappt sich eine der Decken, die er mitgebracht hat, rollt sie zusammen und schiebt sie vorsichtig unter meinen Fuß.

„Das hätte ich dir auch so sagen können.", erwidere ich nur. Egal, wie viel Mühe er sich jetzt macht, wenn man es ganz genau nimmt befinden wir uns nur wegen ihm in dieser Situation. Oder weil ich zu blöd bin, eine Treppe herunterzulaufen, aber ich will die Schuld gerade Jimmy zuschieben. Da weiß er mal wie das ist, wenn man ständig die schlechte Laune anderer abbekommt.

„Hier, nicht das du dir noch eine Erkältung holst." Ehe ich mich versehen kann breitet Jimmy eine weitere Decke über mir aus. Dann zieht er sich einen der Stühle im Raum näher an die Liege und setzt sich. Demonstrativ drehe ich den Kopf in die andere Richtung, weg von ihm. Jimmy soll merken, wie ich über die Situation denke.

„Leo,hey. Wie geht's dir?", fragt er mich irgendwann leise. Fast so, als würde er sich nicht trauen mich anzusprechen. Kurz drehe ich mich zu ihm um.

„Fantastisch, siehst du doch.", antworte ich sarkastisch.

„Ich meine das erst. Ich weiß ja das ich nicht ganz unschuldig bin an dieser ganzen Sache und ich wollte mich bei dir entschuldigen." Beinahe wäre mir die Kinnlade heruntergeklappt. Hat Jimmy sich gerade ernsthaft bei mir entschuldigt? Freiwillig? Ich bin wahrscheinlich doller auf den Kopf gefallen, als ich gedacht habe.

„Sag jetzt nicht's, was du im Nachhinein bereuen wirst, denn das wirst du. Und dann ..." Weiter komme ich nicht, denn in diesem Moment steigt ein flaues Gefühl aus meinem Magen weiter nach oben und mir wird übel. Jimmy reagiert blitzschnell, leert den Mülleimer, in dem zum Glück nur Papier war, auf dem Boden und hält ihn mir genau in dem Augenblick vor das Gesicht, als sich mein Frühstück den Weg nach draußen sucht und ich mich übergeben muss. Dabei wird mir so schwindelig, dass ich mich an das Best nächste klammere, was ich zu fassen bekomme. Erst als ich mir den Mund ausspüle und mich wieder zurücklege, merke ich, dass ich mich an Jimmy's Schulter festgekrallt habe. Ich atme wieder gleichmäßig, schließe aber gegen den Schwindel die Augen.

„Geht's wieder?", fragt Jimmy. Auf mein Nicken stellt er den Eimer beiseite. Anstelle sich zurück auf den Stuhl zu setzen, schiebt er die Decke ein kleines Stückchen zur Seite und setzt sich neben mich auf die Liege. Mit Papier aus dem Spender wischt er mir den Schweiß von der Stirn.

Together we are strongGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt