Die Musik dröhnte aus dem Auto. Die Tür war offen und wir saßen an ihm angelehnt auf dem Boden. Den Parkplatz hatten wir hinter uns gelassen und waren auf das Land geflüchtet. An einen Waldrand, den ich nur all zu gut kannte. Früher waren meine Familie und ich jedes Wochenende hier gewesen, dann gab es eine Überschwemmung vor ein paar Jahren und niemand hatte sich darum gekümmert, dass hier aufgeräumt wurde. Bäume versperrten zum Größen Teil den Weg zum Fluss, der Boden war schlammig und auch sonst glich dieser Ort nicht mehr dem was er einmal war. Das beliebte Reiseziel für viele Camper wurde einfach so gelassen wie es war. Anscheinend, so behauptete es zumindest meine Mutter, da das Campen kein Geld brachte und was brachte es dem Stadt Geld zu investieren und keines zu bekommen? Genau, man du bist echt schlau. Es bringt nichts.
Johanna zog an der Zigarette und reichte sie mir hinüber. Dankend lehnte ich ihr Angebot ab, worauf sie nur genervt aufschnaufte. Zum x-ten mal wollte sie, dass ich einen Zug nahm um zum x-ten mal lehnte ich ab. Geredet hatten wir beide noch nicht. Wir waren nur hier her gefahren. Aber selbst das war ein Fortschritt. Wenn auch nur ein winziger.
Ich wusste jetzt das ich ihr Idol war, aber vor einigen Tagen hatte sie mir auch versichert, dass sie es verabscheute. Diese Person, die einfach aufgegeben hatte und sie fast dazu gebracht hatte das selbe zu tun. Bei dem Gedanken zog sich mein Magen zusammen. Ich war die Person, die sie fallen gelassen hatte, wenn auch unabsichtlich. Dabei hatte ich ihr versichert ihr Halt zu sein. Was ich doch für ein Lügner war. Ich nahm die Zeitschrift neben mir in die Hand und blätterte zu Seite 25 vor. Ohne darüber nachzudenken, ohne mich zu fragen, ob es richtig war. Das würde sich nämlich selbst beantworten. Irgendwann zumindest. Eine Doppelseite war mit diesem Thema geschmückt. Mit meinen Worten die ich geschrieben hatte. Eine ganze Doppelseite nur für mich. Ich presste meine Lippen aufeinander und versuchte zu verdrängen, dass es möglicherweise mehr von Johannas Sorte gab. Mehr die dachten sie müssen es mir nachmachen und aufgeben.
Bei näheren Betrachten sah ich einige meiner ersten Artikel die abgedruckt waren, unter ihnen standen Kommentare und daneben ein Bericht über mich. Das Maskenmädchen von dem niemand wusste wer es war. Ob es überhaupt nur jemand war oder ob sich mehr dahinter verbargen. Die Frage 'Warum hat das Maskenmädchen aufgegeben?' zierte mit Großbuchstaben die Seiten. Vermutungen wurden aufgestellt. Sie waren alle so albern. Keine von ihnen war richtig. Nicht annähernd. Die schlimmste aber war, dass ich anscheinend so glücklich war, dass ich es nicht mehr nötig hatte zu schreiben. Sie verspotteten meine Artikel. "Ich muss das wohl gerade stellen", murmelte ich und reichte Johanna die Zeitung, damit sie den Bericht durchlesen konnte. Ihre Augen folgen über die Zeilen und ihr Gesichtsausdruck wurde verstörter. Jeder dieser Behauptungen wurde aus dem nichts gezogen. In meinem letzten Eintrag hatte ich gemeint, dass ich nicht mehr die Person war, die ich zum Anfang gewesen bin. Mehr hatte ich nicht wirklich beschrieben. Diese Menschen drehten mir jedoch jedes Wort im Mund um. Taten so als wär ich ein schlimmer Mensch, nur weil ich aufgehört hatte. "Es ist meine Sache was ich mache. Sie sollten sich da raus halten", murrte ich und nahm einen Schluck aus der Cola Flasche. Alkohol war ab diesem Tag nicht drinnen. Ich musste noch fahren. Irgendwann musste ich doch auch einmal etwas richtig machen. Johanna lachte verspottend auf und zog an ihrer Zigarette. Genug hatte uns Leo ja besorgt und ich hätte sie zweifellos wegwerfen sollen. "Du checkst es nicht oder? Wer ist hier der Erwachsene? Du bist berühmt. Wenn du es wollen würdest wärst du reich geworden. Du bist eine Person der Öffentlichkeit, zumindest dein Blog ist es. Du hast keine Privatsphäre. Sie dürfen das tun." Sie reichte mir die Zeitschrift wieder und ich laß mir die Sätze erneut durch. Mit den gleichen Augen aber trotzdem kam bei meinem Gehirn etwas anderes an. Ich übernahm die Sicht der anderen, die genau das gleiche laßen und ich war schockiert. "Warum denkst du hab ich aufgehört?" Sie strich sich die Haare aus dem Gesicht und warf den Rest ihrer Zigarette vor sich. In ihren Augen spiegelte sich etwas unerklärliches wieder. So etwas wie Trauer. "Ich dachte du wärst gesprungen."
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Der Maskenball (Cro Ff)
Storie d'Amore"Wenn du aufhören würdest daran zu denken, würde es nicht mehr so schmerzen." "Das geht aber nicht. Ich kann nicht." . Ich hielt an der Vergangenheit fest, weil ich Angst vor der Zukunft hatte und die Mas...
