Kapitel 39

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R i l e y 

Sie ringt sich zu einem Lächeln durch. „Hey."

„Ich hoffe ich habe dir nicht den Abend vermiest.", sage ich und sehe sie an. Ich kann nicht die Augen von ihr lassen, sie sieht in diesem Licht so wunderschön aus. Mir fällt auf, dass sie die Kleidung von vorhin immer noch trägt. Die schwarze Jeans sitzt verdammt eng. Ich bin mir nicht sicher ob ich sie ihr lieber ausziehen will oder ihre Hintern darin bewundern.

Innerlich schüttle ich den Kopf um diesem Gedanken zu vertreiben, wir sind nur Freunde.

„Nein, ich wäre jetzt bloß in meinem Zimmer gesessen, hätte mir ein paar Folgen einer Serie reingezogen und dann schlafen gegangen. Also nein, ganz im Gegenteil.", sagt sie und mustert mich.

Ich halte kurz ihrem Blick stand, wende mich aber dann von ihr ab und hole mir die kleine Packung und ein Feuerzeug aus der Mittelkonsole heraus. Ich gehe um den Truck herum und setzte mich auf die Ladenfläche. Julie folgt mir und tut es mir gleich. Nun sitzen wir auf der Ladefläche meines Jeeps, mitten in Santa Monica und lassen die Füße baumeln.

„Willst du auch eine?", frage ich sie und halte ihr eine Zigarette hin. Sie blickt darauf und beginnt zu grinsen. „Was?", hake ich nach.

„Ich hätte nie gedacht, dass Riley Conners raucht. Jetzt bin ich überrascht.", sagt sie, lehnt sich nach hinten und stützt sich auf ihren Händen ab.

„Ach ja? Warum das?", frage ich und zünde mir die Zigarette an.

„Ich weiß nicht, du wirkst zu brav. Obwohl ... nein, ich habe dich schon zweimal stock besoffen erlebt, also ist brav das falsche Wort.", meint sie und beobachtet den Qualm, der aus meinem Mund kommt. Verdammt, tut das gut. Ich merke wie sich meine Gedanken beruhigen und ich wieder klarer sehen kann. „Sagen wir, du hast deine Fassade gut aufgebaut. Nach außen hin brav und der perfekte Vorzeigesohn, aber hinter dieser braven Fassade steckt der Junge, der sein Leben genießen will. Oder irre ich mich da?", fragt sie und lächelt leicht.

Ich werfe ihre einen Blick über die Schulter zu und mustere sie. Ich merke wie wir uns in diesem Blick verlieren und keiner wirklich wegsehen will. Was macht sie bloß mit mir?

Ich richte mich wieder nach vorne und ziehe an der Zigarette. Dann blicke ich zu Boden. Ich spüre deutlich ihre Blicke auf meinem Rücken.

„Was ist mit dir?", frage ich stattdessen.

Im nächsten Moment richtet sie sich wieder auf. Unsere Schultern berühren sich fast. „Was soll mit mir sein?"

„Hast du dir eine Fassade aufgebaut oder sitze ich der wahren Julie gegenüber?", sage ich und beobachte ihre Miene. Sie verändert sich kein Stück, stattdessen wendet sie den Blick ab.

„Jeder hat doch eine Fassade oder nicht?", sagt sie leise. „Und jeder hat seine Gründe dafür."

Es wird still zwischen uns. Ich spürte, dass ich nicht fragen soll was ihre Gründe sind. Für mich hat sich stark danach angehört, dass sie von sich selbst spricht. Und plötzlich kommt mir der Gedanke, dass dieses Mädchen irgendetwas mit sich herumschleppt. Aber sobald sie mich anlächelt, sieht sie aus als wäre sie das glücklichste Mädchen überhaupt. Habe ich schon erwähnt, dass ich ihr Lächeln liebe?

„Was war mit Betty? Ihr scheint ja nicht lange dort gewesen zu sein?", bricht Julie das Schweigen. Ich ziehe wieder an der Zigarette und mein Kopf füllt sich wieder mit Gedanken. Mit Gedanken, die ich lieber vergessen will. Aber ich kann nicht.

„Kann ich dir etwas anvertrauen?", rutscht es mir aus mir heraus.

„Natürlich."

Ich bleibe starr sitzen, hebe bloß meinen Kopf und habe die Hände zwischen meinen Beinen gefaltet. Es ist völlig leise um uns herum. Nur das Pochen des Herzens hallt in meinen Ohren wieder.

SAVE ME (Band 1)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt