R i l e y
Völlig verwirrt bleibe ich alleine im Wohnzimmer zurück. Lasse mich aber dann auf die Couch fallen und vergrabe mein Gesicht in den Händen.
Erst jetzt wird mir so richtig klar, wie wenig ich über Julie weiß. Und das macht mir Angst. Ich weiß so wenig über sie, aber sie ist mir verdammt wichtig geworden. Sie hat mir bloß erzählt, dass sie jetzt bei ihrer Tante lebt, weil ihre Eltern geschäftlich zu viel unterwegs sind.
Aber das was sie vorhin gesagt hat, geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Ich will zu gerne wissen, was ihr angetan wurde, von wem sie so sehr verletzt wurde. Ihre Augen waren voller Traurigkeit und ihre Stimme zitterte.
Aber es ist zu spät. Ich bin keine, die dasitzt, die Klappe hält und dumm zusieht, was man mir alles antut. Das war ich lange genug.
Ich krame mein Handy hervor und wähle ihre Nummer. Es klingelt ... aber sie hebt nicht ab. Shit. Ich bin ein Vollidiot. Ich hätte sie nicht gehen lassen sollen, sondern sie an mich ziehen und versuchen sollen sie zu beruhigen.
Aber es ist zu spät.
Ich versuche es noch ein paarmal, sie zu erreichen. Aber vergebens. Fuck.
J u l i e
Meine Hände zittern und das ärgert mich. Die Tränen sind wieder getrocknet, aber ich bin immer noch aufgelöst. Ich kann es mir nicht richtig erklären, aber diese innere Panik überkam mich wieder. Ich war der festen Überzeugung, dass ich Jackson vergessen kann, die Dinge die er mir angetan hat, aber ich kann es nicht. Und das schlimmste an dieser so schon absurden Situation ist, dass ich ihn doch vermisse. Irgendwie. Ich kann mir dieses Gefühl nicht erklären.
Ich dachte, wenn ich von Calgary wegkomme, kann ich neu anfangen und all das vergessen. Aber ich schaffe es nicht. Jackson ist immer noch in meinem Kopf. Immer wenn ich an ihn denke, bekomme ich eine innere Unruhe und weiß nicht was ich denken soll. Immer wieder fallen mir unsere schönen Momente ein, wie er für mich da war, als mein Dad gestorben ist, wie er sich um mich gesorgt hat. Aber die schlimmen Erinnerungen, was er mir angetan hat, wie er mich behandelt hat, sind genauso sehr in meinem Kopf verankert.
Vielleicht sollte ich wirklich mal mit jemanden darüber reden. Der einzige zu dem ich gehen will, wäre Riley. Aber ich kann ihm wohl schlecht erzählen, dass ich irgendwie immer noch einen Freund habe, für den ich vielleicht noch Gefühle habe, obwohl er mich vergewaltigt hat.
Ich bin ein emotionales Wrack.
Der Wagen ist vor Cadys Haus abgestellt. Ich bin zwar zu früh hier, aber Cady hat bestimmt nichts dagegen, wenn ich schon anklopfe. Ich freue mich auf den Abend mit den zwei Mädchen. Sie sind wirklich nett und ich habe sie schon ins Herz geschlossen. Ich hatte wirklich ein Glück, dass sie mich so herzlich in ihrer kleinen Runde aufgenommen haben.
Ich bleibe noch eine Weile im Auto sitzen, bis ich mich vergewissert habe, dass ich nicht wieder einen kleinen Nervenzusammenbruch habe. Dann betrachte ich mich im Rückspiegel und überprüfe, ob ich nicht wie eine komplette Irre aussehe. Mit den Fingern wische ich über meine Augenrinne und versuche, die Wimperntusche wegzubekommen. Mit ein bisschen Spucke klappt es schließlich. Meine Augen sind Gott sei Dank nicht mehr so gerötet. Aber wie ich Cady mittlerweile kenne, merkt sie bestimmt etwas. Ich hoffe nur, sie fragt nicht nach.
Nochmal atme ich tief aus und ein, und steige schließlich aus dem Wagen. Vor der Haustüre warte ich nur kurz, bis sie mir die Türe mit einem breiten Lächeln aufmacht.
„Hey Kanada.", ruft sie aus und fällt mir um den Hals. Ich liebe ihre freudigen Begrüßungen.
„Hey. Danke für die Einladung. Freut mich wirklich.", bedanke ich mich und setzte ein Grinsen auf. Es fühlt sich falsch an, aber Cady merkt nichts.
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SAVE ME (Band 1)
Romansa!laufend Updates! Julie Dallas ist auf der Flucht. Auf der Flucht vor ihrem zu Hause. Und vor ihrem Freund. Sie hat alles verloren, ihre Welt brach zusammen, von der sie glaubte wahr zu sein. Alles war eine Lüge und sie findet sich in einer Welt von...
