Tee oder Kaffee?

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7 Jahre zuvor

PoV Silva

»Und wieder einer aus dem Weg...«

»Es kam erstaunlich schnell dazu. Ich hätte ihm zumindest ein paar Minuten mehr zugetraut, bevor er uns bedrohen würde.«

„Vermutlich hat ihn allein euer Anblick aus dem Konzept gebracht", wirft Lukas schulterzuckend ein, während wir uns auf dem Rückweg zur Zentrale befinden. Das Geschäftstreffen verlief – gelinde gesagt – nicht sonderlich zufriedenstellend.

Ich hatte bereits geahnt, dass Wilson versuchen würde, uns über den Tisch zu ziehen. Dennoch hofft man insgeheim auf einen reibungslosen Ablauf. Es ist schließlich nicht gerade ästhetisch, wenn der durchlöcherte Schädel des Geschäftspartners das eigene Hemd mit Blutflecken verziert.
Aber was soll's?

„Ein Glück, dass alles gut gegangen ist", bemerkt Lukas seufzend und rückt dabei seine Brille zurecht – eine Angewohnheit, die er sich angewöhnt hat, wenn er sich einen sarkastischen Kommentar verkneift oder etwas besser weiß.

Charles und ich verstehen diese Geste mittlerweile bestens. Wir tauschen einen kurzen, wissenden Blick.

„Wieso hätte es nicht?", frage ich Lukas schließlich.

„Unser Scharfschütze ist neu. Er hätte dich erschießen können."

Ich halte inne, als mir wieder einfällt, worauf er anspielt. „Ach stimmt – ist das nicht der von der ach so gut geplanten Razzia vor ein paar Monaten?" Ein selbstzufriedenes Grinsen schleicht sich auf mein Gesicht. „Wenn ich das mal so sagen darf: einer meiner besseren Auftritte."

Mein Bruder quittiert meine Bemerkung mit einem genervten Augenrollen. Natürlich hat er recht. Es war sein Verdienst, dass wir bereits Tage zuvor Zugriff auf ihr System hatten und ich meine kleine Show abziehen konnte. Dass ich dabei der Polizei jedoch auch noch ihren talentiertesten Scharfschützen abwerben würde, war selbst für mich eine Überraschung.

„Genau der. William Eddins", bestätigt Lukas. „Ich hatte befürchtet, er könnte noch immer für die Polizei arbeiten und die heutige Gelegenheit nutzen."

Nachdenklich senke ich den Blick. „Er stand unter Beobachtung. Es hätte auffallen müssen, wenn er noch Kontakt zu seinem alten Team hätte."

„Trotzdem ein Risiko", kommentiert Charles mit einem Schulterzucken.

„Oder? Ziemlich riskanter Typ. Dem sollte man echt nicht vertrauen."

Die unbekannte Stimme lässt uns alle abrupt aufblicken. Verwirrt richte ich meinen Blick nach vorne, zum Fahrer des Vans – und stelle fest, dass die zerzausten braunen Haare nicht zu meinem eigentlichen Chauffeur gehören.

»Wer bist...«, will ich bereits ansetzen, da dreht sich an der Ampel amüsiert das Gesicht zu uns und ich erkenne besagten Scharfschützen.

„Sorry, aber Robb ging's nicht gut", erklärt er seelenruhig. „Bei dem ganzen Chaos hat er jemanden gebeten, für ihn einzuspringen. Er sitzt im Wagen hinter uns. Und ich – dieser nicht vertrauenswürdige Killer – fahre die feinen Herrschaften jetzt nach Hause."

Sein amüsierter Tonfall entlockt mir ein leises Schmunzeln. Mein Blick fällt auf das Gewehr, das unter dem Vordersitz aufblitzt.

„Verstehe", sage ich schließlich. In meinen Augenwinkeln sehe ich die fassungslosen Gesichter meiner Begleiter.

Charles hasst es, sich unnötig in Gefahr zu begeben – und heute hatte ich ihn gezwungen, dabei zu sein. Lukas hingegen sieht alles andere als begeistert über diesen Zufall aus.

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⏰ Letzte Aktualisierung: Mar 29, 2025 ⏰

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