Kapitel 11

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Chiara

"Ich bin verwirrt. Chiara." ertönte Aarons dunkle Stimme aus dem Lautsprecher meines Handys. Die Art, wie er meinen Namen sagte, ließ mich erschaudern und ich bekam Gänsehaut.

"...Ich....ähm...wie gehts dir?" platzte es aus mir heraus. Erst herrschte Schweigen. Dann begann Aaron, leise zu lachen.

"Das ist das erste, das du mich fragst, nachdem du mich nach fünf Jahren wieder anrufst?"

"Anscheinend." sagte ich spitz.

"Wo bist du?" fragte Aaron.

"Oregon."

Aaron seufzte schwer. "Oregon. Oregon. Und? Was kann ich für dich tun? Was verschafft mir die Ehre deines Anufes?"

"Können wir uns persönlich treffen?"

Er lachte wieder. "Übermorgen. 15 Uhr. Am Bach beim alten Baumhaus."

"In Ordnung."

"Wer hat dich dazu überredet? Das du mich anrufst?"

"Meine kleine Schwester."

"Ich glaube, du hattest ein paar mehr Schwestern, Chiara."

"Wie ist das?" fragte ich plötzlich.

"Was?"

"Wenn das Soulmate plötzlich fehlt. Sie auf einmal nicht mehr da ist."

"Erzähl mir nicht, das dir sowas passiert ist."

"Nicht mir. Meinem kleinen Bruder. Sie wurde entführt. Von Silberblicken. Soll nach Vancouver."

"Und du willst, das ich deinem kleinen Bruder helfe und sein Soulmate da raushaue."

"Ich will mit dir darüber reden. Übermorgen. 15 Uhr. Am Bach. Beim alten Baumhaus.

Er schnurrte. Ich legte auf und lief durch die nächtlichen Straßen Oregons zum Appartement meines Zwillingsbruders Chris.


Jennica

"Ich komme mir verarscht vor." bemerkte ich.

"Oh ja. Und Rose ist im Moment voll am durchdrehen. Behauptet, du wärst 'ne Hexe. Nicht von dieser Welt. Ein Ungeheuer, Monster, Missgeburt." zählte Aspyn auf.

"Sie soll sich mal an die eigene Nase fassen! Und ihr euch auch!" motzte ich.

"Warum wir?"

"Ihr könntet auch mal anfangen, euch schwängern zu lassen."

"Seh ich etwa so notgeil aus?" fragte Grace.

"Seh ich etwa so notgeil aus?" konterte ich.

"Nee?" sagte Grace.

"Sag mal, hast du schon Namen für sie?" fragte Aspyn.

"Nee?!" machte ich.

Aspyn und Grace begannen sofort, irgendwelche Mädchennamen zu nennen.

"Haltet die Fresse." murmelte ich und ließ mich auf den Stuhl plumpsen.

"Ich bin voll neidisch. Dein Bauch ist ja nicht mal soo dick gewesen."

"Halt einfach deine Fresse."

"Sag mal, Süße, hast du deine Tage oder was ist los?" fragte Aspyn. Sie und Grace lachten laut los. Ich ging im Wohnmobil umher.
'Süße' war der Spitzname, den Luke mir verpasst hatte, den sollte kein anderer nehmen. Zumindest nicht, wenn es Silberblicke waren, die mich entführten, weil ein Wolf zwei Silberblicke getötet hatte. Falls Colin nochmal in meine nähe kommen sollte, würde ich ihm den nächstbesten Gegenstand an den Kopf werfen. Hoffentlich war es eine Bratpfanne oder ein Baseballschläger oder sowas.


Lena

"Luke hält sich gut, oder?" fragte ich Christoph leise und malte mit dem Finger Kreise auf seinem Bauch.

"Dafür, das er am Anfang so...na ja...abgestürzt ist, ja." sagte er. "Ich schätzte, er gibt sich stark."

"Luke ist stark." sagte ich.

"Du hältst immer zu ihm. In egal welcher Situation." bemerkte Christoph.

"Ich hab nur noch ihn."

"Korrigiere: Du hast Luke, Jennica, mich, Catherine, deine Adoptiv-Eltern, deine Adoptiv-Geschwister und das Rudel." sagte er. Eine weile schwiegen wir.

"Ich will, das du meinen Bruder kennenlernst." sagte er plötzlich.

"Was?"

"Meinen Bruder. Und meine Mom. Mein Bruder ist Polizist. Er ist Luciles Soulmate."

"Aber...."

"Shh..." sagte er bloß und gab mir einen schnellen Kuss.

Silber (Part 2)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt