Ihre sicht
,,plötzlich hat jemand die Tür aufgerissen und mir somit ermöglicht zu flüchten. Ich habe ihn nach Hilfe gefragt, aber – aber er machte nicht den Anschein, mir zu helfen. Außerdem war er angsteinflößend und sah alles andere als hilfsbereit aus“, wimmere ich, und Cassy nimmt mich in den Arm.
Ich hatte es geschafft zu entkommen. Ich bin direkt nach Hause gesprintet, zum Glück hatte Ria schon geschlafen. Sie würde hundert Fragen stellen, die ich nicht beantworten könnte. Wäre dieser Mann nicht hereingestürmt, hätte ich es wahrscheinlich nicht geschafft zu fliehen. Nur wollte er mir nicht helfen, denn als ich ihm davon erzählt habe, zeigte er nicht einmal Anzeichen, mir zu helfen oder mich in Schutz zu nehmen. Nichts. Er stand einfach da und hat mich angeschaut, wahrscheinlich hat er sich über mich lustig gemacht.
„Was ist dann passiert, wie hast du es hierher geschafft?“, holt mich Cassy aus meinen Gedanken.
„Also, die Tür war auf, ich bin einfach rausgerannt und habe dann nur noch einen Schuss gehört … Cassy, warum ich? Was habe ich getan, dass mein Leben nur den Bach runtergeht? Ich versuche immer, alles richtig zu machen, aber es klappt nicht. Aber warum?“, schluchze ich schon.
Es tut einfach nur noch weh zu wissen, dass nie etwas gut läuft, egal wie viel Mühe ich mir gebe. Inzwischen habe ich mit dem Tod meiner Eltern abgeschlossen, doch noch immer frage ich mich, wie einfach das Leben wäre mit einer gesunden Familie. Sie würden mir alle Sorgen nehmen und mich unterstützen. Ich hätte nicht so viel Stress mit 18 Jahren. Vielleicht hätte ich mich auch weiterbilden können.
„Sag so etwas nicht, bitte. Ich habe mir solche Sorgen gemacht, aber niemals mit einer Entführung gerechnet. Bitte lass uns zur Polizei gehen“, sagt sie und drückt mir ein Glas Wasser in die Hand.
„Cassy, diese Typen fürchten sich nicht vor Polizisten. Außerdem habe ich keine Beweise. Nichts. Ich kann jetzt nur noch hoffen, dass ich diesen Typen nicht begegne“, erkläre ich Cassy und wische mir die Tränen von den Wangen.
Es ist schlimm genug zu wissen, dass mir niemand helfen kann. Ich versuche einfach weiterzumachen und Ria nicht anmerken zu lassen, was passiert ist.
„Wie auch immer. Ich geh schlafen“, sind meine letzten Worte, bevor ich in mein Zimmer marschiere und mich ins Bett lege. Stumme Tränen rinnen mir über die Wange und durchnässen das Kissen, bis sich letztendlich meine Augen schließen und ich einschlafe.
..
Meine Augen öffnen sich, als ich etwas Lautes von unten höre. Ich schüttele den Kopf und will mich wieder schlafen legen, doch als ich höre, wie sich die Tür öffnet, bin ich hellwach. Cassy kann das nicht sein, und sonst hat niemand einen Schlüssel zur Wohnung. Vielleicht kickt meine Paranoia wieder, und Cassy ist nur kurz rausgegangen, weil sie nicht schlafen kann. Trotzdem stehe ich auf und ziehe mir schnell meine Jogginghose an, um runterzugehen. Gähnend gehe ich die Treppe hinunter.
Mir stockt der Atem. Angst. Pure Angst fühle ich, als ich Sergio in meinem Wohnzimmer sitzen sehe. Er trägt einen schwarzen Anzug und benutzt Krücken.
„Dachtest du wirklich, ich finde dich nicht mehr?“, fragt er mit einem selbstgefälligen Grinsen.
Ich schaue ihn nur mit geweiteten Augen an und spüre, wie mein Herz wie verrückt gegen meine Brust hämmert. Bitte lass das ein Traum sein. Ein ganz böser Traum, aber nicht die Realität.
„Was wol– wollt ihr von mir?“, stottere ich, kaum mehr als ein Flüstern.
„Weißt du was, Chica, du hast mir wehgetan und meine Befehle nicht befolgt. Böse Mädchen werden bestraft“, betont er die letzten Worte drohend.
Meine Gedanken liegen bei Ria und Cassy. Wenn die beiden jetzt aufwachen, wird das eskalieren. Ich muss die Polizei rufen. Ein Blick zur Küche, und ich renne hinein. Schnell nehme ich mir das Haustelefon zur Hand und tippe die Nummer der Polizei ein. Bevor ich jedoch den Anruf absetzen kann, wird mir das Telefon aus der Hand gerissen und gegen die Wand geworfen.
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Lovely Silence To Death
RomanceDurch ein Missverständnis trifft sie auf ihn. Vasco Garcia. Der skrupellose Mafiosi vor dem sich jeder und alles fürchtet. Er will sie nicht mehr gehen lassen. Ist es liebe oder doch nur das Gefühl macht über sie haben zu wollen? Textausschnitt: Er...
