Ihre sicht
Ich werde von Cassy geweckt, die mich ununterbrochen antippt und nicht in Ruhe lässt. „Luna, steh auf! Ich muss dir etwas erzählen.“ Ihre Worte nehme ich nur am Rande wahr. „Cassy, ich schlafe doch noch. Nerv nicht und verpiss dich bitte... Geh schlafen“, gähne ich genervt und wälze mich ein paar Mal hin und her.
„Luna, es ist schon 10 Uhr! Du musst doch auch arbeiten. Also schwing deinen Arsch ins Badezimmer und mach dich fertig!“, sagt sie diesmal lauter und strenger. Sofort springe ich auf und schaue auf den Wecker. Fuck.
„Ich bin schon wach. Hmmm... Hast du schon Ria aufgeweckt? Ich... ich mach mich schnell fertig, dann Frühstück und muss dann los. Fuck, ich darf nicht zu spät kommen!“, rede ich ohne Pause auf sie ein.
„Beruhig dich, Ria ist wach und frühstückt gerade. Alles entspannt.“ Sie legt ihre Hand auf meine Schulter und erleichtert mich. Ich liebe sie.
„Danke, Cassy, danke für alles. Du bist mir so eine große Hilfe! Was wolltest du mir erzählen?“, frage ich sie neugierig, da sie mit diesem 'du wirst es nicht fassen'-Blick vor mir sitzt.
„Alsoooo, ich hab dir ja erzählt, dass ich mich in New Orleans beworben habe, um Abitur zu machen...“, fängt sie an. Doch ich weiß sofort, dass sie angenommen wurde.
„Du wurdest angenommen, oder? Ich freue mich so sehr für dich! Wann gehst du?“, frage ich eher traurig. Immerhin ist sie die einzige Person, die ich hier in New York kenne.
„In zwei Monaten bin ich weg“, erwidert sie und legt ihren Kopf schief. Sie sieht so glücklich aus, schließlich war das ihr größter Traum, in New Orleans Abitur zu machen. Ich würde auch gerne dort weiter lernen, aber habe andere Verpflichtungen, denen ich nachgehen muss.
„Ich freue mich so für dich, Cassy, aber ich werde dich so sehr vermissen. Das wird eine harte Zeit ohne dich“, wiederhole ich mich und nehme sie in den Arm.
„Wir werden jeden Tag voneinander hören“, verspricht sie mir und gibt mir einen Kuss auf die Wange. Nickend stehe ich auf und gehe mit Cassy zusammen ins Badezimmer.
„Ich schminke dich heute. Keine Widerrede!“, schmunzelt sie und macht mir klar, dass sie keinen Widerspruch akzeptiert.
„Aber übertreib nicht“, warne ich sie und stelle mich vor sie. Cassy liebt es, aufdringlich auszusehen. Sie holt einen knallroten Lippenstift heraus und hält ihn mir vor die Nase.
„Cassy, ich sagte, übertreib nicht. Ich gehe zur Arbeit, nicht auf ein Date“, protestiere ich und gehe einen Schritt zurück.
„Sei leise, du kannst auch mal gut aussehen“, meint sie und grinst mich an.
Ich schaue sie mit gerunzelter Stirn an. Sie fängt an zu grinsen. Ich will nicht arrogant klingen, aber ich habe volle Lippen, lange gesunde Haare und einen schönen Körper.
„Wie, du kannst auch mal gut aussehen, ich seh immer gut aus“, kichern wir beide. „Ich mach nur Spaß, aber du kannst heute mal etwas aufdringlicher aussehen. Vielleicht verguckst du dich in jemanden, und dann könnt ihr Julia und Romeo spielen.“
„Cassy, mach einfach und träum nicht so viel.“ Nachdem sie fertig ist, gehe ich zu meinem Kleiderschrank. Sie hält mir ein rotes Kleid vor die Nase.
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Lovely Silence To Death
RomanceDurch ein Missverständnis trifft sie auf ihn. Vasco Garcia. Der skrupellose Mafiosi vor dem sich jeder und alles fürchtet. Er will sie nicht mehr gehen lassen. Ist es liebe oder doch nur das Gefühl macht über sie haben zu wollen? Textausschnitt: Er...
