Die Osterferien rückte immer näher und mit den voranschreitenden Wochen wurde auch das Wetter immer besser. Doch anstatt die Sonnenstrahlen und wie Wärme die sie mitbrachten zu genießen mussten die Siebtklässler weiterhin mit ihren Hausaufgaben kämpfen.
Vor allem James fiel das viele Lernen schwer. Die letzten Jahre hatte es gereicht im Unterricht anwesend zu sein und ab und an mal Hausaufgaben zu machen. Gelernt hatte er bis dahin nicht allzu viel und trotzdem immer gute Noten bekommen. Er hatte sich auf sein Naturtalent, Dinge schnell zu verstehen, verlassen. Doch das ging nun nicht mehr. Und so bliebt ihm nichts anderes übrig als sich an seine Zaubertranks Hausaufgaben zu setzten.
Zaubertränke war ihm schon immer am schwersten gefallen. Die Grundlagen beherrschte er aber kam es zu Sonderfällen oder zu komplizierten Tränke war es hilflos.
Lily dieses Jahr an seiner Seite zu haben hatte sein Können zwar verbessert, dennoch fiel es ihm immer noch schwer bestimmte Zusammenhänge zu erkennen.
Seit zwei Stunden saß er nun da und starrte auf sein leeres Blatt. Ein aufgeschlagenes Buch „Die gefährlichsten Gifte und wie man sie erkennt" lag neben ihm. Aber die Erläuterungen, die dort standen, hatten ihm kein Stück weiter geholfen.
Immer wieder blitzten seine Augen zu Lily rüber, die ebenfalls mit einem Buch und einem Stück Pergament, was allerdings schon gänzlich beschrieben war, an einem Tisch im Gemeinschaftsraum saß.
Er könnte sie ja einfach fragen, ob sie ihm hilft. Aber gleichzeitig wollte er nicht, dass sie dachte er würde sich keine Mühe geben und es sich einfach machen.
Er seufzte und stand auf. Es hatte keinen Sinn so weiter da zu sitzen, er kam einfach nicht weiter.
„Uhm Lily? Kannst du mir vielleicht bei meinen Zaubertrank Hausaufgaben helfen. Ich komme da nicht weiter.", fragte er kleinlaut.
„Ja, warte einen Moment. Ich bin gleich fertig." Sie kritzelte einen abschließenden Satz auf das voll beschriebene Pergament, stand dann auf und folgte James zu seinem Platz.
„Ich hab mir die Stelle durchgelesen auf die Slughorn verwiesen hat aber ich versteh rein gar nichts.
„Was heißt der Trank hat einen expressiven Geruch .Der betroffene leidet unter Dysphorie und neigt zu megalomanen Verhalten?"
„Also eigentlich heißt das nur, dass der Trank einen sehr starken Geruch hat. Viele Gifte kann man nicht so leicht heraus riechen aber bei dem hier ist das ziemlich einfach. Wenn ich mich nicht irre, stinkt er stark nach verfaulten Eiern. Die Betroffenen sind meistens schnell gereizt und oft auch melancholisch. Das ist aber nur die erste Phase. Anschließend werden sie größenwahnsinnig und sind dann kaum noch zu kontrollieren.", erklärte Lily.
„Danke.", erleichtert sah er nun auf und blickte Lily in die Augen. Das gewohnte Gefühl in ihnen zu versinken und sich noch mehr in sie zu verlieben stieg in James auf. Er neigte sich langsam nach vorne, doch anstatt sie zu küssen, stieß er sein Tintenfass um. Die Tinte sickerte langsam raus und tränke das nun doch beschriebene Pergament in blau, so, dass man kein einziges Wort mehr lesen konnte.
„Verdammt.", schrie James und versuchte ungeschickt die Tinte mit einem Papiertuch zu trocknen.
„Lass mich mal.", mit einem Schwänker ihres Zauberstabs verstand die Tinte und die eben geschriebenen Worte erschienen wieder.
„Danke. Du bist ein Engel."
Mit Lily's Hilfe hatte James nach einer halben Stunde sein Aufsatz fertig.
„Danke, danke, danke.", nach jedem Wort küsste er sie. „Was würde ich bloß ohne dich tun."
„Wahrscheinlich deinen Abschluss nicht schaffen.", zwinkerte sie.
Er küsste sie noch einmal, drehte sich dann zu Sirius um, der ebenfalls krampfhaft versuchte seinen Aufsatz fertig zu schreiben, und rief quer durch den Raum.
„Ey Tatze, kommst du mit runter, ein bisschen fliegen?"
Das ließ sich Sirius nicht zweimal sagen. Sofort ließ er seine Feder fallen, rollte sein Pergament zusammen, schraubten sein Tintenfass zu und sprang auf.
„Da musst du mich doch nicht fragen. Ich bin immer für eine nette Pause vom Lernen.", grinste er.
„Was ist mit die Evans? Kommst du mit?", fragte er nun an Lily gewandt, die sich gerade wieder an eine weitere Hausaufgabe machen wollte.
„Nein, ich werde mich an meine Kräuterkunde Hausaufgaben setzten."
Und so verließen sie alleine den Gemeinschaftsraum und gingen zum Quidditchfeld, wo sie sich sofort auf ihre Besen schwangen.
Die warme Luft zog an James vorbei und er fühlte sich seit langen wieder richtig befreit. Die letzten Wochen waren anstrengend gewesen, sodass er keine Zeit hatte ein paar Runden zu fliegen. Um so schöner war es jetzt, das gewohnte Gefühl von Freiheit in sich zu spüren.
Eine Weile zogen sie nur ihre Runde um das Stadion. Bevor sie anfingen, sich den Quaffel hin und her zu werfen.
„Was ist eigentlich mit Evans? Hast du es ihr endlich gesagt?", rief Sirius ihm zu.
„Nein. Hab mich nicht getraut. Wir sind doch noch nicht so lange zusammen und ich will sie nicht unter Druck setzten. Es geht mir auch gar nicht darum, dass sie auch so fühlt. Ich weiß, dass das noch zu früh ist aber ich denke, sie würde sich verpflichtet fühlen, wenn ich es sage und das will ich nicht.", gab James zu.
„Ja gut aber was ist wenn sie es dir nie sagt, weil sie denkt du bist noch nicht soweit? Dann steht ihr beide da, wollt es sagen und keiner macht es. Irgendjemand muss anfangen."
„Ich habe überlegt, ob ich sie frage, ob sie mich in den Osterferien besuchen will.", platzte es aus James heraus, als wolle er schon lange mit jemanden darüber sprechen.
„Na dann mach es doch. Deine Eltern werden sie lieben und ich werde dir sicher nicht im Weg stehen. Du weißt, dass ich Evans mag."
„Denkst du sie würde ja sagen?", sprach James seine Zweifel aus.
„Ja warum sollte sie nicht. Ihr seid zusammen. Frag sie einfach. Und da wir gerade von ihr sprechen. Sie hatte anscheinend doch keine Lust auf Hausaufgaben.", er deutete in Richtung Tribüne, wo Lily nun auf einem Sonnenplatz saß und sie beobachtete.
James drehte sich zu ihr um und konnte es mal wieder nicht fassen wie wunderschön sie war.
Er war so damit beschäftigt sie anzustarren, dass er nicht mitbekam wie Sirius seinen Namen rief und ihm den Quaffel zu warf. Im nächsten Moment spürte er nur einen kräftigen Schmerz im Gesicht, was ihn vom Besen kippen ließ. Da sie aber nur wenige Meter über dem Boden waren, tat der Aufprall nicht allzu sehr weh.
Kurz darauf erschienen ein Paar grüne Augen über seinen.
„Ist alles okay?", fragte Lily besorgt und küsste ihn.
„Ja, jetzt schon.", grinste er und zog sie noch einmal zu sich herunter.
„Sucht euch ein Zimmer.", hörte er Sirius' Stimme rufen.
„Das wäre um einiges einfacher, wenn ihr nicht immer alle in eurem Schlafsaal hocken würdet.", rief Lily zurück.
„Oho Evans, sag das doch gleich, dann verschwinden wir für ein paar Stunden damit ihr eure kleinen versauten Dinge tun könnte.", grinste Sirius und wackelte mit seinen Augenbrauen.
„Wenn ich gewusst hätte, dass es dieses Angebot gibt, hätte ich das schon längst angenommen.", zwinkerte Lily und half James auf.
„Du solltest zu Madam Pomfrey. Nur zur Sicherheit.", sagte sie nun an James gewandt.
„Ach Quatsch, das war doch gar nichts.", winkte er ab.
„Na gut aber versprich mir, dass du es dir überlegst, wenn du doch Schmerzen hast, ja?"
„Okay.", gab sich James geschlagen und gab Lily ein Kuss auf die Stirn.
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Changes | Jily
Fiksi PenggemarDas Glas zerbrach mit einem lauten klirren. Sie hatte gar nicht gemerkt mit was für einer Wucht sie das Glas auf den Tisch stellen wollte. „Lily, alles okay?", fragte sie Marlene besorgt. „Ja.", antwortete Lily bissig und warf noch ein Blick zwei Ti...
