Kapitel 83

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Luke

"Sei nicht zu wütend auf sie, meine Süße. Es sind Babys." murmelte ich in Jennicas Ohr, als sie sich noch dichter an mich kuschelte. Shireen und Raven schnarchten beide.

"Es sind auch deine Babys." entgegnete sie, dann gähnte sie ausgiebig.

"Unsere Babys."

"Ja. Unsere Babys." Sie machte es sich noch bequemer an meiner Seite. "Aber du kannst es nicht mit meinem Sprung vom Dach vergleichen, Luke Black. Ich bin alt genug, um über sowas nachdenken zu können."

"Ich werde dir immer wieder vorhalten, das du vom Dach gesprungen bist."

"Du bist ein Mistkerl, Luke."

"Und du ein kleines, fieses Miststück, Jennica."

"Waren deine anderen auch so? Auch kleine, fiese Miststücke?"

"Warum willst du die ganze Zeit wissen, wie die anderen waren? Sie gehören der Vergangenheit an, meine Süße. Was jetzt zählt, sind du und ich."

"Was ist mit Layla? Ihr hattet was und sie ist ja angeblich das Soulmate deines Bruders, oder?"

"Von dem Bruder, den wir alle hassen. Alaric ist auch ein Mistkerl."

Sie drehte sich so auf die Seite, das sie mich ansehen konnte. Sie sah mich eine weile nur an.

"Es tut mir leid, das ich von der Vergangenheit rede, nur ich..." Sie räusperte sich und wurde rot, "Ich mag es nicht, das sie was mit dir hatten. Ich bin...eifersüchtig, glaub ich." Den letzten Satz wisperte sie.

"Eifersüchtig?" wiederholte ich perplex. Sie wurde noch röter.

"Ja, das du...das du was mit ihnen hattest."

"Ist dir wenigstens bewusst, das es lächerlich ist?"

"Lena hat gesagt, du hast Layla mal geliebt." Sie klang hochnäsig.

"Willst du Layla die Augen auskratzen, oder was?" fragte ich, auch wenn ich nichts dagegen hättte.

"Ich würd sehr viel tun wollen." murmelte sie in ihr Kissen.

"Sag mal, Baby...warum habt ihr Frauen untereinander eigentlich immer so viel Stress und Zickereien?" fragte ich.

"Was?" fragte sie überrascht.

"Frauen untereinander. Ihr kratzt euch fast die Augen aus. Warum?"


Jennica

Ich starrte Luke verblüfft über diese Frage an. Dann knallte die Zimmertür auf und Lena rauschte ins Zimmer.

"Geh weg, Lena. Wir wollen schlafen." sagte Luke.

"Erstens, Frauen gehen aufeinander los, weil sie in anderen Frauen Rivalinnen sehen. Erinnerst du dich noch, als Layla dich im Schuhgeschäft in die Mangel genommen hat? Jenny hat in ihr 'ne Rivalin gesehen und wurde eifersüchtig und ich bin traurig, das du sie nicht wirklich erstochen hast."

"Dann müsstest du ja eigentlich auch nicht mit Jennica klarkommen. Oder mit Celeste."

"Das, Luckey, sind keine Rivalinnen. Weil die ihre eigenen Kerle haben. Okay, ja, gut, ich habe Jenny am anfang nicht gemocht, aber hey, ich dachte, sie ist ein Silberblick."

"Was wolltest du hier?" fragte ich müde.

"Mitteilen, das Zachary und sein Daddy auf der Matte stehen."

Ich sah Luke an, der tief Seufzte. "Nein, jetzt nicht. Sollen morgen wiederkommen."

Lena hob spöttisch eine Braue. "Sie haben mit Sturmklingeln gedroht, wenn du nicht aufkreuzt. Und du willst deinen beiden Mädchen doch ihren Schönheitsschlaf nicht versauen. Außerdem sagen sie, sie wollen sich nicht von dir auf der Nase rumtanzen lassen."

"Warum klingeln sie noch keinen Sturm?" fragte ich.

"Wegen Detective KayJo. Ich hab sie angerufen und sie hält Zachary und seinen Daddy noch hin. So mit Regeln und so was alles bomardieren. Aber du solltest auch mal unten antanzen."

Luke gab ein drohendes Grollen von sich.

"Geh lieber, bevor sie noch irgendwas machen." murmelte ich.

"Vermöbel sie mal. Oder verbanne sie vom Grundstück. Ich habs satt, das andauernd irgendwelche Vollidioten hier aufkreuzen und irgendwas wollen." sagte Lena.

"Vermöble du sie doch, Schwesterherz." sagte Luke und warf seine Decke auf mich.

"Hey!" protestierte ich.

"Ich komme gleich wieder." seufzte Luke und folgte Lena.

Immer diese blöden Typen, die was von Luke wollten, wenn wir irgendwas machen wollten. Auch wenn es sich jetzt 'nur' um schlafen handelte. Verärgert seufzte ich und wühlte mich aus der Decke.
Shireen und Raven schliefen.
Ich ging nach unten. KayJo und Lena standen neben Luke in der Tür. Die Gäste konnte ich nicht sehen. Sollte mir recht sein.

"Hey, meine Süße." murmelte Luke. "Warum bist du nicht oben?"

"Sie war auch dran Schuld, Vater!" rief Zachary, übertrieben laut.

"Wer ist Schuld woran?" fragte ich.

"Sie hat Gwen entführt. Vor fünf Tagen." behauptete Zachary.

"Ähm...Was war vor fünf Tagen?" fragte ich.

"Donnerstag. Da waren wir aber noch in Vancouver. Rufen Sie doch den Alpha dort, Aaron Brooks, an, und fragen ihn." sagte Luke eisig.

"Sag mal, kannst du deinem Daddy eigentlich immer irgendwelchen Scheiß erzählen, den er dir glaubt?" fragte ich Zachary. "Hast du nicht vorhin noch mit Gwen rumgemacht?"

Ich sah zu Luke auf. "Hat er doch, oder? Er hat dich doch gestört. Als du mir...Autofahren beibringen wolltest."

Luke sah zu mir hinunter. "Ich will es immer noch."

Ich hasste es, wenn es so zweideutig klang. Vor allem, nachdem Luke mir ja nicht wirklich Autofahren beigebracht hatte.

Silber (Part 2)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt