Wir haben unsere Inhaltsrichtlinien aktualisiert.
Sieh dir die neuesten Richtlinien an, um weiterhin sicher Geschichten zu teilen.

kapitel 31

359 52 54
                                        

BITTE VOTET UND LASST FEEDBACK DA, SONST FEHLT MIR WIRKLICH DIE MOTIVATION WEITER ZU SCHREIBEN

An einem Tag bist du eine leichtsinnige Viertklässlerin, die sich insgeheim in ihren besten Freund verknallt hat und es sich nicht eingestehen möchte, und dann, 13 Jahre später bist du eine junge Frau, die in ihrem Kinderzimmer steht und immer noch nicht glauben kann, dass sie gleich besagten besten Freund heiraten wird. Meine Hände schwitzten und mir war schlecht. Positives schlecht. Nervöses schlecht. Die letzten 6 Wochen waren Stress pur. Bilal hatte sein Wort gehalten, und bei meinem Vater um meine Hand angehalten und ab dann ging alles so schnell, dass ich nicht hinterher kam. Erst der Termin in der Moschee für die Nikkah, dann die Suche nach meinem Kleid und seiner Jalabiya, Einladungen, Kuchen, Essen, Räumlichkeit. Ich war ausgelaugt. Und ich wollte endlich, dass es so weit war. Dass sich unsere Geduld auszahlte.

Gleichzeitig hatte ich Angst. Angst davor, was danach passiert. Ob er sich wirklich zu mir hingezogen fühlte. Ob wir wirklich kompatibel waren. Ob wir es schafften, neben unserem Studium und der Familie und allem, was uns sonst noch so rumtrieb. Ich hatte Angst, und ich war glücklich. Ich war nervös und doch voller Zufriedenheit.

"Beruhig dich." Dua strich meine dunkelgrüne Abaya glatt und fixierte mein Kopftuch an den richtigen Stellen mit Nadeln. "Das ist der Tag, auf den du so lange gewartet hast." Ihre olivgrünen Augen blitzten, während sie mich stolz anschaute. "Oh Gott, ich glaube, ich werd heute noch weinen." Ich schlug ihr gegen den Oberarm. "Nein, wirst du nicht." Sie schaute gen Decke und blinzelte einige Male. Ihre aufrichtige Freude traf mich mitten in mein Herz und auch ich befürchtete, emotional zu werden.

"YALLAH, GLEICH GEHTS LOS" Die Stimme meiner Mutter trug eine Spannung in sich, und ich wartete noch immer darauf, dass mich jemand zwickte, und ich aus diesem Traum erwachte. Es war surreal. Surreal, dass Bilal sich zeitgleich in seiner Wohnung fertig gemacht hatte. Ich fragte mich, ob er genauso nervös war. Ob er genauso viel hinterfragte. Ob er genauso glücklich war...

"Hör auf nachzudenken. Das ist dein Tag." Dua fixierte ihr blaues Kopftuch und schaute an sich runter. "Du siehst so schön aus." Sie lächelte. "Heute ist dein Tag. Heute sieht niemand schön aus, außer dir." Und dann wurde unsere Tür aufgerissen. "Yallah, habibti. Wir müssen los." Der Kloß in meinem Hals wurde größer, das Blut in meinen Adern spürbar und die gesamte Autofahrt über befürchtete ich, mich übergeben zu müssen. Dua saß neben mir und hielt meine Hand. Mein Vater sagte kein Wort. Für ihn würde der heutige Tag am schwierigsten werden, das wusste ich. Und dann bogen wir in das Grundstück der Moschee ein. Meine Atmung verschnellerte sich, während das Auto zum Stillstand kam. "Dua, ich kann das nicht." Sie fächelte mir Luft zu und öffnete eine Wasserflasche. "Trink." Das kühle Wasser traf direkt auf meinen leeren Magen, und ich versuchte meine Atmung zu regulieren. Ein - ein - ein. Aus.

Meine Mutter stieg aus. Mein Vater tat es ihr nach. Dann Walid. Mein Vater blieb vor der offenen Türe stehen und schaute mich an. Seine Augen voll Sehnsucht, nach der Tochter, die er glaubte gleich zu verlieren. Ich stieg aus und nahm seinen Arm. Vor der Moschee standen bereits Bilals Mutter, seine Schwester, einer seiner Freunde, Hamza, und er. Er schaute mich an, seine Miene unlesbar. Das dunkle grün stand ihm außerordentlich und seine langen Haare schauten unter einem dunklen Tuch heraus, welches er locker auf dem Kopf trug. Nicht irgendein Tuch. Es war eins seines Vaters. Ein Erbstück aus Somalia. Als wäre er aus seiner Trance erwacht, trat er auf uns zu. Er begrüßte meinen Vater. Küsste seine Hand und seine Stirn, bevor dieser sich zu meiner Mutter gesellte, und uns etwas Raum gab.

"As salamu aleikum." Seine Stimme war dick, seine Augen groß und dunkler, als sonst. "Wua aleikum salam." Er schaute mich an, dann schloss er seine Lider. "Du siehst- bezaubernd aus." Meine Brust verkrampfte sich und ich drückte meine Fingernägel in meine Handinnenfläche, um mein Gehirn abzulenken. "Du siehst aus wie ein Prinz." Er öffnete die Augen und lächelte. "Können wir endlich rein? Ich weiß nicht, wie viel länger ich das aushalte." Jetzt lächelte ich auch.

wär sie nicht da gewesenGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt