Kapitel 15

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-Riley-

Ich hasse den ersten Schultag. Der war immer schon scheiße und ich spüre, dass er heute genauso sein wird. Außer mein aller erster Schultag, der war okay. Das war ein schöner Tag, da hat mich Dad auf ein Eis eingeladen und wir sind zum Santa Monica Pier.

Aber jetzt schlendere ich hier durch den Gang der Schule zu meinem Spind und räume die Bücher rein. Mein letztes Jahr. Ich kann es kaum erwarten hier nicht mehr her kommen zu müssen. Ich verstehe nicht wie Leute aus aller Welt hier her kommen wollen und glauben, das ist es. Ich will hier bloß weg, weg von allen und was von der Welt sehen. Das einzige dumme dabei ist, dass meine Freunde hierbleiben wollen. Wegen ihnen bin ich auch noch hier und kann es ganz gut aushalten.

Zu diesen Freunden hat auch Betty gehört. Aber jetzt nicht mehr. Seit Tagen schleiche herum wie ein Geist. Ich wette, ich sehe auch so aus. Blass, Augenrinne und einfach scheiße. Ich dachte ich stecke es leichter weg, aber anscheinend nicht. Sie fehlt mich wirklich, aber auf der anderen Seite hasse ich sie so sehr. Dafür, dass sie mich betrogen hat und ich habe es in ihren Augen gesehen, es tat ihr nicht mal so sehr weh wie mir. Für sie war es ziemlich easy mit Jason ins Bett zu hüpfen und eine einjährige Beziehung in den Sand zu setzten. Und ich dachte, ich kenne sie in und auswendig.

Ich knalle den Spind zu. Aus meiner Mappe krame ich einen Zettel hervor um nachzusehen, was meine erste Stunde ist. Geschichte. Also mache ich mich auf den Weg in dem angegebenen Saal. Währenddessen hole ich mein Handy hervor und sehe darauf. Nichts. Wie gesagt, ich hasse den ersten Schultag, er ist immer scheiße.

Die Leute auf den Gängen werden weniger, aber auch ich komme vor dem Raum an. Vor mir schlendert ein Pärchen hin den Saal und ich muss abbremsen, um ihnen nicht von hinten hinein zu laufen. Ich seufze etwas genervt auf, weil sie glauben alleine zu sein. Sie haben jeweils den Arm um den anderen geschlungen und er flüstert ihr etwas ins Ohr. Im nächsten Moment kichert sie übertrieben auf und ich muss fast kotzen. Betty und ich waren nie so. Als wir es endlich in den Raum geschafft haben, blicke ich mich um. In der vorletzten Reihe ist noch ein Platz frei neben ... nein, das kann jetzt nicht wirklich passieren. Warum? Warum passiert mir immer so eine verdammte Scheiße? Ich starre sie an und ein paar Sekunden später hat auch sie mich entdeckt. Sie sieht überrascht aus und ich stöhne genervt auf. Frustriert fahre ich mir durch die Haare und nehme einen tiefen Atemzug. Während ich auf den Platz zu gehe, spüre ich ihre Blicke auf mir. Aber ich starre bloß an ihr vorbei. Ich kann und will sie nicht ansehen. Ich lasse mich auf den Platz neben ihr nieder du presse meine Lippen aufeinander. Im Augenwinkel sehe ich wie sie immer wieder den Kopf zu mir dreht und sich schließlich etwas zu mir rüber lasst.

„Riley, ich wusste nicht, dass du auch in diesem Kurs bist.", zischt sie neben mir. Ohne sie anzusehen, verdrehe ich die Augen. Klar, sie versucht hier gut dazustehen.

„Lass es stecken, Betty. Lass es einfach gut sein. Wir werden das Jahr schon überstehen fast jeden Tag nebeneinander zu sitzen und so zu tun als wäre nichts passiert. Es ist ja nichts passiert, nicht wahr?" Ich reiße den Kopf zu ihr und starre sie an. Ihr Mund steht leicht offen und ihre Augen mustern mich besorgt. Wenn ich genau hinsehe, kann ich erkennen, dass sie feuchte Augen hat. Aber das ist mir egal.

„Riley, du weißt, wie sehr es mir leidtut.", flüstert sie. Ich stöhne auf und schüttle den Kopf, während ich wieder nach vorn blicke. Fuck, ich kann das nicht hören.

„Spar dir deine dämlichen Entschuldigungen, wenn sie nicht mal ernst gemeint sind. Ich habe auf das keine Lust."

„Riley, ich ..."

