Kapitel 38

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R i l e y

„Willst du dich nicht wieder setzten?", höre ich Bettys Stimme laut und deutlich. Aber ich ignoriere sie, ich muss Julie nachsehen. Sie eilt gerade aus auf die Türe zu, dort angekommen stemmt sie sich mit ihren Händen dagegen und verschwindet. Als ich sie gesehen habe, hat sich mein Magen umgedreht und mein Herz setzte kurz aus. Ich freute mich sie zu sehen, aber nicht hier. Nicht wenn Betty neben mir steht.

Ich musste den ganzen Tag immer wieder mal an sie denken. Nach gestern hat sich irgendetwas in mir geändert. Nur muss ich mir darüber noch klarwerden, was genau. Den halben Nachmittag saß ich bei meiner Mutter im Krankenhaus. Sie lag so friedlich neben mir und schlief, während ich ihre Hand gehalten habe. Es tut gut sie wieder öfter zu sehen. Jetzt wo ich mich mit dieser Situation abgefunden habe, fällt es mir leichter sie anzusehen und mit ihr zu reden obwohl sie nicht antworten kann. Aber ich habe ihr ziemlich viel erzählt. Dass ich mich von Betty getrennt habe, dass sie von mir ein Baby erwartet und, dass ich Julie getroffen habe. Wenn ich genauer darüber nachdenke habe ich ihr ziemlich viel von Julie erzählt. Es tat gut das alles jemanden zu erzählen. Ich spürte, dass sie mir zuhörte.

„Riley?" Ich stehe immer noch und sehe zum Eingang. Hastig drehe ich mich zu Betty um.

„Hm?"

„Willst du dich nicht setzten?", fragt sie unruhig und deutet auf den Platz gegenüber. Ich sehe sie an und überlege wirklich ob ich wieder verschwinden soll. Sie hat mich heute Morgen angerufen und gefragt ob wir reden können. Ich wusste, dass wir reden müssen und ich wollte es schnell hinter mich bringen. Also habe ich vorgeschlagen, dass ich sie abhole und wir hierherfahren.

Ich ergreife die Lehne des Stuhls und setzte mich. „Es war ein Fehler heute hier her zu kommen.", murmle ich leise vor mich hin.

„Meinst du das nur wegen ihr?", fragt Betty und sieht mich über die Kerze hinweg an. Ich erwidere kurz ihren Blick, konzentriere mich aber dann auf die Serviette. Alleine die Tatsache bestätigt, wie Betty das Wort ihrbetont, dass die beiden bereits die Fronten abgesteckt haben.

„Nein.", sage ich knapp. „Halte Julie da raus."

„Würde ich gerne aber ich habe das Gefühl, dass ich das nicht kann. Steht ihr euch nahe?", hakt sie weiter darauf rum. Betty weiß nie, wann es genug ist.

Ich mustere sie und ignoriere ihre Frage. Es geht sie nichts an, wie nahe wir uns stehen. Stehen wir uns überhaupt nahe? „Über was willst du reden?"

Betty seufzt und richtet sich in ihrem Stuhl auf. „Willst du denn nicht reden?"

„Doch schon. Aber ich lasse es dir über wie wir dieses Gespräch gestalten.", sage ich und zucke mit den Schultern, während ich sie mustere. Erst jetzt fällt mir auf, wie stark sie geschminkt ist. Ihre Haare sitzen perfekt aber es wirkt unnatürlich. Sie hat sich immer schon gerne aufgebretzelt und gezeigt was sie zu bieten hatte. Und ich glaube so hat sie mich auch um den Finger gewickelt bis ich sie das erste Mal geküsst habe.

„Riley ich bitte dich. Ich weiß, dass es zwischen uns nicht einfach ist aber wir bekommen ein Kind zusammen. Wir sollten versuchen die Sache ernst zu nehmen und na ja vielleicht gibst du auch uns wieder eine Chance.", sagt sie und legt plötzlich ihre Hand auf meine. Ich starre darauf und ziehe sie weg.

„Sind wir deshalb hier? Dass du mir schöne Augen machen willst um mich wieder rumzukriegen?", sage ich und starre sie an. Was denkt sie sich bloß? Dass ich das mit Jason vergessen soll?

„Nein, natürlich nicht.", sagt sie empört und schüttelt etwas den Kopf. Aber ich weiß, dass sie lügt. „Ich möchte einfach mit dir reden und dir zu verstehen geben, dass mir das alles wirklich schrecklich leidtut."

SAVE ME (Band 1)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt