Chiara
"Er hat gerade das Soulmate meines Bruders beschrieben!"
"Falls du angegriffen wirst und stirbst...Nope. Ich hab keinen Bock vom Alpha zur Schnecke gemacht zu werden." sagte Kylie, dann nahm sie sich ein Kaugummi und begann, schmatzend zu kauen.
"Und falls sie es tatsächlich ist und du sie abweist? Sie jetzt irgendwo draußen rumrennt? Vielleicht wieder nach Denver, jetzt, wo wir Luke gerade hier haben."
"Nicht wir haben ihn hier. Du hast ihn hier. Ich hab nie drum gebeten, das du auftauchst."
"Na und? Meinetwegen bist du Beta!"
"Und?"
"Du kannst andere herumkommandieren."
"Du nicht." stellte sie fest, machte eine Kaugummiblase und ließ sie platzen. Ich zuckte leicht zusammen. Kylie verdrehte die Augen.
"Keinerlei Autorität. Keine Ausstrahlung. Du wirkst wie 'ne schüchterne Vorstadt-Tussi, die sich alles gefallen lässt."
"Ich wollte nie ein Rudel leiten. Als Alpha-Gefährtin."
"Bis jetzt haste ja noch nich viel gemacht."
"Was hast du gegen mich?"
"Keine Ahnung. Ach übrigens," sie setzte sich auf einen Barhocker an der Bar, zog einen Aschenbecher ran und kramte nach einer Zigarette und Feuerzeug.
"Ja?" fragte ich müde.
"Ich hatte vor fünf Jahren mal was mit dem Alpha."
"Mit Aaron?!"
"Gibt hier nur einen Alpha."
"Warum?"
"Keine Ahnung. Er ist zu mir gekommen und wollte vögeln. Hat mir sogar Geld gegeben. Und ich konnte mal was normales Essen."
"Wann....vor fünf Jahren?" fragte ich.
"Irgendwann im Herbst. Winter auch noch. Im Frühling hab ich dann Erin getroffen."
"Wusstest du erst,als du Erin getroffen hast, das du lesbisch bist?"
"Nein."
Eine weile schwiegen wir.
"Aaron wusste auch, das ich lesbisch bin. Wir hatten trotzdem was. Ich hatte mich von meiner damaligen Freundin getrennt, und du bist ihm gerade weggelaufen. Er...bezahlte immer, wenn wir Sex hatten. Immer dieselbe Summe. 400 Dollar, in bar. Egal wie lang oder gut der Sex war. Immer 400 Dollar."
"Warum hast du da mitgemacht?"
"Weil ich Scheiß Junkie-Eltern hab, die nix auf die Reihe kriegen und augenscheinlich schon tot sind. Mein Dad bekommt nicht mal 'ne Dose Ravioli auf. Dieses Geld hat mir geholfen. Ich hab mich seinem Rudel angeschlossen. Und...nun ja. Wir dürfen hier im Rudelhaus leben.....durften. Nachdem du eingezogen bist, hat er alle rausgeschmissen."
"Er meinte zu mir, er würde noch eins bauen lassen."
"Erinnere ihn morgen nochmal dran." Kylie hüpfte auf den Bartresen, sprang hinter die Bar und ging an den Kühlschrank.
"Alkohol oder Energy? Oder ein Misch aus beidem?"
"Kein Alkohol." sagte ich.
"Du musst mehr Druck in deine Stimme legen. Wahlweise auch wut." riet Kylie und zog eine Dose Energy Drink aus dem Kühlschrank.
Drei Wölfe, mit zwei Panthern und einem kleinen Wolf stürmten ins Wohnzimmer.
"Warum sind da Panther bei?! Aaron wird mich zerfleischen, wenn er das erfährt." rief Kylie von der Bar.
"Vielleicht hätte ich dir doch den Alkohol geben sollen. Dann hättest du 'ne Ausrede." bemerkte ich.
"Ich brauch lange, um voll zu werden. Und dann ist mir auch alles egal." sagte Kylie und kam zur Couch.
"Was kann ich für euch tun? Nein, unser Alpha ist noch nicht da." sagte Kylie gelangweilt und ließ sich auf die Couch fallen.
Einer der Panther machte Anstalten, sich zurückzuverwandeln.
Es war eine junge, blonde Frau.
"Wir wollten nur die kleine Wölfin herbringen. Wir haben sie auf einem Rastplatz gefunden, an ein Wohnmobil gekettet. Sie hat meine Nichte gerettet. In Denver. Auf dem Rummel. Sie hat geblutet. Aus Mund und Nase. Ein bisschen aus Augen und Ohren. Wir haben sie mitgenommen. Sie gehört nicht angekettet an ein Wohnmobil. Sie erzählte, das Silberblicke sie mitgenommen haben. Sie wollten nach Vancouver. Die Silberblicke haben uns überholt, also haben wir unsere tierische Gestalt angenommen und sind querfeldein gerannt. Wir sollten sie nur so schnell wie möglich hier abliefern. Wenn Sie nichts dagegen haben, wir müssen jemanden suchen."
"Toll. Was sollen wir mit 'ner Wölfin aus Colorado?"
"Sie können gehen." fiel ich Kylie ins Wort. Kylie schnaubte und verdrehte die Augen.
"Ja, gut. Greg, Deylan, begleitet sie bitte bis zur Grenze unseres Rudels. Sorgt dafür, das sie nicht angegriffen werden." sagte sie klar und deutlich.
Die Frau verwandelte sich wieder zurück.
Der graue und der Gefleckte Wolf wandten sich um. Die beiden Panther folgten ihnen.
Bei uns blieb nur Liam und die kleine, cremefarbene Wölfin, die ängstlich ihr Nackenfell gesträubt hatte und leise winselte.
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Silber (Part 2)
Fantasy[Abgeschlossen] Jennica wurde von einer Gruppe Silberblicke entführt. Luke und sein Rudel versuchen alles, um sie wieder zum Rudel zu bekommen. Das wird allerdings erschwert, da die Silberblicke mit Jennica aus Denver verschwinden. Und Zachary und Q...
