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kapitel 45

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Ich freue mich immer seeeehr über eure Meinung in den Kommis und selbstverständlich Votes, damit meine hierreingeflossene Zeit sich auch wertgeschätzt anfühlt :)

Amanahs POV

Eineinhalb Wochen waren vergangen und noch immer hatte ich kein Wort von Bilal gehört. Zu behaupten, ich würde mir Sorgen machen, wäre mehr als nur eine Untertreibung. Es war mir bereits schwergefallen, ihn nach der Beerdigung seiner Mutter alleine zurückzulassen, aber ich wollte seine Bedürfnisse respektieren. Wollte ihm die Ruhe und den Raum geben, den er offensichtlich brauchte. Aber als er mir nach zwei Tagen immer noch nicht auf meine Nachrichten geantwortet hatte, rief ich ihn zum ersten Mal an. Ich wollte nicht aufdringlich sein. Mich nicht in den Mittelpunkt rücken oder unsensibel sein. Aber ich machte mir Sorgen. Mailbox. Meine Mutter meinte, vielleicht brauche er Zeit. Einen klaren Kopf. Also dachte ich mir nichts dabei. Ich schrieb ihm. Rief ihn an. Aber es blieb dabei. Nichts.

Ich wusste, dass ich kein Recht dazu hatte, über mein Leid zu sprechen. Darüber, dass der Tod auch mich belastete, weil Khala Khadija wie eine Tante für mich war. Weil sie die beste Freundin meiner Mutter war, und ich sah, wie meine Mutter unter dem Verlust litt. Ich konnte mich nicht auf meine Trauer einlassen. Weil es respektlos wäre. Und doch machte es mir zu schaffen. Der Tod. Die komische Leere, die man verspürte. Die Momente, in denen man vergaß, was passiert war, und sich dann daran erinnerte, dass Khala Khadija nie wieder da sein würde. Nie wieder diese Wohnung betreten würde. Mich nie wieder in ihre Arme schließen würde. Wenn ich merkte, dass es an mir nagte - dass ich zu weinen begann - unterband ich meine Gedanken. Es war nicht fair, gegenüber Bilal und Rima. Und das war der zweite Punkt, der mich nicht mehr in Ruhe ließ. Über eine Woche war vergangen und kein Lebenszeichen der beiden hatte mich erreicht. Jeden Tag begleitete mich das konstante Dilemma. Respektierte ich Bilals Wunsch, in Ruhe gelassen zu werden? Respektierte ich seine Entscheidung, die er deutlich geäußert hatte? Oder ließ ich meine Emotionalität, meine Sorge um ihn Überhand gewinnen. Nachdem neun Tage vergangen waren, kontaktierte ich seine Freunde. Es hätte mich verletzt, zu wissen, dass er sich bei ihnen gemeldet hatte, aber nicht bei mir, und doch hätte es mich gleichzeitig beruhigt. Aber keiner hatte etwas von ihm gehört. Im Gegenteil. Hamza hatte sich sogar zwei Mal zu seiner Wohnung begeben, und keiner hatte ihm geöffnet. Das war der Moment, an dem ich nervös wurde. Ich rief seine Praktikumsstelle an, und auch diese hatten seither nicht mehr von ihm gehört. Die Gedanken in meinem Kopf drohten zu explodieren. Was, wenn ihm und Rima etwas passiert war? Was, wenn er überfordert war? Eine Panikattacke erlitten hatte? Tausende Szenarien malten sich vor mein Inneres Auge und dazu die Sorge um seine Zukunft. Er konnte nicht einfach alles schmeißen. Nicht wenn er so kurz vor dem Ende war.

Als uns ein Tag später Rimas Schule anrief, um sich nach ihr zu erkundigen, war die Entscheidung gefallen. Ich würde zu ihnen fahren, und mir Zugang zur Wohnung verschaffen. Koste es, was es wolle.

Mit einem Koffer, der das Wichtigste in sich trug, beladen, brachte mein Vater mich bereits um sechs Uhr morgens zu den besagten Betonblöcken. Ich war müde, da mich die letzten Tage Alpträume plagten; nervös, ängstlich und hatte einen ungesunden Herzschlag. Ich versuchte auf alles gefasst zu sein, und doch hoffte ich, nichts Übles anzutreffen. Ich sehnte mich nach Bilal. Seiner Stimme, seiner Lache...allem. Es war seit unserer Hochzeit die längste Zeit, die wir nicht miteinander gesprochen hatten. Und ich wusste, dass er es nicht mochte, wenn man sich um ihn sorgte. Aber was blieb mir anderes übrig?

Als ich aus dem Auto in die angenehme Morgenluft stieg, wurde ich von einem unschönen Gefühl eingeholt. Bilal hatte immer dafür gesorgt, dass ich diese Gegend nicht zu sehen bekam. Bevor seine Mutter verstorben war, war ich nicht ein einziges Mal in der Wohnung gewesen. Bittere Bilder von besagtem Tage holten mich ein. Bilals panische Stimme, als er mich angerufen hatte. 3 Worte, die unser aller Leben verändert hatten. Mama ist tot. Eine Gänsehaut fuhr mir über den Körper, als ich seine Stimme in mein Gedächtnis rief. Ich verband nichts Positives mit diesem Ort. Bilal auf dem Boden, Rettungskräfte, Khala Khadija...tot, Rimas Schreie, Mamas leises Weinen, Schock, Panik - die feste Hand meines Vaters auf meiner Schulter riss mich aus den Erinnerungen. "Sicher, dass ich nicht mit hoch soll?" Ich nickte. "Ich muss das alleine machen." Und mit diesen Worten begab ich mich zum dritten Häuserblock.

wär sie nicht da gewesenGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt