LOVING YOU - 22

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„Du?", Grace starrte mich aus entsetzten Augen an, „Was willst Du denn hier?"

„Moment! Ihr kennt Euch?", Matt zog erstaunt eine Augenbraue nach oben.

Ich hätte am liebsten auf dem Absatz kehrt gemacht, als ich meine ehemalige Chefin erkannte. Durch die Arbeit in ihrem Café wusste ich, dass sie eine Tyrannin war. Für sie wollte ich auf keinen Fall mehr arbeiten.

„Ich glaube wir können das hier abbrechen!", ich spürte die aufsteigende Wut in mir, als mich Grace von Kopf bis Fuß musterte.

„Aber warum denn das?", Matt verstand die Welt nicht mehr.

„Schon gut, Junge!", Grace nahm einen tiefen Zug von ihrer Zigarette, „Ich kenne dieses Mädchen sehr gut. Sie hat für eine Weile in meinem Café gearbeitet. Das soll also die neue Interessentin sein, von der Du mir erzählt hast?", Grace kam auf mich zu, mit diesem abschätzigen Ausdruck in ihren Augen, den ich nur zu gut kannte und blies mir den kalten Rauch ihrer Zigarette mitten ins Gesicht. Ich bekam sofort einen Hustanfall.

„Matt! Es tut mir leid. Am besten ich gehe.", ich hatte mich bereits umgedreht und die Türklinke in der Hand, als ich Grace's spindeldürren Finger auf meiner Schulter spürte:

„Nicht so schnell, Kleine. Lass Dich doch mal anschauen. Ich mag was Du mit Deinen Haaren gemacht hast. Dreh Dich mal um!"

Wie versteinert blieb ich stehen, ohne ein Wort. Ich spürte ihre Hand auf mir und der Hass auf sie wurde immer stärker.

„Ich..ich glaube Kat fühlt sich hier nicht wohl. Wir gehen lieber!", Matt nahm meine Hand. In seinem Gesicht erkannte ich, dass er spürte wie sehr ich diese Frau verachtete.

„Oh, sehr schade!", Grace drückte den Stummel ihrer Zigarette in einen Aschenbecher, „Als Servicekraft taugt sie nichts, davon musste ich mich leider mehrfach selbst überzeugen, aber für die Agentur könnte sie ein echter Juwel sein."

Matt und ich blickten uns erstaunt an.

„Jetzt schaut nicht so verstört aus der Wäsche. Ja, ich würde Dir gerne eine Chance geben und tatsächlich hätte ich bereits heute Abend einen Job für Dich."

Ich konnte es zuerst gar nicht glauben. Grace wollte mich offensichtlich für ihre Agentur. Verlegen strich ich mit einer Hand durch meine Haare und war im ersten Moment irritiert, weil da fast keine Haare mehr waren. Aber scheinbar machte die neue Frisur einen komplett anderen Menschen aus mir.

„Was für ein Job wäre das denn?"

„Bob hat für heute Nacht Heather angefragt. Ich glaube mit ihm können wir ein neues Mädchen testen. Er ist nicht sehr anspruchsvoll, wir sollten es mit Dir probieren.", Grace lächelte mich an. Ich konnte mich nicht daran erinnern, wann sie das jemals getan hatte.

„Bob? Okay? Ich...ich weiß nicht.", stammelte ich. Ich störte mich an Grace's Aussage, dass der Kunde nicht sehr anspruchsvoll war, doch ich wollte unsere neue Vertrautheit nicht durch eine kritische Frage gleich wieder zunichte machen.

„Bist Du Dir sicher, Grace?", Matt blickte seine Chefin skeptisch an, „Ich kenne Bob. Er kann manchmal etwas grob werden. Ob das der beste Einstieg ist?"

Grace war gerade dabei, sich eine weitere Zigarette anzuzünden: „Sehen wir es wie eine Art Einstellungstest. Wenn sie gut mit Bob klar kommt, kann sie bleiben. Falls ich Beschwerden höre, war's das."

Matt sah mich mit fragenden Augen an. Ich war völlig verunsichert. Was hatte er damit gemeint, dass Bob manchmal ein bisschen grob werden konnte? Dann sah ich zu Grace. Ihr überhebliches Grinsen ärgerte mich. Ich ballte meine Hände zu Fäusten, atmete ein Mal kräftig durch und antwortete: „Wir sind im Geschäft. Ich will es tun!"

Matt starrte mich an und runzelte die Stirn. Doch als ich seinen Blick entschlossen erwiderte, lächelte er.

„Super! Dann haben wir ein neues Mitglied in der Agentur.", er sah zu Grace, die zufrieden vor sich hin grinste.

„Ähmm...was ist bei diesem Job für mich drin?", ich dachte an Grandma's zerstörtes Haus. Mir war klar, dass ich diesen Job nur so lange machen würden, bis ich die Reparaturen am Haus bezahlen konnte. 

„Keine Sorge! Bob ist einer unserer besten Kunde, der  gerne eine Summe hinblättert.", ich bemerkte ihren genervten Gesichtsausdruck.

Matt schien plötzlich etwas nervös zu sein: „Also, ich denke wir haben alles besprochen. Ich bringe Kat dann heute Abend zum Hotel. Acht Uhr?"

Grace nickte: „Du hast mich noch nie enttäuscht, Matt. Sorge dafür, dass sie es auch nicht tut!", dann musterte sie mich noch ein Mal von Kopf bis Fuß.

Matt nickte eifrig und schob mich eilig zur Türe hinaus.

Auf der Fahrt zu seinem Haus, sprach er kein Wort mit mir. Er hatte einen besorgten Gesichtsausdruck aufgelegt.

„Was ist?", fragte ich neugierig. Sein Verhalten verunsicherte mich zunehmend.

„Nichts! Was soll denn sein?", Matt lächelte mich verkrampft an.

„Dir geht doch was durch den Kopf. Ich sehe es Dir an. Ist es wegen dem Job?"

Matt antwortete nicht. Ich sah wie seine Hände das Lenkrad seines Maserati noch fester umklammerten. Was verbarg er vor mir?

Als wir zu Hause ankamen, wartete Missy bereits sehr ungeduldig auf uns. Wir waren stundenlang weg gewesen und die kleine Hundedame musste dringend mal. Während Matt sie um den Block führte, konnte ich es kaum abwarten, aus dem schwarzen Kleid zu kommen, das so eng an meinem Körper saß, dass ich mich damit kaum hinsetzen konnte. Plötzlich konnte ich kein einziges Kleidungsstück mehr an mir ertragen. Ich zog mich komplett aus und genoss es für eine Weile, einfach nur nackt zu sein. Später zog ich mir dann doch eines von Matt's Shirts über. Als Matt mit Missy zurück kam, war ich gerade dabei, Eier zu braten. Ich hatte auf ein Mal einen Bärenhunger.

„Oh klasse! Es gibt was zu Essen. Ich verhungere gleich!", Matt schlang seine Arme um mich und küsste meinen Nacken. Ich genoss seine Berührungen und schloss die Augen.

„Du bist so sexy mit Deiner neuen Frisur.", hauchte er mir ins Ohr.

Ich drehte mich um und legte meine Hand zärtlich an seine Wange.

„Glaubst Du, dass ich das richtige tue, Matt?"

Er küsste behutsam meine Nasenspitze: „Was meinst Du?"

„Ich habe das Gefühl, dass Du Dir Gedanken wegen meinem ersten Job machst."

Matt's Augen blickten mich erstaunt an: „Was? Nein, nein, ich mache mir keine Gedanken wegen des Jobs. Du wirst das großartig machen. Da bin ich mir ganz sicher.", er schloss seine Augen, als er mich daraufhin leidenschaftlich küsste. Ich spürte, wir er seine Hand unter mein Shirt schob.

„Du bist so wunderschön, Kat!", seufzte er, während seine Hände meine nackten Körper erkundeten. Ich presste meine Lippen auf seine. Ich mochte es, wie sich sein Geschmack mit dem Geruch der brutzelnden Eier auf dem Herd vermischte. Seine Küsse wurden immer fordernder, als ich seine Finger zwischen meinen Beinen spürte.

„Berühr mich Matt!", flehte ich ihn an. Mir wurde heiß und ich wollte ihn unbedingt in mir spüren.

Matt seufzte, als er meinen Hals küsste und seine Hände gegen meine Brüste presste. Dabei drückte er mich immer härter gegen den Herd. Ich atmete schneller und krallte meine Finger in seine Haare.

Doch plötzlich hielt Matt inne. Seine Küsse stoppten abrupt. Ich wartete einen kurzen Moment, doch er hielt mich einfach nur fest an sich gedrückt.

„Was ist los?", fragte ich und löste mich aus seiner Umarmung.

Diesen Ausdruck in seinen Augen hatte ich noch nie zuvor gesehen, als er antwortete:

„Ich habe es mir überlegt. Ich möchte nicht, dass Du diesen Job annimmst."

- Fortsetzung folgt-

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