Endlich raus

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Freue mich über Livereactions.

Und erneut, Achtung. Triggerwarnung für den restlichen Teil der Geschichte.
POV Silva

Mit einem überraschend ruhigem Gefühl streiche ich mir langsam die Blutverschmierten Handschuhe vorne den Händen. Meine Schritte hallen in dem todstillen Gang. Der Kontrast meiner makellosen Haut mit dem glänzenden Rot, was langsam zu Boden tropft ist nahezu faszinierend.

Ich höre das Klopfen meines Herzens. Es ist langsam und gleichmäßig.

So war es auch, als ich meine restliche Kleidung ebenso mit Blut befleckt habe, geschmückt von Schreien des Schmerzes.

Ob er mich noch immer so ansehen würde, wüsste er, welches Monster vor ihm steht? Wenn er wüsste, wie viel Blut bereits an meinen Händen klebt, mich begleitete auf meinem Weg dahin, wo ich nun bin. Wenn er wüsste, welch ein Gefühl es ist, das Leben aus den Augen der eigenen Widersacher weichen zu sehen.

Wenn er wüsste, dass seine Angst damals durchaus berechtigt war.

Die warme stickige Luft füllt meine Lungen, als ich angewidert meine Kleidung mustere. Seit Jahren habe ich mir nicht mehr diese Frage gestellt, die durch meine Gedanken schleicht. Ein Leben war mir nur so viel wert, wie ich es für mich hätte nützen können. Was als belanglos erschien, wurde dementsprechend behandelt. Und doch frage ich mich, war es recht? Recht, Vergeltung auszuüben? Sich daran erfreuen, wie diese Männer schrien, wie es wohl Ryon getan hatte.


Mein Blick liegt auf dem Mann, der allmählich sein Bewusstsein erlangt. Ein fettes schändendes Schwein, dem Ryon offensichtlich schon einen Denkzettel verpasst zu haben scheint. Seth Johnson. Ein bedeutungsloser Kleinkrimineller, Anführer einer Lachhaften Gang. Die ganz großen offenbar. Ein oder zwei Mal haben wir sie für Deals genutzt, doch nicht sonderlich zuverlässig.

Wenn ich mich recht entsinne, ist Billy einmal mit ein paar dieser Gruppe aneinander geraten. Überhebliche Clowns, die ihn bei der Arbeit behinderten. Mitbekamen, er gehört der Organisation an.

Wie war es noch? Nach fünf Minuten war es Billy zu viel und er spielte dem Leiter dieser Schlägertruppe russisch Roulette. Kreativ, doch bei weitem keine Option für den Mann, dem ich mich persönlich annehme.

Amüsiert beobachte ich Johnson, wie er zu sich kommt, und zu seinem Schreck bemerkt, dass er an einen Stuhl gekettet ist. Natürlich schreit er. Oder er versucht es eher. An seiner Aussprache mangelt es. Ryon kann sehr gefährlich sein, wenn er will. Doch nicht einmal ansatzweise, wie ich es vermag.

Mit verschränkten Armen neben mir schnaubt Billy verächtlich, als er durch die Schreibe den Mann beobachtet.

»Kastriere ihn« Brummt er mit kehligem Hass in der Stimme, den ich vollends nachvollziehen kann. Ich verziehe die Lippen leicht und schüttle den Kopf.

»Nein... Noch nicht jedenfalls. Was nützt es mir, wenn er bei unsauberer Arbeit einfach so verblutet. Er soll doch das volle Programm kriegen. Immerhin soll doch keiner Behaupten, ich würde Angelegenheiten nicht ernst nehmen«
Ich sehe Billy, der sich mir zuwendet. »Dieses Schwein hat Ryon vergewaltig. Er...« Er stößt sauer die Luft aus. Ich sehe zu ihm und mustere Billy für einen Moment. Es zirpt ein wenig in mir, als ich ihn mustere.

»Billy, glaube doch nicht ernsthaft, ich würde ihm nicht die Hölle auf Erden bereiten. Nur bin ich der Ansicht, es solle doch durchaus seine Zeit wert sein. Nicht wahr?«
Billy runzelt leicht die Stirn und nickt langsam. »So lang du dich revanchierst in seinem Namen«

Ich entgegne dies mit gleicher Geste. Für einen Moment ist es still, als es doch mit mir durchgeht. Billy will sich gerade abwenden, da schnellt meine Hand nach vorn und packt seinen Kiefer. Mein Griff ist so fest, Billy erschreckt sich. Bevor er reagieren kann, blitzt die Klinge meines Messers auf, die gefährlich an seiner Kehle drückt.

Unplanned II BoyxBoyWo Geschichten leben. Entdecke jetzt