Galahad PoV
Ein paar Sekunden mustere ich noch den schlaff am Boden liegenden Körper des hübschen Polizisten, nachdem einer meiner Angestellten ihm die Waffe auf meinen Geheiß übergezogen und ihn somit ausgeknockt hat.
Sichtlich unangenehmes Empfinden zeichnet sich auf den Gesichtern der Männer mir gegenüber ab, die herumdrucksend versuchen mir eine Ausrede für diesen Vorfall aufzutischen. Jedoch wende ich mich ohne groß weitere Worte ab zu Lucas, der geduldig wartet.
„Wo waren wir noch mal?" - „Beim Export. Wir liegen unter den Zahlen." - „Achja, genau."
Ich streiche mir das Haar zurück und gehe mit Lucas weiter. Sofort machen die Leute Platz und heben den jungen Mann vom Boden auf. Normalerweise wäre jetzt der Moment, um ihn zu eliminieren. Normalerweise hätte ich ihn aber auch schon weitaus früher kalt gemacht. Schließlich war er der erste Polizist, der meine Identität enthüllte, wenn auch er nicht viel später seinen Job verlor. Kenntnis über seine Widersacher ist unabdingbar.
Dennoch bleibt mein Blick an dem Blonden hängen, dessen Gesicht zugerichtet aussieht, ehe ich kurzerhand einen Entschluss fasse.
„Halt. Eine Exekution wird nicht notwendig sein." Der größte von ihnen wendet sich mir verwundert zu. „Aber er ist doch hier eingedru..." - „Es wird nicht von Nöten sein", wiederhole ich scharf aufgrund seiner Widerworte.
Ein Schlag gegen die Schulter seiner Kameraden folgt, worauf auch er eilig nickt. „Bringt ihn nach oben, dort nimmt man ihn euch ab", erkläre ich kurz angebunden, um mich darauf wieder Lucas zuzuwenden, der mich mit kritischem Blick betrachtet.
Die Augen des Asiaten blicken noch zweifelnder drein, als er es täglich pflegt. Auf diese Geste zucke ich mit den Schultern. „Ein ehemaliger Polizist macht sich gut als Informationsquelle", gebe ich einen Teil meines Anliegens preis, was ihn fürs Erste zu überzeugen scheint.
Meine rechte Hand ist trotz der paar Zentimeter Größenunterschied, die er auf mich herabblicken kann nicht überheblich. Er pflegt eine gesunde Vorsicht bei seinen Handlungen, die ich sehr an ihm schätze.
„Können wir dann also fortfahren?"
...
Hätte man mich vor fünfzehn Jahren gefragt, was ich werden wöllte. So hätte die Antwort entweder Feuerwehrmann oder Polizist gelautet. Hätte man mich jedoch auch vor fünfzehn Jahren gefragt, was ich von Drogen halte, so hätte ich noch nichts von meinem Geschäftssinn hinsichtlich des Verkaufs dieser gewusst und in einer Art und Weise geantwortet, wie alle vernünftigen Menschen es pflegen.
Drogen treiben einen in den Untergang und Schaden dem, der sie nimmt.
Im zweiten Teil dieser Aussage steckt jedoch mein Lebensweg. Sie Schaden dem, der sie nimmt. Sie schaden jedoch nicht denjenigen, die Profit aus Ihnen ziehen.
Fast schon lachhaft, dass damals die Drogen der Grund dafür waren...
„...nd da."
Lucas' Stimme reißt mich aus meinen Gedanken, ehe er mich an der Schulter anstupst.
„Hey, genug mit Tagträumen, wir sind da", ermöglicht er mir nun erneut seine Worte vollständig zu vernehmen, was mich langsam aus meiner Gedankenwelt auftauchen lässt.
Immer wieder faszinierend, wie man für Stunden aus dem Fenster starrt und gar nicht realisiert, dass man sein Ziel erreicht hat.
„Achja", murmle ich mit einem Schmunzeln, um darauf aus dem SUV zu steigen, gefolgt von meinem täglichen Schatten, der kurz ein paar Worte mit dem Fahrer wechselt, der darauf das unterirdische Parkhaus verlässt. Aus dem zweiten Auto steigen nun auch Jocelyn und Angie aus.
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Unplanned II BoyxBoy
RandomAm Rande des Abgrunds, der Verzweiflung ausgeliefert. Solche Zustände führen zu unerwarteten Taten. Ob sie gut oder schlecht sind. Als Expolizist lässt sie diese Frage schwer beantworten. Ist das nun gut? Ist es gut, den Mann zu verfolgen, der ein...
