thirty two➹

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Lunch time!
So schnell ich kann packe ich meine Sachen zusammen und spurte auf die Toiletten. Schon seit zwei Stunden muss ich auf die Toilette, in den fünf Minuten Pausen habe ich es allerdings nicht geschafft und während des Unterrichts habe ich mich nicht getraut zu fragen. Zu meinem Glück ist aber jedes zweite Pissoirs besetzt und da wir keine Wände zwischen diesen habe, sehe ich es als unangebracht an, mich dazwischen zu stellen. Schnell husche ich in eine der Kabine und entleere meine Blase dort. Gearde als ich allerdings abspüle, meine Hose schließe und mich umdrehe, werde ich stutzig. Das ist definitiv ein neuer Schriftzug... Schlampe gesucht? - Melde dich bei mir ************

,,D-Das ist meine Nummer!", gebe ich geschockt von mir. Warum passiert das jetzt wieder?! Warum ausgerechnet jetzt?! Das ergibt keinen Sinn. Sonst passiert sowas doch nur, wenn mein Streber Dasein wieder präsent wird.

Mit angespanntem Kiefer laufe ich aus der Kabine und stürme in eine andere. So tun als wäre er unschuldig und aufs Lernen fokussiert und hintenrum mit Lehrern ficken und betrügen. Wenn das nicht nach Harrison klingt.

Tränen sammeln sich in meinen Augen und dennoch betrete ich eine weitere Kabine. Ich mache gerne eure Hausaufgaben, aber dafür will ich so hart durchgenommen werden wie es nur geht ;)

Ein Schluchzen weicht über meine Lippen, ehe ich einfach aus dem Waschraum verschwinde und so schnell es geht nach draußen flüchte. Mein Hass und meine Wut übernehmen gerade mein Handeln. So laufe ich schnell über den gesamten Hof, mit dem Ziel durch den schmalen Spalt zwischen dem Geräteschuppen und dem Zaun. Ich könnte ausrasten! Ich verstehe nicht warum man mir das ständig antut! Ich habe niemandem was getan und so eine Niedermache kann ich nicht gebrauchen!

Doch gerade als ich mich durch die Lücke zwängen will, werde ich am Arm zurückgezogen. Durch meine verschwommene Sicht erkenne ich Mister Grayson, der mich scharfsinnig beeugt und wortlos mit dem Kopf schüttelt. ,,M-Mister Grayson, sie verstehen n-nicht-", versuche ich, werde allerdings unterbrochen und zeitgleich in das Innere des Gebäudes gezogen. ,,Milo, ich werde dich zum Direktor bringen müssen.", sagt er bloß und drängt mich mit einem festen Griff um den Arm die Treppe hoch. Noch immer rinnen Tränen über meine Wangen und ich kann die Situation nicht wirklich durchblicken. Wie können sie mich runtermachen, ohne mich im geringsten zu kennen und warum muss ich ausgerechnet jetzt erwischt werden?

,,Sie sind suspendiert, Mister Harrison. Ich bitte um ein Gespräch mit ihren Eltern, aber das wissen sie bereits, nicht wahr? - Hören sie, ich hoffe, dass das alles geklärt werden kann, aber so wie sie sich derzeit verhalten, legen sie nicht länger wert auf ihre Bildung und all das was sie bis jetzt gegeben haben.", sind die ernsten Worte, die unser Direktor von sich gibt, nachdem Mister Greyson alleine in seinem Büro mit ihm geredet hat. Ich schlucke schwer, nicke aber und will so schnell es geht aufstehen und nach Hause. So wie ich meine Eltern kenne, kann ich sofort meine Sachen packen und mir eine neue Familie suchen.

,,Harrison!", hält mich der bärtige Mann allerdings auf und erhebt sich selbst von seinem gemütlich aussehenden Stuhl. ,,Gibt es etwas, was sie mir mitteilen wollen?", fragt er ernst. ,,N-Nein, Sir. Es tut m-mir leid.", sage ich schnell und flüchte aus dem Büro. Genau in dem Moment wird die Tür des Lehrerzimmers geöffnet und Jackson tritt heraus. Seine Miene ist verzogen und es scheint so, als würde er absichtlich die Rufe von seinem Coach ignorieren.

In der Hoffnung, dass er mich nicht gesehen hat flüchte ich schnell vor ihm und spurte die Treppe wieder herunter. Im nächsten Moment verstecke ich mich allerdings hinter einer Ecke des Flurs und gleiten weinend die Wand herunter. So wie es im Moment aussieht, könnte ich mich auch direkt selbst umbringen...

,,Fuck Milo, was ist passiert?", dringt es eine Sekunde später allerdings in meine Ohren. Es ist Jackson. Wer auch sonst? Ich gebe ihm keine Antwort, schluchze stattdessen lauter auf und verstecke mein Gesicht so gut es geht hinter meinen verschränkten Armen, die auf meinen angewinkelten Beinen ruhen. Dennoch sehe ich aus den Augenwinkel noch, wie er sich neben mich kniet und sanft in seine Arme zieht. ,,Kleiner...", flüstert er leise und beginnt über meinen Rücken zu streichen. ,,Erzähl mir bitte was los ist.", fordert er dann leise. Seine Fingerspitzen gleiten währenddessen durch meine Haare und seine Lippen treffen unerwarteter Weise auf meine Schläfe. ,,Bitte.", haucht Jackson noch, ehe er eine kleine Lücke zwischen uns entstehen lässt. Seine Augen treffen auf meine, aber ich bin mir sicher, dass ich neben der Sorge, die wohl mir gilt, auch etwas Schmerz oder Enttäuschung sehen kann. Seine Augen glänzen nicht so sehr, wie sie es sonst tun.

,,I-Ich wurde s-suspendiert, weil ich a-abhauen wollte.", wimmer ich notgedrungen und stürze mich zurück in seine warmen Arme. ,,Was? Warum das denn? Du bist doch sonst immer so brav und regeltreu-" ,,Da sind n-neue Beleidigungen.", nuschel ich überfordert und höre ein lautes Seufzen. ,,Nimm dir das nicht so zu Herzen, Kleiner.", höre ich ein leises Flüstern, ehe mir noch ein Kuss aufgedrückt wird. ,,Hör mal, ich wollte sowieso nach Hause, ich habe kein Bock mehr auf diesen Saftladen. Was hältst du davon wenn du mit kommst?", macht mein Gegenüber mir ein Angebot und zieht mich sanft auf die Beine. ,,Warum willst d-du denn weg?", frage ich schniefend und lege meinen Kopf leicht schief. ,,Ach, Coach Smith lässt mich nicht spielen.", winkt er ab und zieht mich zum Haupteinang.

Ich wollte zwar auf Abstand gehen, aber ich bin froh, als ich auf Jacksons Bett sitze und mir, mit einer Taschentuchbox in der Hand, die Augen ausheule. Zum Glück bin ich nicht alleine. Jackson, der gerade mit einem Glas Saft zu mir kommt, nimmt neben mir Platz und legt einen Arm um mich. ,,Hör bitte auf zu weinen, Kleiner. Ich weiß, deine Eltern sind streng, aber wenn du ihnen die ganze Situation erklärst, werden sie es vielleicht verstehen und-" ,,Sie werden sagen, ich m-müsse darüber stehen und mich direkt nach China verschiffen!", rufe ich und springe auf, ehe ich die Box unsanft auf den Boden schmeiße und mir die Haare raufe. Sofort stellt der Größere das Glas ab und packt nach meinen Armen. ,,Ich hab da eine Idee... Vielleicht hilft das ja. Du musst dich aber drauf einlassen."

nerdy ass ➹Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt