Leyla
Zwischen den ganzen Schülern hiel ich Ausschau nach Anna. Ich sah Leon und Jana, doch nicht meine Freundin. Beide kicherten blöd, als sie mich bemerkten. Am liebsten würde ich sie gerade schlagen, doch ich hatte keine Zeit und Nerven für diese Art von Stress.
Nachdem die Schulglocke läutete, hoffte ich auf die fünfte Stunde. Wenn Anna in der Schule ist, dann werde ich sie dort sehen, denn wir haben Kunst. Nervös wartete ich, bis die Zeit verging. Ich konnte an nichts anderes denken, als an Anna. Verdammt, ich hätte ihr nachgehen sollen, als sie aus dem Haus lief. Ich Dummkopf stehe stattdessen nur nutzlos im Wohnzimmer herum und betrachtete das ganze Geschehen. Wahrscheinlich wäre alles anders, wenn ich ihr nachgelaufen wäre, doch jetzt konnte ich nichts mehr ändern. Ich hörte auf mir so viele Sorgen zu machen und wartete im Zeichensaal auf sie.
Als die letzten Schüler in das Klassenzimmer hineinkamen und sich auf ihre Plätze saßen, war von Anna immer noch weit und breit keine Spur zu sehen. Ich holte mein Handy aus meiner Tasche und schrieb Anna, obwohl ich wusste, sie würde mir nicht zurückschreiben. Sie würde die Nachricht nicht einmal lesen, da ihr Handy doch sowieso aus ist.
Trotz all dem schickte ich ihr eine SMS: „Hey Anna, bitte ruf mich an! Ich will mit dir reden. Es tut mir alles so Leid."
Plötzlich schreckte ich auf, als jemand meinen Namen rief. Herr Grüner sah mein Handy, doch bat mich nur es wegzulegen, anstatt er es mir abmahm.
„Ich habe gefragt, wie es euch mit eurem Projekt geht.", er saß sich neben mich auf den leeren Sessel, wärhend alle anderen eine Arbeit machten. Erst jetzt bemerkte ich den Arbeitszettel auf meinem Tisch.
„Gut.", antwortete ich knapp, immer noch in meinen Gedanken bei Anna.
„Das hört sich nicht gerade überzeugend an."
„Hä, doch.", er atmete schwer ein und wieder aus, so als hätte ich ihn genervt.
„Wo ist Anna überhaupt?", fragte er.
„Ich ich weiß nicht.", ich vermied den Augenkontakt und blickte auf den Boden. Die Erinnerungen von letztem Silvester schossen in mein Kopf. Er mochte Anna wohl sehr gerne, sonst hätte er sie niemals beschützt und ihr geholfen.
„Okay, aber du bist dir sicher, dass ihr zurecht kommt?", ich nickte.
Der Lehrer starrte mich noch einige Sekunden an, bis er zu den anderen Schülern ging und diese nach ihren Projekten fragte.
Ich bemühte mich die Arbeitsblätter auszufüllen, doch wusste nach dem dritten Mal durchlesen des Textes immer noch nicht um was es ging.
Natürlich reichte es mir nicht, dass ich nicht wusste wo Anna war, ich musste nämlich dazu noch Leon vor dem Schulgelände sehen, als ich nach Hause gehen wollte. Schon als ich zu ihn in einigen Metern Entfernung sah, wusste ich, dass er mit mir reden wird. Ganz cool sah es aus, wie er sich an seinem wahrscheinlich neuen Audi anlehnt und auf mich wartet.
„Willst du mitfahren, Ley?", er lächelte mich an. Dieses Lächeln war hinterlistig, denn ich wusste, dass er sich darüber freute, Anna vor meinen Eltern so fertig gemacht zu haben.
„Nein.", ich konnte nicht gehen, ohne ihm etwas vorzuwerfen, „Was gehst du eigentlich zu meinen Eltern und erzählst so eine Scheiße über Anna?", ich blieb vor seinem Auto stehen und wartete auf eine Reaktion.
„Ich finde, du solltst wissen, wer deine Ex-Freundin wirklich ist.", mit einer Hand kaschierte er die Falten in seinem dunkelrotes Shirt.
„Wer hat gesagt, dass sie meine Ex ist?", wer hat diesem Idioten überhaupt gesagt, dass sie meine Freundin ist.
„Du bist doch wohl nicht Ernsthaft immer noch mit diesem Junkie zusammen.", meine Hände wollten ihm am liebsten eine Backpfeife geben.
„Du weißt schon, dass du in ein paar Jahren Anna dann immer in dem Gefängnis besuchen musst.", ich schaute ihn verwirrt an. „Wie der Vater, so die Tochter.", er zuckte unschuldig mit seinen Schultern. Als ich seinen Vater erwähnen wollte und sagen wollte, dass dieser auch kein Engel ist, fuhr er schon mit seinem roten Audi davon.
Ich wusste, dass Anna Probleme mit ihrem Vater hatte, doch sie erzählte mir nie, was wirklich passiert ist. Sie hat nie erwähnt, dass er im Gefängnis sitzt. Ich fragte mich, ob Anna von mir denkt, dass ich ein Mensch bin, der jeden anhand unnötiger Faktoren verurteilt. Hatte sie Angst, ich würde sie nicht mehr lieben, wenn sie mir die Warheit erzählen würde? Plötzlich kam mir Anna vollkommen fremd vor. Setzte sie sich nur eine langweilige Fassade auf, als sie Zeit mit mir verbrachte?
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Die rosarote Stadt
RomanceImmer wenn Anna mit Leyla zusammen ist, verwandelt sich die sonst so graue Stadt in eine rosarote Metropole. Leyla will alles über Anna erfahren, doch diese hält ihre Geheimnisse tief verschlossen. Zwischen Sonnenuntergängen und Graffittis wollen b...