„Nein, spars dir. Lass mich in Ruhe, ich will von dir nichts mehr wissen. Ich bin fertig mit dir." Meine Stimme war etwas zu laut, das mich ein paar ansehen und sich zu uns umdrehen. Aus Bettys Auge kommen ein paar Tränen, aber sie lassen mich kalt. Es ist mir egal und ich bin gerade richtig stolz auf mich, dass Hass übersiegt. Nie im Leben werde ich mich wieder auf sie einlassen. Sie hat mich verletzt und ist auf meinem Herz herumgetrampelt, als wäre das in Ordnung. Aber das war es nicht und ich werde es ihr auch nicht verziehen. Und ihre Entschuldigungen und falschen Tränen kann sie sich sonst wo hinschieben.

Ich bin heil froh, als die Stunde vorbei ist und ich endlich wegkann. Weg von Betty.

Ohne mich nochmal zu ihr umzudrehen, schlängle ich mich an den ganzen Leuten und dem verliebten Pärchen vorbei. Ich hoffe so sehr, es ist der einzige Kurs mit ihr. Ständig mit ihr in einem Raum eingesperrt zu sein, macht mich verrückt. Ich bin ja über mich selbst überrascht, die letzte Stunde so gut durchgehalten zu haben. Immer wieder habe ich ihre Blicke auf mir gespürt, aber ich habe mich so verzweifelt auf die Worte des Professors konzentriert, dass ich kurz mal vergessen habe wer neben mir sitzt. Wenn ich so weitermache, werde ich vielleicht noch Vorzeigeschüler in Geschichte und bekomme eine eins. Oder ich wechsle den Kurs. Das wäre ja mal eine gute Idee, ich wechsle einfach den Kurs.

Der restliche Vormittag verging relativ schnell. Ich Englischer Literatur habe ich neue Professorin. Die vorherige haben sie wahrscheinlich endgültig in die Klinik eingeliefert. Die hatte nen Dachschaden und war einfach verrückt. Aber die neue ist ganz okay.

Während ich mich auf den Weg zur Cafeteria mache, da mir Matt ne SMS geschickt hat ich soll heute in die Cafeteria kommen, überlege ich wie, ob es einfach wäre den Kurs zu wechseln. Ich hoffe einfach so sehr, dass es noch möglich ist. Es ist erst der erste Tag, es muss einfach klappen.

„Pass mal auf, du Idiot." Ich bin zu schnell um die nächste Ecke gebogen und in jemanden hineingerannt. Aber bevor ich den Typen von vorne sehen kann, erkenne ich die Stimme. Der Tag wird schlimmer und schlimmer. Ich wusste es.

Jason dreht sich um und sieht mich wütend an. „Riley, du Idiot." Zischt er und mustert mich. Ich weiß nicht ob ich ihm lieber eine reinhauen soll oder einfach weitergehen, weil er mir so am Arsch vorbeigeht.

„Geh mir aus dem Weg.", sage ich und erwidere den Augenkontakt. Aber Jason denkt nicht daran, stattdessen baut er sich vor mir auf und verschränkt die Arme vor der Brust. Soll ich jetzt etwa Angst bekommen und Respekt zeigen? Aber ich kann nicht anders und muss lachen.

„Lass das, du musst hier niemanden etwas beweisen, wir wissen alle, dass du nicht ganz dicht bist. Also komm wieder runter und geh mir aus dem Weg." Aber er denkt nicht dran. Sein Gesicht ist plötzlich völlig wutverzerrt und auf seiner Stirn bilden sich Falten. Im nächsten Moment holt er mit seiner Faust aus, aber ich schnappe sein Handgelenk und hindere ihn, mir eine zu scheuern. Überrascht über meine schnelle Reaktion sieht er mich an. Ich komme ihm näher und sehe ihm in die Augen.

„Pass mal auf, Cooper. Wenn es hier immer noch um Betty geht, hast du gewonnen. Du hast sie und ich will sie nicht. Also warum kapierst du es nicht und nervst jemanden anderen? Und wenn du mich nicht in Ruhe lässt und du dir nicht jemanden anderen suchst den du das Leben versaust, mache ich dir die Hölle heiß. Ich schwöre es dir Cooper, unterschätze nie deinen Feind." Ich lasse sein Handgelenk los, starre ihm nochmal kurz in die Augen um ihm klar zu machen, dass ich keine Scherze mache und es ernst meine. Dann wende ich mich von ihm ab und lasse ihn stehen.

Fuck, wie mich der Typ aufregt. Alleine die Tatsache, dass Betty ihn mir vorgezogen hat bringt mich auf die Palme. Was findet sie an ihm? Der benimmt sich wie der letzte Idiot und glaubt der Frauenheld hier an der Highschool zu sein. Er ist ein Angeber und Spinner. Mehr nicht.

Endlich! Ich hab das Schreiben echt vermisst, aber heute habe ich wieder Zeit dafür gefunden. Hoffe es gefällt euch. Viellicht lässt ihr mir eure Meinung da. Bis bald.

Eure SummerOF_Love

SAVE ME (Band 1)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt