Petunia's Hochzeit

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Lily starrte aus dem Fenster in den Garten, wo ein kleiner Vogel gerade durch den Rasen hüpfte. Doch Lily nahm ihn gar nicht wirklich wahr. Sie war mit den Gedanken bei dem Brief in ihrer Hand. Sie hatte nicht damit gerechnet noch einmal die Handschrift ihrer Schwester auf einem Brief zu sehen, doch hier war er, eine Einladung zu Petunias und Vernons Hochzeit. Sie wusste, dass diese Einladung nur wegen ihren Eltern nun vor ihr lag. Die Beziehung zu ihrer Schwester war irreparabel zerstört, auch wenn Lily sie nach wie vor über alles liebte aber sie hatte es nach Jahre langen Kampf langsam akzeptiert, dass es wohl nie wieder so werden würde wie vor ihrer Zeit in Hogwarts. Und trotzdem war sie mehr als glücklich bei der Hochzeit von ihr dabei zu sein. Denn egal wie sehr Petunia sie hasste, sie würde immer ihre Schwester sein. Vernon hingegen war weder ein großer Fan von Lily noch war es anders herum der Fall. Aber wenn er derjenige war der Petunia glücklich machte, dann sollte es so sein.
Trotz der Freude, dass Lily zur Hochzeit gehen konnte war da noch ein anderes Gefühl was sich in Lily's Magengrube breit machte. Angst. Lily's Eltern wusste von James, sie hatten Fotos gesehen und kannten das was Lily von ihm erzählt hatte aber sie hatten ihn noch nicht persönlich kennen gelernt. Nicht dass Lily daran glaubte, dass ihre Eltern James nicht mochten, es war eher die Reaktion von Petunia vor der sie sich fürchtete und vielleicht auch vor James'. James und Petunia waren nicht gerade die Menschen, die dafür bestimmt waren sich sonderlich gut zu verstehen.
Sie holte tief Luft und überflog den Brief ein weiteres Mal.
Die Tür schloss sich mit einem leisen Klicken. „Hey Lils, ich bin zurück." Grinsend aber mit Augenringen kam James in die Küche und gab Lily ein Kuss auf die Wange. „Alles okay?", er sah sie besorgt an. „Ja.", sie räusperte sich bevor sie weiter sprach. „Das kam heute Morgen, Einladung zu Petunias Hochzeit.", sie gab ihm den Brief und drehte sich zu ihm um. „Ist bei dir alles gut? Du siehst fertig aus?", nun war es Lily, die James besorgt ansah. „Ja, bin nur müde. War nicht so viel los heute, nur zwei Idioten, die ein bisschen Ärger machen wollte aber die waren leicht zu überwältigen. Ich geh gleich eine Runde schlafen und dann geht's wieder.", er lächelte. „Was ist mit der Hochzeit? Wann ist die?" „Nächste Woche." „Ich geh davon aus, sie wollte mich gar nicht einladen und hat es nur wegen Mum und Dad gemacht.", fügte Lily hinzu als James die Augenbrauen hob.
„Gehst du hin?", fragte James vorsichtig. „Klar...naja sie ist meine Schwester egal wie sie zu mir steht. Ist auch gleich die Gelegenheit, dass du meine Familie kennen lernst.", sie grinste ihn an. „So und jetzt geh schlafen.", sie küsste ihn.

Lily sah in den Spiegel und zupfte an ihrem Kleid. „Wow.", ertönte es hinter ihr. James stand hinter ihr mit einer Krawatte in der Hand und starrte sie an. „Du siehst...wow.", James spürte wie ihm die Röte ins Gesicht stieg und sah verlegen auf seine Füße. „Danke, das kann ich aber nur zurückgeben. Dir stehen Anzüge." Sie ging langsam auf ihn zu, als sie nur wenige Zentimeter vor ihm stand schlang sie ihre Arme um seinen Hals und zog ihn näher an sich ran bevor sie ihn küsste. „Bei Merlin du machst mich verrückt.", murmelte James in den Kuss hinein. Lily löste sich und sah James an, nahm ihm die Krawatte aus der Hand und fing an sie zu binden. „Du weißt aber schon, dass es sich eigentlich nicht gehört besser als die Braut auszusehen.", er zwinkerte. Lily schüttelte nur grinsend den Kopf, sagte aber nichts weiter zu James' Kommentar. „So fertig. Können wir los?"

Der Weg zur Kirche war mit Blumen gesäumt, auch in der Kirche waren an den Außenseiten der Bänke Blumen befestigt. Einige Gäste saßen schon in der Kirche andere genossen noch eine Weile das schöne Wetter draußen. Unter ihnen standen auch Lily's Eltern. „Mum, Dad.", begrüßte Lily sie. „Lily.", ihre Mutter strahlte sie an und umarmte sie. „Und du musst James sein, Lily hat schon viel von dir erzählt aber es ist schön dich endlich mal persönlich kennenzulernen." „Es freut mich auch sehr."
Während sie sich nun ebenfalls in die Kirche begaben unterhielt sich Lily's Dad mit James über Quidditch.
„Er ist wirklich ein netter junger Mann, Lily.", flüstere Lily's Mum ihr zu. Kurz darauf erklang die Musik und Petunia betrat zusammen mit Vernon die Kirche. Sie trug ein langes weißes Kleid. Die Ärmel aus Spitze reichten ihr bis knapp über den Ellenbogen, auch ihr Dekolleté war mit Spitze bedeckt, ab der Mitte ihres Bauches fiel das Kleid elegant in einer A-Linie bis zu ihren Füßen und umspielte so leicht ihre Beine. Der Rücken hatte einen -für Petunia - gewagten Ausschnitt. Er verlief V-förmig bis kurz über der Mitte ihres Rückens. Ihre Haare waren zu einem Knoten gebunden, ein bisschen zu streng nach Lily's Geschmack, sie fand trotzdem, dass ihre Schwester heute einfach wunderschön aussah.
James hingegen sah zu Lily und beobachtete wie sie ihre Schwester bewundernd anschaute. Er wusste, dass Lily ihre Schwester trotz des schlechten Verhältnisses unendlich liebte und alles für ihr Glück tun würde. Er blickte nun auch zu Petunia und ihrem Fast Ehemann, die nun den Altar erreicht hatten. Er hörte dem Pfarrer gar nicht wirklich zu, seine Gedanken kreisten um die Vorstellung Lily in so einem Kleid zu sehen, wie sie auf ihn zu kam und ihn ansah wie es Petunia nun bei Vernon tat. Er schüttelte den Gedanken ab. Er wusste, dass Lily noch nicht bereit für diesen Schritt war, sie waren beide noch so jung. Sein Blick huschte kurz zu Lily, die wie ihre Mutter Tränen der Rührung in den Augen hatte.
Die Zeremonie empfand James als schön allerdings auch als etwas steif. Aber das passte nachdem was Lily über ihre Schwester und ihren Ehemann erzählt hatte auch zu ihrem Charakter.
Die Feier fand in einem Restaurant nicht weit von der Kirche statt.
„Du siehst wunderschön aus Tuni, wirklich traumhaft. Ich wünsche euch alles Glück der Welt.", beglückwünschte Lily ihre Schwester. „Danke.", kam es von ihr jedoch nur kühl zurück. „Wer ist das?", sie nickte mit dem Kopf zu James. „James Potter." Petunia nickte nur. „Das ihr mir keinen Ärger macht, ich will keine abnormalen Vorkommnisse auf meiner Hochzeit haben.", sie sah Lily kalt ohne jegliche Gefühlsregung an. „Natürlich Petunia.", Lily lächelte sie an, doch es war eher ein trauriges Lächeln als das es echte Freude ausstrahlte.
„Willst du tanzen?", fragte James um Lily auf andere Gedanken zu bringen. „Gerne."
„Und wie fandst du die Trauung?", fragte James während er Lily sanft im Takt der Musik hin und her wiegte. „Wirklich schön, es hat sehr zu Petunia gepasst aber ich denke wenn wir heiraten würde ich es ein bisschen peppiger haben wollen." „Wenn wir heiraten?", James starrte sie an. „Uhm...ja...also nicht das es jetzt sofort sein muss...nur...also...", sie wurde von einem Kuss unterbrochen. „Ich weiß schon was du meinst.", flüsterte er ihr ins Ohr.

Nach drei weiteren Liedern setzten sich James und Lily wieder an ihren Tisch. „Habt ihr euch den gut eingelebt?", fragte Lily's Mutter. „Ja sehr gut sogar, im Haus ist eigentlich alles fertig als nächstes kommt dann der Garten.", erzählte Lily. „Und hast du dein Ausbildungsplatz bekommen den du wolltest?", fragte nun Lily's Dad. „Uhm...nicht direkt." Lily's Eltern sahen sie an. Sie räusperte sich und fing erneut an. „Ich hab euch doch von der Situation...", sie sah kurz zu Petunia und Vernon, die sie bereits mit Missachtung ansahen. „Der Situation in meinen Kreisen erzählt.", beendete sie den Satz. „Es wird immer gefährlicher aber es gibt eine Organisation, die gegen diese Gefahr kämpft und wir...", sie sah James an bevor sie weiter redete. „...haben uns entschlossen zu helfen und mit zu kämpfen."
„Lily.", ihre Mutter sah sie geschockt an. „Aber das ist doch gefährlich, nicht dass dir etwas passiert. Kannst du nicht anderen das Kämpfen überlassen und dich und James in Sicherheit bringen?", fragte sie besorgt. „Mum.", Lily sah sie ernst an. „Das könnte ich nicht, wir brauchen so viele Leute wie möglich und ich kann mich nicht verstecken und abwarten." „Ach Lily Schatz. Aber versprich mir dass ihr auf euch aufpasst und schreib regelmäßig, damit ich weiß, dass alles in Ordnung ist."
„Natürlich.", Lily gab ihr einen Kuss auf die Wange.
„Also seid ihr arbeitslos?", kam es von Vernon. „Wir kämpfen in einem Krieg, ich denke nicht, dass man das als Arbeitslos bezeichnen kann.", erwiderte James bissig. „Wenn ich das richtig verstanden habe, habt ihr beide keine Arbeit, ich nenne das arbeitslos.", polterte Vernon.
„Ich denke nicht, dass du verstehst wie es zurzeit in der Welt vor geht..." „Du meinst in eurer Welt.", unterbrach Petunia ihn. „Das ist genauso gut eure Welt, die Menschen die dafür verantwortlich sind werden nicht zurück schrecken auch euch etwas anzutun. Und wir wollen das verhindern."
Vernon lief rot an vor Wut. „Das. Ist. Nicht. Unsere. Welt.", er betonte jedes einzelne Wort.
„Wie kann man nur so blind sein.", auch James wurde langsam wütend. „Ihr kommt auf unsere Hochzeit mit dem Wissen, dass ihr diese...diese Freaks auf meine Familie los lasst, ihr führt sie zu uns, versteh ich das richtig.", Vernon spuckte während er redete. „Ich verlange, dass ihr sofort geht. Und wehe ihr kommt meine Familie jemals wieder nahe." „Tuni.", Lily waren die Tränen in die Augen gestiegen und sah ihre Schwester flehend an.
„Vernon hat Recht, wenn das alles angeblich so gefährlich ist warum zieht ihr uns damit rein, wir wollen mit dieser Abnormität nichts zu tun haben."
Lily wischte ihre Tränen weg stand auf und sah ihre Schwester nun eben so kalt an. „Gut, wenn du so willst." Sie nahm ihre Tasche und gab ihren Eltern jeweils einen Kuss. „Ich werde euch natürlich schreiben und anrufen. Ich verspreche ich pass auf mich auch. Ich hab euch lieb." Ihre Mutter nickte nur und zwang sich zu lächeln. „Ich weiß doch Schatz."
Lily nahm James Hand und sie verließen die Hochzeit. Während sie gingen hörte Lily noch wie ihre Mutter sich an Petunia wandte. „Das war nicht notwendig Petunia, ihr seid Schwester...", doch mehr konnte Lily nicht hören.

„Wie kann man nur so dumm sein. So blind. Ich versteh es nicht, wieso kann sie nicht einfach damit abschließen, dass es Zauberei und Zauberer und Hexen gibt und dass es nicht schlimmes ist. Es ist nun mal so. Und Vernon ihr dämlicher Ehemann, der ist noch schlimmer. Arbeitslos.", sie schüttelte den Kopf. „Für den Idioten ist immer alles nur schwarz oder weiß, falsch oder richtig. Und grundsätzlich ist alles richtig was er denkt und tut und alles falsch was andere machen. Wie konnte sie nur diesen aufgeblasenen Volltrottel heiraten.", James merkte wie Lily anfing sich in Rage zu reden. „Hey hör mal zu, es tut mir wahnsinnig Leid wie das gelaufen ist. Ich weiß wie sehr du seine Schwester liebt, egal was du jetzt sagst und wie viel es dir bedeuten würde, wenn alles so wäre wie früher. Es tut mir Leid ich hätte auch nicht so wütend werden müssen."
„Nein, wir können nicht immer den Mund halten, um Unannehmlichkeiten aus dem Weg zu gehen. Sie hat sich entschieden. Und für den Moment ist es vielleicht wirklich am besten so. Den sie haben Recht, ohne uns sind sie sicherer. Und wenn das alles vorbei ist, dann rede ich nochmal mit ihr. Irgendwann muss sie ja zur Vernunft kommen." James erwiderte darauf nichts, sondern nickte nur.
„Lass uns schlafen gehen, ich muss morgen früh los." James küsste sie bevor sie die Treppe zum Schlafzimmer hoch ging. Er selber blieb noch einen kurzen Moment im Wohnzimmer stehen. „Bei Merlin wie hab ich nur geschafft diese Frau zu gewinnen.", seufzte er. „Womit hab ich das nur verdient.", er vergrub seine Gesicht in den Händen, dann stand er abrupt auf um nun auch ins Bett zu gehen.

Changes | JilyWo Geschichten leben. Entdecke jetzt