Kapitel 6

670 34 0
                                    

-Julie-

Serina und Cady springen auf, als sie merken, dass Matt und der Typ auf uns zu kommen. Ich bewege mich ebenfalls und stelle mich hinter die beiden. Ich bin froh, dass ich meine Sonnenbrille aufhabe, jetzt kann keiner mein Starren sehen. Hoffentlich. Ich kann nicht anders, aber ich muss ihn einfach ansehen.

Er hat sich den Surfer Anzug bis zu Hüfte ausgezogen und sein Surfboard trägt er unter seinem Arm, es sieht aus als wäre es ein Kinderspiel für ihn. Sind die nicht irgendwie ... schwer? Ich sehe zu wie seine Muskeln an seinem Oberarm spielen und meine Augen wandern an seinem nackten Oberkörper runter. Verdammt, ich bin so froh, dass ich auf Kerle stehe. Er lacht Matt an und perfekte weiße Zähne kommen zum Vorschein. Während er lächelt bilden sich Grübchen und ich kann gar nicht sagen wie gut das aussieht. Je näher er kommt, desto besser sieht er aus.

„Die Party morgen Abend steht doch noch oder?", fragt Serina den Typen, von dem ich die Augen einfach nicht lassen kann. An seinem Kinn entdeck ich kurz Bartstoppeln.

Er hat mich noch nicht wirklich bemerkt, ich stehe auch wie eine schüchterne 12 – jährige hinter dem Mädchen. Er fährt sich durch seine nassen braunen Haare und sieht zwischen den Mädchen hin und her. Leicht nickt er. Ich blicke zum Meer hinaus und konzentriere mich darauf.

„Klar, natürlich. Wir müssen noch zusehen, wie wir etwas zu trinken bekommen.", meint er. Seine raue tiefe Stimme hallt in meinen Ohren und ich schlucke, um die Gänsehaut irgendwie zu verhindern. Aber vergeblich. Ich verschränke die Arme vor der Brust und grabe mit meinen Fuß ein Loch in den Sand. Als ich nichts mehr von ihnen höre und sich ein komisches Gefühl in mir breitmacht, sehe ich wieder zu ihnen. Alle sehen sie mich an. Überrascht werfe ich ihnen Blicke zu.

„Was? Ich bin noch keine 21. Ich gehe auf die Highschool, schon vergessen?", sage ich sofort und hebe abwehrend meine Hände, während ich leicht den Kopf schüttle. Ich werde sicher keinen Alkohol klauen. Aber ich zuhause mal probiert, ging etwas schief.

„Wissen wir, aber hast du vielleicht ältere Geschwister oder haben deine Eltern bisschen was zu Hause?", sagt Matt. Erst jetzt bemerkt er mich und sieht zu mir. Kurz blicke ich zu ihm, gleichzeitig schiebe ich meine Sonnenbrille hoch in mein Haar. Unsere Blicke treffen sich kurz, seine braunen Augen blitzen auf aber ich sehe schnell wieder zu den anderen. Seine Blicke ruhen aber immer noch auf mir, ich spüre sie regelrecht.

„Ich kann mal sehen, was ich tun kann. Vielleicht ist was da.", sage ich und nicke zustimmend.

„Sehr gut. Und ich frage meinen Bruder.", sagt Cady erfreut und nickt.

„Leute, ich muss los. Habe noch was zu erledigen, aber wir sehen uns morgen. Wir machen uns noch aus, wann.", sagt der Surfer Typ. Ich habe beschlossen ihn so zu nennen, seinen Namen weiß ich ja immer noch nicht. Und ehrlich gesagt, ärgert mich das. Aber ich will nicht bei den anderen dumm nachfragen. Vielleicht finde ich es morgen Abend raus. Er macht ein paar Schritte rückwärts und hebt kurz die Hand.

„Bis dann.", ruft ihm Matt noch zu. Ich sehe ihm noch nach, wie er mit seinem Brett davonläuft. Als ich Serinas Stimme höre, reiße ich den Blick von ihm und sehe zu ihr. 

„Ich sollte auch langsam los, ich muss meine kleine Schwester noch von ihrer Freundin abholen.", sagt Serina und seufzt.

