Lily starte auf das Blatt Pergament vor ihr, auf dem bisher nur zwei Worte standen: „Liebe Petunia". Weiter war Lily nicht gekommen. Ihre Gedanken schweiften ab, zurück in ihre Kindheit, in der Petunia und sie noch wie beste Freunde waren, bevor Lily herausgefunden hatte, dass sie eine Hexe war.
Es war noch dunkel, allerdings konnte man schon langsam die Sonne hinter den Bäumen am Horizont erahnen. Lily lag wach, sie hatte einen merkwürdigen Traum gehabt. Sie konnte sich nicht mehr an viel erinnern, nur an einen plötzlichen Schneefall in ihrem Zimmer. Sie sank schon fast wieder in den Schlaf als sie das Weiße um sie herum bemerkte. Es war kein Schnee, sondern Daunenfedern. Mit einem Mal war Lily hellwach, sie setzte sich auf und starte um sie herum.
Ihr Zimmer war bedeckt von Federn, kleinen, weißen, weichen Federn aus ihren Kissen. Plötzlich bekam sie Angst, Lily wusste nicht genau wieso aber sie wollte nur hier raus. Sie hüpfte aus ihrem Bett und schlich leise aus ihrem Zimmer über den Flur und öffnete die Tür von Petunias Zimmer.
„Tunia?", flüsterte sie leise ins Dunkle hinein. Sie ging ein Stück näher ans Bett. „Tunia?", fragte sie ein weiteres Mal. Diesmal bekam sie als Antwort ein müdes „Hm?"
„Kann ich bei dir bleiben?" Ohne etwas Weiteres zu sagen schob Petunia die Bettdecke beiseite und Lily schlüpfte zu ihr ins Bett.
„Alles okay?", fragte Petunia nun doch. „Nur ein Albtraum.", murmelte Lily. „Alles gut, dir passiert nichts, ich pass auf dich auf.", flüsterte Petunia nahm ihre Schwester in den Arm bevor sie beide wieder einschliefen.
Lily erinnerte sich, dass alle Federn verschwunden waren und ihr Zimmer aussah wie immer, als sie am Morgen zurück in das Zimmer gekommen war. Damals hatte sie gedacht, das alles geträumt zu haben. Heute wusste sie, es war Magie.
Es war komplizierte zwischen ihnen geworden als Lilys Magie zwar noch unbewusst aber vor Petunia geschehen war. Lilys Gedanken wanderten zurück an einen lauen Sommertag.
Lily und Petunia waren in diesem Sommer oft auf dem kleinen Spielplatz in der Nähe ihres Hauses gewesen, da dieser meistens menschenleer war.
Auch an diesem Tag waren sie alleine. Sie schwangen auf Schaukeln, Lily viel höher als Petunia. Petunia war damals schon die vorsichtigere gewesen, jemand der sich immer an die exakten Regeln hielt. „Lily, nein mach das nicht!", schrie Petunia ihr zu. Aber Lily hörte sie überhaupt nicht, sie hatte die Schaukel am höchsten Punkt losgelassen und war von der Schaukel geflogen, nicht wie bei anderen Kindern, die von der Schaukel sprangen und ein paar wenige Meter weiter mit einer enormen Geschwindigkeit auf den Boden fielen. Nein Lily flog tatsächlich, sie landete lachten und sehr leichtfüßig wie eine Elfe auf den Boden. Petunia sah sie entrüstet an. „Mami hat dir gesagt, dass du das nicht tun sollst." „Mami hat dir gesagt, dass du das nicht darfst.", wiederholte sie. Auch Petunia hatte ihre Schaukel gestoppt, allerdings weniger elegant als Lily, und starrte ihre Schwester mit den Händen in die Hüfte gestützt wütend an.
„Aber mir geht's gut.", wiedersprach Lily immer noch lachend. Für Lily war dieses Gespräch beendet gewesen, sie hatte eine herabgefallen Blüte aufgehoben. „Schau mal Petunia, was ich machen kann." Sie hatte gewartet bis Petunia ganz nah war, dann öffnete sie ihre Hand. Die Blüte darin öffnete und schloss sich immer wieder. „Hör auf damit!", schrie Petunia schon fast hysterisch. „Die tut dir doch nichts.", erwiderte Lily und begutachtete das kleine Schauspiel noch ein wenig weiter, dann warf sie die Blüte wieder weg. „Wie machst du das?", hatte Petunia gefragt.
Doch bevor Lily antworten konnte, war Severus Snape erschienen.
Lily schüttelte leicht den Kopf um den Gedanken abzuschütteln, sie wollte jetzt nicht an Snape denken. Das war den Anfang gewesen, der Anfang von der Entfremdung zu ihrer Schwester.
Lily senkte den Blick wieder auf das Pergament und schrieb ohne weiter nachzudenken drauf los.
Liebe Petunia,
ich wollte dir nur mitteilen, dass unser Sohn Harry James Potter am 31.Juli geboren wurde.
Ich wünsche dir und deiner Familie noch einen angenehmen Tag.
In Liebe
Lily
Ohne den Brief noch ein weiteres Mal durchzulesen, nahm sie ihn und befestigte diese am Bein, der Eule, die Marlene ihr geliehen hatte.
Sie sah der Eule an Weile nach bis sie am Horizont verschwand.
Lily lehnt sich in ihrem Stuhl zurück und ließ den Blick durch ihr Wohnzimmer schweifen. Das Haus war ruhig, man konnte nur ein leises Schnarchen von der Couch aus hören. Da lag James zusammen mit Harry, beide schliefen seelenruhig. Lily schmunzelte bei dem Anblick, Harry sah James erstaunlich ähnlich. Die Haare genauso schwarz und unordentlich und auch das Lachen ähnelte sich jetzt schon sehr. In ein paar Jahren, hatte Harry bestimmt genau dasselbe Lachen, denselben Gang und dieselbe Größe. „Nur hoffentlich nicht, dasselbe Talent, sich in Schwierigkeiten zu bringen.", dachte Lily, musste aber auch bei diesem Gedanken leise lachten, denn sie war sich ziemlich sicher, das genau das passieren würde. Sie würde ständig Briefe aus Hogwarts kriegen, weil ihr lieber Sohn viel zu sehr nach seinem Vater kommt. Harry bewegte sich leicht und öffnete die Augen.
Damit James nicht geweckt wurde nahm sie den kleinen Mann hoch und ging mit ihm nach oben ins Schlafzimmer.
Als James aufwachte, war er alleine im Wohnzimmer. Wie lange war er weg gewesen, er wollte doch eigentlich nur so lange neben Harry liegen bis dieser eingeschlafen war.
Etwas verschlafen rieb er sich die Augen. „Lily?", rief er in den Raum, doch keine Antwort. Er stand schlaftrunken auf und ging langsam die Treppe hoch. Er hörte Lilys Stimme aus dem Schlafzimmer.
„Und verspreche mir wenigstens, dass du dich auf in der Schule anstrengst, wenn du schon so nach deinem Dad kommst und wie wärst wenn du nicht zu früh mit dem Quidditch anfängst, ich weiß nämlich nicht, ob ich das aushalte, wenn mein Kleiner ständig auf einen Besen steigt und von Klatscher getroffen wird." James öffnete die Tür leise und sah wie Lily im Bett saß und mit Harry sprach, der sie mit großen Augen anschaute.
„Ja hast du mich verstanden, ich finde du solltest lieber dem Schachklub beitreten oder so."
„Dem Schachklub?", fragte James lachend und Lily blickte überrascht auf.
„Das ist doch voll uncool. Ich finde Quidditchspieler passt eher zu ihm.", grinsend setzte er sich neben Lily.
„Nur weil er aussieht wie du heißt es ja nicht, dass er auch deinen Charakter hat. Vielleicht hat er dein Aussehen aber mein Charakter.", Lily sah James herausfordernd an.
„Na hoffentlich nicht, zwei solche Temperamente brauch ich ihr echt nicht.", lachte James laut auf.
„Aber ich will hier zwei Chaoten haben.", Lily sah ihn mit hochgezogener Augenbraue an.
„Es würde auf jeden Fall nie langweilig werden.", grinste James noch breiter und küsste sie.
„Ich hab nie damit gerechnet, dass es langweilig wird.", murmelte Lily. James hatte davon allerdings nichts gehört. Er war damit beschäftigt Harry Grimassen zu scheiden. Lily lehnte sich an James Schulter an und lauschte den Geräuschen von James und Harry bis sie einschlief.
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Changes | Jily
Fiksi PenggemarDas Glas zerbrach mit einem lauten klirren. Sie hatte gar nicht gemerkt mit was für einer Wucht sie das Glas auf den Tisch stellen wollte. „Lily, alles okay?", fragte sie Marlene besorgt. „Ja.", antwortete Lily bissig und warf noch ein Blick zwei Ti...
