Kapitel 44

267 22 0
                                        

Ich schiele zu Riley hinüber, der sich gerade die Sonnenbrille aufsetzt und dann die linke Hand am Fenster abstützt. Die rechte Hand hat er auf das obere Lenkrad gelegt. Seine Lippen sind zu einem leichten Lächeln geformt und eine Haarsträhne fällt ihm in die Stirn.

Als er plötzlich seinen Kopf dreht und zu mir sieht, sehe ich sofort weg. Aber ich wette er hat mich ertappt, als ich ihn angestarrt habe.

Die restlichen zwanzig Minuten verlaufen schweigend, nur der Radio läuft lauter als sonst. Riley biegt auf einen überfüllten Parkplatz, aber vor uns parkt gerade ein Auto aus und wir haben Glück. Mit einer geschickten lenkt er mein Auto in die Parklücke.

Ich grinse ihn breit an und klatsche in meine Hände. „Nach deinem Gesichtsausdruck nach zu urteilen, bist du nicht begeistert. Aber da musst du jetzt durch.", sage ich und springe aus dem Auto. Ich gehe zu ihm um das Auto herum. „Ich freue mich gerade wie ein kleines Mädchen, dass ihre erste Barbiepuppe bekommt."

„Dann pass auf, das sie dich nicht ins Kinderkarussell stecken.", scherzt Riley und wir gegen nebeneinander er. Ich kann schon den Pier sehen und eine Unmenge an Menschen laufen neben uns vorbei. Hier herrscht ein reges Treiben und ich muss aufpassen niemanden anzurempeln.

„Sehr witzig.", entgegne ich kühl. „Aber für mich ist das alles neu und ich kenne diese Ort hier nur aus Filmen. Es ist einfach so aufregend."

„Lass mich raten, aus deinem Lieblingsfilm Hannah Montana? Oder wie auch immer die heißt.", murmelt er und steckt seine Hände in den Hosentaschen.

Ich blicke zu ihm hoch und grinse. „Ich bin gerade zu sehr überrascht, dass du die kennst."

Er seufzt. „Ja, ich sollte das nicht zu laut sagen, hast recht."

„Na ja wenigstens bist du heute besser gelaunt, im Gegensatz zu gestern.", meine ich und blicke zum Meer hinaus. Ich spüre seine Blicke auf mir und sehe hastig wieder zu ihm. „Sorry, das hätte ich jetzt nicht sagen sollen.", murmele ich und mustere ihn. Aber es fällt mir schwer, seinen Ausdruck zu deuten, da er immer noch die Sonnenbrille aufhat.

„Schon okay. Ich habe mich wirklich danebenbenommen und ich hätte dich nicht so anbrüllen sollen. Es lag nicht an dir.", sagt er.

„Also ist Sonntagabend vergessen?", frage ich vorsichtig.

Riley seufzt und wirft den Kopf in den Nacken. „Können wir einfach nicht mehr darüber reden. Wir sind uns einig, dass es dumm war. Also lassen wir dieses Thema einfach."

„Okay, okay. Ich wollte nur sichergehen, weil ich nicht will, dass etwas zwischen uns steht.", antworte ich ihm ehrlich.

Plötzlich bleibt Riley stehe und dreht sich zu mir um. Konzentriert mustert er mich, hebt dann seine Hand und hält sie mir hin. „Also, Freunde?"

Ich blicke auf seine Hand hinab und verspüre einen Stich quer durch meine Brust. Die ganze Zeit wollte ich nur das. Dass wir Freunde sind, die einfach Zeit miteinander verbringen und wo Gefühle keine Rolle spielen. Aber dieser Schmerz, der sich in meiner Brust ausbreitet passt nicht mit meinem Verstand zusammen. Wir wissen beide, dass es besser ist, Freunde zu bleiben. Aber meine Gefühle spielen ihm gegenüber verrückt und das kann ich nicht mehr leugnen. Mein Herz pocht jedes Mal, wenn ich ihn sehe und mein Magen ist flau. Ich will in seiner Nähe sein und alles über ihn erfahren. Ich will wissen, welche Musik er hört, was er denkt, was er fühlt.

Aber ich muss das alles zurückstecken und versuchen, es zu ignorieren. Meine Gefühle haben in unserer Freundschaft keinen Platz. Und so wie es aussieht, wollte er mich nur küssen um Betty zu vergessen. Nicht weil er Gefühle für mich hat, sondern nur um über seine Ex-Freundin hinwegzukommen. Er hat mich nie als etwas Anderes gesehen, als eine Freundin von ihm. Ich wäre bloß Mittel zum Zweck gewesen.

SAVE ME (Band 1)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt