Kapitel 19

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-Riley-

Fuck. Ich stecke in der Scheiße. Und zwar so richtig.

Meine Füße zittern und mein Herzschlag geht unregelmäßig. Mein Finger dreht den Radio lauter. Es ist mir egal, welcher Song ertönt, ich will bloß die Gedanken aus meinem Kopf verdrängen. Ich fasse mir an Brust und versuche normal zu atmen, während ich die Augen schließe.

Ich bete regelrecht dafür, dass alles ein Traum ist. Es kann einfach nicht wahr sein. Betty darf nicht schwanger sein. Als sie mir das gestern gesagt hat, wusste ich nicht was ich darauf erwidern sollte. Mit 18 Vater werden ist nicht gerade das Gelbe vom Ei. Verdammt, das war nicht der Plan. Zumindest nicht mein Plan. Ich will unabhängig sein, mein Leben genießen, was erleben und nicht an ein Kind gebunden sein. Dein ganzes junges Leben ist gelaufen und du verpasst die beste Zeit.

Was soll ich bloß meinem Vater sagen? Was werden die anderen über uns denken? Jeder wusste, dass Betty und ich ein Paar waren. Wir haben unsere Beziehung nicht geheim gehalten, wir waren glücklich, warum also verstecken. Also ich kann es nicht abstreiten, dass das Baby von mir wäre. Ich könnte das Betty auch nie antun und sie alleine lassen. Es gehören immer zwei dazu. Fuck, ich kann das nicht.

Ich öffne meine Augen wieder und sehe, dass neben mir ein Auto parkt. Ich selber sitze immer noch in meinem Auto das auf dem Parkplatz der Schule steht. Das Auto neben mir ist ein dunkelgrauer Jeep und hinter dem Steuer entdecke ich Julie. Sie hat mich noch nicht bemerkt, stattdessen kramt sie auf den Beifahrersitz in ihrer Tasche herum. Ich sehe ihr zu, wie sich ihre Stirn in Falten legt und sie sich nervös auf die Lippe beißt. Ich stelle mir vor, plötzlich auf eine neue Schule gehen zu müssen und keine Freunde mehr zu haben, sondern nur gleichaltrige neben dir, die dir fremd sind. Plötzlich stelle ich mir die Frage was schlimmer ist. Alleine auf eine neue Schule gehen oder mit 18 Eltern werden? Beides ist scheiße aber ich finde, ich habe die Arschkarte gezogen.

Ich beobachte sie immer noch wie ein Stalker. Im nächsten Moment hebt sie ihren Kopf und unsere Blicke treffen sich. Sofort beginnt sie zu lächeln und mustert mich einen Moment. Aber ich wende den Blick von ihr und hoffe inständig, dass mir keiner ankennt, wie scheiße es mir geht. Ich ziehe den Schlüssel aus der Zündung und öffne die Türe. Meinen Rucksack zerre ich noch von dem Beifahrersitz und steige schließlich aus dem Auto aus.

„Hey.", vernehme ich Julies Stimme hinter mir und ich drehe mich zu ihr um.

„Hey." Ich versuche wirklich nett zu sein, aber meine Stimmung ist seit gestern tief gesunken. Jeder andere Mann würde sich freuen Vater zu werden, aber ich kann diese Freude einfach nicht spüren. Ich schaffe es nicht. Gestern haben ich Betty einfach alleine zurückgelassen und bin gegangen. Mat habe ich eine kurze Nachricht geschickt, dass ich es eilig hätte und bin nach Hause gefahren. Dann lag ich zwei Stunden in meinem Bett und habe die Decke angestarrt.

„Alles okay? Du siehst irgendwie ... scheiße aus.", fragt sie und mustert mich schief. Ich sperre mein Auto ab und laufe neben Julie her.

„Ich respektiere ja ehrliche Menschen aber das kam etwas zu direkt.", sage ich und sehe zu ihr.

„Tut mir leid, aber du bist total blass im Gesicht und siehst voll fertig aus.", sprudelt es sofort aus ihr heraus. „Schlecht geschlafen?"

Langsam nicke ich. „Ja. War ne scheiß Nacht."

„Vielleicht sollte ich ja nicht nachfragen und eigentlich geht es mich ja überhaupt nichts an, aber ist alles okay wegen deiner Exfreundin?", hakt sie weiter nach.

Ich bleibe stehen und seufze leise. Julie sieht mich verwirrt an. „Kannst du mir einen Gefallen tun? Frag nicht mehr nach Betty nach, ich komme schon klar."

Zögerlich nickt sie. „Tut mir leid."

„Und hör auf dich ständig zu entschuldigen.", sage ich muss aber leicht zu grinsen beginnen.

„Tut mir ... Okay, ich hör schon auf.", sagt sie hastig und lächelt nervös.

Ich wende mich grinsend von ihr ab und bin froh, dass sie neben mir ihr Auto geparkt hat. Kurz habe ich vergessen, wie mein Leben gerade den Bach runtergeht.

„Konntest du das Fach wechseln?", fragt sie und läuft neben mir her.

Ich drehe den Kopf zu ihr und sehe sie verwirrt an. „Was?"

„Na du wolltest doch den Gesichte Kurs sausen lassen, und wechseln?", erklärt sie weiter. Das hatte ich völlig vergessen. Shit. Ich wollte es gestern noch nach der Schule machen aber ich war mit meinen Gedanken schon wieder ganz wo anders.

„Fuck, ich hoffe es ist noch nicht zu spät dafür. Ich habe es gestern total vergessen.", sage ich und sehe auf den Eingang der Schule. Wenn ich das jetzt noch erledigen will, sollte ich mich beeilen. „Julie, ich lass dich ungern alleine aber ich muss los. Wir sehen uns später."

Ohne auf ihre Antwort zu warten, laufe ich los. Eilig haste ich durch die Gänge der Schule bis ich endlich im Sekretariat ankomme. Normalerweise sind zu Schulbeginn immer eine Menge Schüler davor, aber ich habe Glück. Es stehen bloß zwei hier. Ich stelle mich also hinter sie und hole mein Handy hervor. Ich rufe aus Langweile Facebook auf und scrolle durch die News. Nichts besonders, ein paar Freunde haben noch Urlaubsbilder reingestellt und ein paar lustige, aber auch idiotische Videos erscheinen.

„Du kannst rein.", höre ich jemanden sagen. Ich sehe auf und merke, dass ich an der Reihe bin. Ging ja schnell. Also trete ich ein und sehe mich um. Eine junge Assistentin lächelt mich nett an und streicht sich das Haar hinters Ohr.

„Was kann ich für dich tun?", sagt sie mit ihrer hohen Stimme. Aber in dem Moment in dem ich was sagen will, wird hinter mir die Türe aufgerissen und meine Exfreundin sieht mich überrascht an. Verfolgt sie mich?

Zögerlich lächelt sie mich an. Aber als ich ihr Lächeln nicht erwidere erlischt ihres wieder und sie kommt einen Schritt auf mich zu. Mein Blick haftet kurz auf ihrem geischt aber ich muss auf ihren Bauch runter sehen. Als sie meinen Blick bemerkt sehe ich schnell we und konzentriere mich auf die junge Dame vor mir.

„Was machst du hier?", fragt sie mich und forscht mein Gesicht aus. Ich presse meine Lippen zusammen und überlege ob ich ihr eine Antwort schuldig bin, eigentlich nicht. Trotzdem sage ich ihr, warum ich hier bin. Immerhin ist sie der Grund dafür.

„Ich will mich vom Geschichte Kurs abmelden.", sage ich. Die Assistentin sieht zwischen uns hin und her und lauscht unsere knappe karge Unterhaltung.

„So ein Zufall, deswegen bin ich auch hier.", sagt Betty und ich sehe wieder zu ihr. Bevor ich was sagen kann, redet sie weiter. „Hör zu, ich weiß du magst Gesichte sehr also lass mich den Kurs wechseln. Das bin ich dir schuldig."

„Betty, du bist mir nichts schuldig.", sage ich kalt. Ich überlege ihren Vorschlag. Sie hat recht, ich mag Geschichte.

„Riley du kannst gehen, ich mach das hier schon.", bietet sie mir an und lächelt schwach. Ich erwidere kurz ihren Blick, wende mich dann von ihr ab. Bevor ich den Raum verlasse, halte ich nochmal inne und drehe mich zu ihr um.

„Betty?"

Hastig dreht sie sich um und ich sehe ihr in die Augen. Kurz sehe ich so etwas wie Hoffnung darin aber ich ignoriere es schnell wieder. „Ja?"

„Geht es dir gut? Also ich meine wegen ... naja du weißt schon.", frage ich zögerlich. Plötzlich werde ich nervös, aber ich habe keine Ahnung warum. Vielleicht wegen der Tatsache das Betty schwanger ist und das von mir. Und ehrlich gesagt will ich es nicht laut aussprechen, weil ich dann das Gefühl habe das es real ist. Es ist real aber verdammt, wenn ich daran denke ist das einzige was ich verspüre Angst und Panik.

Lächelnd nickt sie. „Ja, soweit geht es mir gut. Mach dir keine Sorgen." Ich nicke etwas du verlasse aber dann den Raum.


Hallo meine Lieben, es ist endlich Sommer. Also werde ich wieder mehr Zeit haben. Ich hoffe euch gefällt es, viel Spaß.


Eure SummerOF_Love



SAVE ME (Band 1)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt