Leyla
„Wohin gehst du?", meine Mutter schaute skeptisch auf die Küchenuhr, welche fünf Uhr anzeigte.
„Ich muss noch schnell in die Bibliothek, etwas für die Schule erledigen.", log ich. In letzter Zeit log ich sie öfter an, was meine Treffen mit Anna anging. Ich wusste, dass sie es mittlerweile in Ordnung finden würde, wenn ich mich mit Anna treffen würde, aber ich wollte ihr trotzdem nicht die Warheit sagen. Ich hatte keine Lust auf Diskussionen.
„In letzter Zeit bist du aber oft in der Bibliothek. Soll ich dich hinfahren?", fragte sie in einem ernsten Ton. Sie wusste, dass etwas nicht stimmte. Mütter wissen so etwas doch eigentlich immer.
„Nein, passt schon.", ich schlüpfte schnell in meine Schuhe.
Bevor meine Mutter noch etwas sagen konnte, ging ich aus dem Haus. Annas Auto sah ich schon auf dem Parkplatz stehen und lief zu diesem.
Als ich in das Auto stieg, gab ich ihr einen Kuss auf die Wange.
„Hallo, meine Schöne.", ich liebte die Spitznamen, die sie mir gab. Sie brachten mich immer dazu etwas rot zu werden.
„Du bist hier die Schöne.", sie hatte perfekt abgestimmten Liedschatten zu ihren schwarz-grünen Augen aufgetragen. Ihr roter Lippenstift färbte auf meine Lippen ab.
„Wen willst du denn heute verführen, charmante Dame?", ich nahm ihre Hand in meine und bewunderte meine Freundin.
„Ich muss doch die älteren Männer in der Hotelbar verführen, damit ich mein Studium bezahlen kann.", sie legte ihre Hand auf meine Wange.
„So ist das also. Du betrügst mich.", ihre zarten Finger strichen meine Haare hinter mein Ohr.
„Kein einziger Mensch auf dieser Welt wäre es wert, wenn ich dich verlieren würde.", flüsterte sie mir ins Ohr, was mir Gänsehaut bereitete.
Nach einigen Küssen fuhr sie los.
„Warum bist du eigentlich so früh?", fragte ich sie.
„Ich wollte mehr Zeit mit dir verbringen.", sie hielt an der roten Ampel an.
„Bist du sehr nervös?", fragte ich sie, nachdem ich ihre zitternden Hände sah.
„Total, deshalb rauchen wir jetzt noch etwas.", sie fuhr in eine Seitenstraße und zündete ihre Tüte an.
„Ich hab einfach nur Angst, dass mein Vater mich nicht akzeptiert oder, dass er mich nicht einmal erkennt.", gab sie zu nach einigen Minuten Stille.
„Mach dir einfach nicht zu viele Gedanken.", riet ich ihr.
„Ich probiere es, doch es geht nicht."
„Vielleicht kann ich dir dabei helfen.", ich nahm die Tüte aus ihrer Hand, nahm ein Zug, den ich ihr ins Gesicht pustete und warf den Stummel aus dem Fenster.
Ich lehnte mich über Anna, sodass ich ihr Sitz nach hinten lehnen konnte und saß mich auf ihren Schoß. Nach ihren Hände griff ich und legte diese auf meine Brüste.
„Jetzt ist nicht die richtige Zeit um rumzumachen.", behaupete Anna.
„Es ist immer die richtige Zeit dafür.", ich küsste sie leidenschaftlich. Ihre Zunge glitt in meinen Mund.
„Wir müssen jetzt wirklich los.", Anna unterbrach den Kuss und schaute auf die digitale Uhrzeit in ihrem Auto. Es war zwanzig vor sieben.
„Ich habe in zwanzig Minuten das Treffen.", enttäuscht schaute ich sie an und beschloss mich wieder auf den Beifahrersitz zu begeben.
„Tut mir Leid.", ihre Hand strich auf meinem Oberschenkel auf und ab, „Später haben wir alle Zeit der Welt dafür, okay."
„Versprochen?", ihr Hand löste sich von meinem Oberschenkel und hielt nun das Lenkrad fest.
„Wir können so viel rummachen, wie wir wollen. Wir können uns so lange küssen, bis unsere Lippen taub werden.", sie nickte während sie mir dies versprach.
„Okay.", ich lächelte sie an und freute mich schon auf später. In meinem Kopf malte ich mir die Dinge aus, die ich mit meiner Freundin machen werde. Ich wollte sie verwöhnen und wollte, dass es ihr gut geht, doch gleichzeitig wollte ich auch schmutzigen Sex mit ihr haben.
„Du schaffst das.", sagte ich, als Anna auf einem dunklen Parkplatz stehenblieb. Diese Umgebung sah ziemlich düster aus. Neben dem Casino stand ein verlassenes Gebäude und nirgendwo war ein Mensch zu sehen.
„Soll ich mitgehen?", fragte ich, als es bereits schon sieben Uhr war.
„Ich schaff das schon alleine.", behauptete sie und stieg aus dem Auto aus. Sie wirkte ziemlich nervös und ich war froh darüber, sie unterstützen zu können. Vorallem war ich froh, dass sie sich nicht alleine in dieser Gegend aufhalten musste. Es sah nicht besonders freundlich aus. Das einzige was diese Gegend erleuchtete war das blinkende Schild des Casinos.
DU LIEST GERADE
Die rosarote Stadt
RomanceImmer wenn Anna mit Leyla zusammen ist, verwandelt sich die sonst so graue Stadt in eine rosarote Metropole. Leyla will alles über Anna erfahren, doch diese hält ihre Geheimnisse tief verschlossen. Zwischen Sonnenuntergängen und Graffittis wollen b...
