5
„Missy! Missy!", Matt und ich suchten jeden Winkel nach der Hündin ab. Aber bisher gab es immer noch keine Spur von ihr. Mittlerweile hatte sich der auffrischende Wind zu einem handfesten Sturm entwickelt. Der Regen setzte ein und es wurde auf ein Mal extrem kalt. Über uns blitzte und donnerte es, während wir uns weiter vorankämpften und nach ihr riefen. Ich war mir mittlerweile nicht sicher, ob sie überhaupt auf ihren Namen hörte.
„Missy!", Matt rief so laut er konnte, um gegen das Donnergrollen und das Heulen des Windes anzukommen.
Mit großer Verwunderung hatte ich während unserer gemeinsamen Suche festgestellt, dass er sich ernsthaft große Sorgen um Missy machte. Als ich so neben ihm herlief, betrachtete ich das Profil seines Gesichts. Es hatte zwar diese weichen Züge, aber das kantige Kinn verlieh ihm einen kämpferischen Ausdruck. Nur die Baseballmütze störte mich, denn sie verdeckte seine Augen und er versteckte seine wundervollen Haare damit. Ich schüttelte den Kopf. War ich etwa gerade dabei, mich ausgerechnet in diesen Kerl zu verlieben? Der, vor dem ich gewarnt wurde?
„Hey, hörst Du das auch?", Matt packte meinen Arm.
Ein Schauer durchfuhr meinen Körper. Jede seiner Berührungen versetzte mich sofort in eine Art Ausnahmezustand. So etwas hatte ich noch nie zuvor gespürt. Noch nicht einmal Jason hatte solche Reaktionen in meinem Körper ausgelöst. Obwohl der Regen eiskalt auf uns herunterprasselte, wurde mir plötzlich ganz heiß.
„Hörst Du? Wo kommt das her?", Matt sah sich suchend um.
Nun hörte ich es auch. Es war ein leises Winseln, das man durch das Gewitter fast nicht hören konnte.
„Ich glaube es kommt aus dem Gebüsch hier!", rief ich Matt zu.
Und tatsächlich, zwischen dichten Zweigen saß Missy und blickte uns aus großen Augen verstört an.
„Missy!", Matt nahm sie hoch.
Die Hündin wedelte freudig mit dem Schwanz und leckte dankbar seine Finger.
„Sie scheint nicht verletzt zu sein. Mensch, was machst Du denn? Du sollst doch nicht abhauen!", er drückte sie fest an sich und schloss dabei für einen kurzen Moment die Augen.
Ich war verblüfft. Die beiden liebten sich offensichtlich abgöttisch. Matt war so anders, als Cole ihn mir beschrieben hatte.
„Schnell, wir müssen zurück! Der Sturm wird immer stärker."
Matt hatte Recht. Es war mühsam, auf einer Stelle zu stehen. Der Wind war so stark, dass man Angst haben musste, weg geweht zu werden.
„Gibt es diese Stürme hier öfter?", schrie ich durch den Lärm hindurch, während ich mich verkrampft an Matt's Arm festhielt.
„Das ist noch gar nichts!", erwiderte er, „Manchmal haben wir hier auch Tornados."
„Tornados? Oh mein Gott!", rief ich entsetzt.
„Gibt's wohl nicht da wo Du herkommst, was?", Matt hatte Mühe, Missy fest im Arm zu halten. Sie zitterte am ganzen Körper. Voller Panik versuchte sie ständig, sich aus seiner Umarmung zu befreien. Sie verstand nicht, dass sie gerade dort am sichersten war.
„Ich...ich...", der Wind nahm mir jede Luft um Atmen, „Ich komme aus New Jersey. Da gibt es solche Stürme öfter mal im Winter. Aber Tornados haben wir eigentlich nie....pah!", ich bekam einen Schwall Wasser mitten ins Gesicht. Es schüttete in Strömen und der Wind peitschte mir den Regen eiskalt entgegen.
„Vielen Dank, dass Du mir beim Suchen geholfen hast, Kat."
Wir waren an meinem Haus angekommen, komplett durchnässt und am Ende unserer Kräfte. Missy winselte immer lauter.
DU LIEST GERADE
Loving You
Romance**************Abgeschlossen*************************************************************** Nachdem sie das Haus ihrer verstorbenen Großmutter geerbet hat, zieht Katharina Madden von New Jersey nach Charleston, South Carolina. Nach einer zerbrochenen...