„Die hält dich ja ziemlich auf Trab, was?", schmunzelt Matt herum, aber Serina wirft ihm sofort einen genervten Blick zu. Matt hat zu tun, dass ihm das Lachen nicht auskommt. Er macht eine Faust und hält sie vor seinen Mund.

„Oh ja.  Letztens hat sie mir erklärt, dass sie sich zwischen zwei Jungs nicht entscheiden kann und, dass ihr beide nachlaufen. Seid froh, dass ihr keine 14-Jährige Schwester habt.", sagt sie und sieht mich an. Aber ich muss lächeln. Ich hätte gern Geschwister, aber ich bin Einzelkind. Am liebsten hätte ich immer gerne einen großen Bruder gehabt, zu dem ich aufsehen kann, der mich von meiner ersten Party abgeholt hätte und der unseren Eltern nichts verrät, dass ich getrunken hatte.

„Ja aber glaube mir ein älterer Bruder, der sich für einen Besserwisser hält und dich ständig verarscht, ist auch nicht besser.", sagt Cady.

Ich muss Lachen. „Ich wollte immer Geschwister, aber jetzt merke ich welche Vorteile es haben kann, keine zu haben." Ich nehme mein Skateboard und setzte wieder die Sonnenbrille auf.

Wir gehen alle nebeneinander her, kämpfen und durch den Sand und laufen auf den Parkplatz zu.

„Soll ich dich mitnehmen, ich bin mit dem Auto hier, ich wohne ganz oben auf dem Hügel und habe nie Lust, das alles hochzulaufen.", grinst sie und sieht mich an.

Ich muss daran denken, wie weit ich runter gefahren bin mit dem Skateboard und stelle mir gerade vor, das alles bei dieser Hitze hochzulaufen.

„Oh ja sehr gerne.", willige ich ein. Als wir auf dem Parkplatz ankommen, schlagen plötzlich Serina und Matt eine andere Richtung ein.

„Hat mich gefreut Julie, wir sehen uns morgen.", ruft Matt zu und nickt zum Abschied. Auch Serina winkt mir kurz zu und beide drehen sich von uns weg und laufe an den parkenden Autos entlang. Ich sehe ihnen nach und beobachte, wie sie sich anlächeln.

„Sind sie zusammen?", frage ich Cady gerade heraus. Ich folge ihr und laufe neben ihr her. Locker zuckt sie mit den Schultern und wirft mir einen Blick zu.

„Glaub mir, das weiß keiner so genau. Sie hatten länger mal was am Laufen, dann haben sie mehr oder weniger Schluss gemacht, wollten aber dass sie Freunde bleiben. Dann ist Serina immer wieder zu mir gekommen und hat sich ausgeheult, weil er mit anderen Mädchen was hatte. Sie ist nie über ihn hinweggekommen und seit ein paar Wochen sehen sie wieder sehr vertraut aus. Aber ich bin mit bei Matt nicht sicher ob er es ernst meint mit ihr, verstehst du. Er hat mir mal erzählt, dass er keine feste Freundin will, sondern seine Freiheit genießen will. Aber da war er hacke dicht.", sagt sie und beginnt in ihrer Tasche herum zu kramen.

„Aber sagt man nicht meistens die Wahrheit, wenn man betrunken ist.", meine ich und beobachte die Leute am Strand.

„Ja, du glaubst nicht was er mir im Suff schon alles erzählt hat. Deshalb mache ich mir ja Sorgen um Serina, sie läuft ihm nach und er will vielleicht gar nichts von ihr.", meint sie und lächelt zufrieden als sie endlich die Autoschlüssel gefunden hat.

„Und mit ihr reden?", schlage ich vor. Cady wirft mir einen Blick zu.

„Schon alles versucht, aber sie ist die Sturheit in Person." Sie sperrt das Auto auf und ich steige auf der Beifahrer Seite ein. Mein Skateboard klemme ich zwischen meine Beine ein und lege den Gurt an. Cady macht es mir gleich und startet den Jeep.

„Sage einfach an, wo du hinmusst.", sagt sie und biegt auf den Highway.

Wünsche euch einen schönen Samstagabend und viel Spaß mit dem neuen Kapitel. Voten und kommentieren nicht vergessen. :)

Eure SummerOF_Love

SAVE ME (Band 1)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt