Kapitel 61

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Chiara

Ich sah, wie Dustin Jennica von Luke zurückzog, und dieser in fast derselben Sekunde zuschlug. Jennicas Kopf flog nach links.
Aaron schüttelte warnend den Kopf, als er meinem Blick begegnete.
Ich rannte ins Haus, wo Mom mit Jennicas Zwillingen im Flur stand und hetzte ins Wohnzimmer weiter.
Luke war inzwischen in großer Aufwallung.

"Du solltest draußen bleiben." murmelte Aaron.

"Was läuft hier?" fragte ich.

"Dustin und Luke haben Streit."

Dustin sah erschrocken aus, als Luke an Jennica vorbeiging und Dustin böse anknurrte, das Nackenfell gesträubt und die Zähne böse gefletscht.

"Es bricht einen! Wenn man dem Soulmate etwas tut! Es bricht einen!"

"Dustin, geh jetzt." sagte Aaron und sein Tonfall ließ darauf schließen, das er keinen Wiederspruch duldete.
Dustin rannte fast schon aus dem Haus.
Als er weg war, drehte Luke sich sofort zu Jennica um. Ich ließ mich neben sie fallen.

"Wie gehts dir? Zeig mal."

"Alles okay." murmelte sie.

"Zeig her." Ich zog ihre Hand von ihrer Wange. Lange Kratzspuren zogen sich über ihre Wange. Luke jaulte auf.

"Mir gehts gut." murmelte Jennica und streichelte beruhigend über Lukes Schnauze.

"Verarschen kann ich mich selbst."

"Mir gehts wirklich gut."

"Aber..."

"Chiara." murmelte Aaron. "Du kannst ihr das nicht ausreden. Sie ist selbst eine kleine Alpha-Gefährtin."

Einige Sekunden lang starrte ich Jennica und Luke an.

"Ich geh Taschentücher holen. Willst du auch Pflaster?" seufzte Aaron schließlich.

"Nee, dann seh ich ja doof aus." murmelte Jennica und fuhr mit einem Finger an einem Kratzer entlang.
Luke schnaubte ungläubig und legte seinen Kopf auf ihren Schoß.


Jennica

Ich kraulte geistesabwesend Luke hinter den Ohren. Es war nicht seine Schuld. Die einzige Frage, die ich mir stellte, war: Was hatte Dustin? Was war mit ihm los?

Annina kam ins Wohnzimmer, Aaron folgte ihr mit fünf Packungen Taschentüchern. Übertreiben konnte man auch.

"Was ist passiert? Dustin ist gerade an mir vorbeigelaufen." sagte Annina.

"Alles okay." murmelte ich. Aaron warf mir eine Packung Taschentücher zu. Lena kam rein, mit Alexis und einem Glas Sekt in der Hand.
Luke hob den Kopf und sah Lena vorwurfsvoll an.

"Warum müssen dir die Idioten eigentlich immer dein Gesicht zerkratzen?" fragte sie und starrte auf mich herunter.

"Keine Ahnung. Ich kann keine Gedanken lesen." murrte ich.

 "Wenn das Zira sieht...sie wird alle umbringen. Sie liebt dich. Als Make-Up-Kopf."

"Sie liebt mich als ihr was?!"

"Kennst du die Dinger nicht? Solche großen Barbie-Köpfe, die du nach belieben Schminken und frisieren kannst."

"Ich bin kein Barbie-Kopf!" motzte ich und vergrub mein Gesicht an Lukes Nacken.

"Was bist du sonst für Zira? Sie kann an dir alles mögliche ausprobieren. Kleider, Make-Up, Frisur. Und meistens trifft sie Luckeys Geschmack und er fängt fast an zu sabbern, wenn er dich sieht."

Lukes Ohren drehten sich nach hinten und streiften über meinen Mund. Ich streckte eine Hand aus und zog leicht an Lukes flauschigem Ohr. Er warf mir einen ernsthaft?!-Blick zu. Ich kicherte. Er rollte mit den Augen.

"Hast du mir zugehört?" fragte Lena.

"Er fängt an zu sabbern, wenn Zira mit mir fertig ist?"

"Alexis, warum bist du noch hier?" fragte Aaron sorgfältig.

"Soll ich gehen? Wo ist denn Dustin?" fragte Alexis.

Silber (Part 2)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt