Kapitel 89

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Lena

"Der kleine Wolf scheint ganz schön zickig zu sein." bemerkte Zara.

"Und mir war so, als hätte Luke euch rausgeworfen." sagte ich zynisch.

"Hat er." sagte Nicolai. Zara warf arrogant ihre Haare über die Schulter.

"Wir gehen, Zara. Wir sind im Moment nicht erwünscht." sagte Matt und zog Zara zurück.

"Richtig erkannt, Matt." Ich hielt einen Daumen hoch. "Super Kombiantionsgabe, Detective."

"Meistens steigen Schmetterlinge eher in Soziale Berufe ein, nicht in Polizei, Feuerwehr, oder ärztliche Berufe." erklärte KayJo, als sie zu uns kam.

"Ganz genau. Das ist alles viel zu heikel. Wir könnten uns unsere Flügel schmutzig machen." sagte Matt grinsend.

"Ihr Schmetterlinge seid so eitel." schnaubte KayJo und warf die hellbraunen Haare zurück.

"Danke, Süße." Matt zwinkerte ihr zu.

"Passé."

"Rasse?"

"Ein großer, böser Wolf."

"Kannst du ihn vor die Tür setzen? Er ist immer noch hier, obwohl Luke ihn rausgeschmissen hat." motzte ich.

KayJo bugsierte Matt und Zara zur Haustür.

"Die sind so nervig." maulte ich und ließ mich auf die Couch fallen.

"Es sind Schmetterlinge." sagte Anika mitfühlend.

"He, äh, Leni? Kommst du auch schlafen? Cathy will nicht ohne dich schlafen." sagte Christoph.

"Ich komm gleich." murrte ich.

"Gut. Ich warte oben."

"Tu das."

"Ist bei dir und  Christoph alles okay?"

"Das, was alles so passiert ist, war in letzter Zeit ein bisschen viel auf einmal. Es liegt nicht an ihm. Ich bin..."

"Kaum zur Ruhe gekommen." beendete KayJo. Ich starrte sie lediglich an.

"Jake sagt auchh immer, ich muss mehr zur Ruhe kommen, mich entspannen... Aber meistens kommt dann meine Arbeit dazwischen...Zuerst sollte ich einen Verkehrs-Unfall aufklären, dann kam Jake, dann das Silberblicke sich hier in den Gegenden rumtreiben. Und jetzt...sie haben den Jahrmarkt gestört."

"Und deine Zeugen schlafen beide." Ich schnaubte. "Ich gehe dann auch mal ein bisschen schlafen. Ihr habt hier Zimmer?"

"Ja. Christoph hat uns welche gezeigt." sagte Anika.

"Gut. Gut. Dann..."

"Erhole dich gut." sagte Anika. Ich nickte und ging die Treppen hoch in mein Schlafzimmer.


Jennica

Ich wurde wach, weil ich glaubte, von irgendwo tief runterzufallen.
Ich fuhr hoch. Luke war nicht da. Die Zwillinge auch nicht. Bei Luke hatte ich jedoch ein schlechtes Gefühl. Ich wusste nicht, wie spät es war, oder was wir für einen Tag hatten. Luke. Etwas war mit ihm.
Ich wälzte mich aus dem Bett und suchte die anderen Zimmer ab. Dabei weckte ich Lena, Christoph, Nicolai, Anika, Celeste und Erik. Luke war nicht da.

"He, Jenny, was ist los?" fragte Lena, völlig verschlafen und entnervt.

"Ich...ich weiß nicht. Ich bin aufgewacht und Luke war nicht da, und ich hab ein schlechtes Gefühl..." Ich rannte die Treppe hinunter und guckte im Wohnzimmer und der Küche. KayJo war mit Catherine, Raven und Shireen in der Küche.

"Hast du Luke gesehen?"

"Das ist schon eine ganze Weile her...paar Stunden...was ist denn?"

"Wollte er irgendwo hin? Weißt du das?"

"Mommy, ist alles okay?" fragte Shireen.

"Jetzt nicht, Baby. Wo wollte Luke hin?"

KayJo zuckte mit den Schultern. "Hat er nicht gesagt. Er ist rausgegangen. In den Wald. Als Wolf."

"Beruhige dich, Jennica. Luke wird nichts passiert sein."

"Ihm ist etwas passiert. Ich weiß es." winselte ich.

"Wenn es dich beruhigt, können ja Christoph und Erik Luke suchen gehen." sagte Lena. Sie ging mit Erik und Christoph zur Haustür.

"Ihr müsst gucken, ob ihr ihn findet, manchmal will er nicht gefunden werden.  Aber guckt, ob ihr ihn vielleicht findet."

"Ich glaube ihr. Luke ist vermutlich etwas passiert." sagte Christoph leise.

"Und ich bin müde! Also mach, das ich schnell wieder schlafen gehen kann." motzte Lena ihn an. Ich schluckte.

"Warum glaubst du, das Luke etwas passiert ist?" fragte KayJo und drückte mich in einen Sessel.

"Na ja, weil..." Ich aufgewacht bin und er nicht da ist, wie sonst immer. Und er niemandem gesagt hat, wo er hingeht. Vielleicht übertreibe ich auch nur. Er ist ein Kerl. Vielleicht will er auch nur mal Zeit für sich allein haben.

"Du zweifelst gerade an dir." bemerkte KayJo und setzte sich mir gegenüber hin.

"Na ja....ja." Ich ließ die Schultern hängen.

"Zweifelst du auch an seiner Liebe zu dir?"

"Was?"

Lena und Anika gesellten sich zu uns.

"Glaubst du manchmal, das Luke dich gar nicht wirklich liebt?"

Ich kam mir vor, wie bei einem Verhör; als wäre ich eine Verbrecherin. Dann fiel mir ein, das KayJo Detective war.

"Es kann manchmal echt schwer sein, eine Alpha-Gefährtin zu sein." sagte Anika. "Natürlich zweifelt man als einfaches Wesen manchmal die Liebe von einem Alpha an. Alphas werden schließlich respektiert. Und teils auch gefürchtet. Mach dir keinen Kopf. Luke liebt dich über alles. Und wenn du sagt, ihm ist was passiert, dann stimmt das vermutlich."


Silber (Part 2)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt