- Leo -
Sonnenstrahlen, die durch das Fenster ins Zimmer fallen, wecken mich am nächsten Morgen. Oder besser gesagt, zum Mittag. Als ich auf die Uhr an der Wand schaue muss ich mit Entsetzen feststellen, dass es fast halb zwölf ist. Spätestens jetzt sind Jimmy und ich aufgeflogen.
Vorsichtig hebe ich seinen Arm von mir, mit dem er mich, wie es aussieht, die ganze Nacht an sich gedrückt gehalten hat und stehe auf. Ich nehme mir frische Klamotten aus dem Schrank und binde mir im Gehen die Haare zusammen, die dazu indessen schon wieder lang genug sind. Die ersten Stimmen kann ich schon von der Treppe aus hören.
„Ich? Was kann ich denn dafür, das der Kühlschrank leer ist? Jimmy ist diese Woche dran mit Einkaufen!", höre ich Joey sagen.
„Der war wohl zu beschäftigt.", gibt John spöttisch zurück. So abwertend kenne ich ihn gar nicht. Eigentlich hatte ich immer das Gefühl, für seine Familie würde er Alles tun.
„Wie auch immer. Da der werte Herr ja anscheinend immer noch schläft, muss jetzt was zu essen ins Haus, sonst haben wir weder etwas für das Mittagessen, noch zum Abendbrot. Ich will nicht schon wieder Pizza bestellen müssen.", geht Kathy dazwischen.
Ein unsichtbares Gummiband zieht mich näher zu ihnen, bis ich schließlich in der Küche zum Stehen komme. Sofort richten sich sämtliche Blicke auf mich. Ich sollte wahrscheinlich irgendetwas sagen.
„Gibt's ein Problem?", ist das erstbeste, was mir in den Sinn kommt. Nicht die schlechteste Idee. So bekommen sie wenigstens nicht mit, dass ich ihr Gespräch mitbekommen habe. Kathy will gerade zu einer Antwort ansetzten, als Angelo und Paddy in die Küche kommen, in den Kühlschrank sehen und dann ihre älteren Geschwister fragend ansehen.
„Gibt's in diesem Haus irgendwas zu Essen?", fragt Paddy.
„Dein älterer Bruder war leider zu beschäftigt um einkaufen zu gehen.", antwortet ihm Joey und schaut mich aus dem Augenwinkel an. Ich kann seinem Blick nicht lange standhalten und spüre, wie meine Wangen heiß werden. Sicher sehe ich aus, wie eine überreife Tomate.
„Na toll ... „
„Wisst ihr was? Ich gehe in den Supermarkt um die Ecke und besorge was wir brauchen.", schlage ich vor. Immerhin bin ich ja mit schuldig daran, dass Jimmy seine Pflichten vergessen hat.
„Leo, das brauchst du wirklich nicht machen. Jimmy hat das verbockt, da kann auch er gehen, sobald er wach ist.", sagt Kathy.
„Nein, das ist kein Problem, wirklich. Da kann ich mich ein bisschen nützlich machen und mich nicht nur von euch durchfüttern lassen.", widerspreche ich. Es folgen keine weiteren Gegenargumente. John gibt mir nur einen großen Beutel und das Portmonee, während Kathy sich daran macht, alle Lebensmittel, die ich mitbringen soll, auf einen Zettel zu schreiben.
„Und falls du irgendetwas nicht bekommen solltest ist das nicht schlimm. Und wenn das Geld nicht reicht, lass dir einfach eine Rechnung schreiben. Die Läden hier in der Gegend wissen eigentlich Alle Bescheid.", sagt sie, während ich in meine Schuhe schlüpfe, die von dem gestrigen Regenguss noch ein wenig feucht sind. Da es heute nicht regnen soll lasse ich die Jacke am Haken hängen und ziehe einen meiner Pullover über.
„Ich komme schon klar.", pflichte ich Kathy bei.
„Okay, dann bis später."
Ich habe Glück. Da die meisten Leute wahrscheinlich arbeiten sind, oder bereits das Mittagessen vorbereiten, bin ich fast alleine in dem kleinen Laden, für den ich mich entschieden habe. Systematisch arbeite ich Kathy's Zettel ab und Gang für Gang füllt sich der Beutel. Ich sollte einen Zahn zulegen, sonst überlegen sie es sich noch anders und bestellen doch noch Pizza zum Mittag. Und das dann nur, weil ich hier trödele.
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Together we are strong
Fanfiction‼️TRIGGERWARUNG‼️ Diese Geschichte enthält triggernde Inhalte, die eventuelle Spoiler für den Verlauf der Geschichte enthalten. Zudem zählen: Verlust der Eltern und anderer geliebter Personen, Kindesmissachtung, Trauer, Waffenmissbrauch und Verarbe...
