PoV Silva
Zugegeben, Gewissensbisse sind keine angenehme Art, mit der man aufwacht. Wenn man dabei sich aber in den Armen eines tollen Mannes wiederfindet, bleibt jedoch kaum Zeit und Lust dafür, den Fehler zu überdenken.
Fasziniert blicke ich zu dem blonden Mann, der noch friedlich schläft. Seine Lippen sind dabei einen Spalt geöffnet, sein ruhiger Atem trifft auf meine Haut.
Ich seufze entspannt und platziere meinen Kopf auf meinem Arm, um dieses persönliche Heimkino weiter zu genießen, dabei in Gedanken an letzte Nacht. Ich glaube, ich hatte noch nie so liebevollen Sex. Und vor allem nicht welchen, bei dem mein Partner, offensichtlich alles tat, dass es auch mir gefällt.
Wie ist dieser Polizist mir nur über den Weg gestolpert? Es ist klar, dass es falsch ist. Aber ist es denn so falsch, dass bei dem Abstand in meiner Ehe, das Herz sich einen anderen Anker sucht?
Augenblicklich zuckt mein Körper zusammen und ich atme tief ein. Nein, ich habe gerade nicht zugeben, dass ich Ryon mag. Nicht ganz. Verdammt, es ist zum Durchdrehen.
Aber dennoch war letzte Nacht, nein, die letzte Zeit schön. Ryon ist einfach Ryon. Keine hinterhältige Schlange. Er ist ehrlich und lieb. Er folgt seinem Herz, versucht das Richtige zu tun und ist so aufrichtig. Fast schon ein Jammer, dass er an jemanden wie mich gerät.
Bedrückt senke ich den Blick und streiche sanft über seine nackte Brust, die sich langsam hebt und senkt. Ein Schmunzeln huscht über meine Lippen, als ich dabei seinen Herzschlag spüren kann, der gleichmäßig wie seine Atmung ist.
Zufrieden schließe ich die Augen und beschließe, diesen Moment zu genießen, solang er andauern mag. Denn ich weiß, dass dies nicht sonderlich lang sein wird.
Also schmiege ich mich an seine Brust, fahre mit der Hand durch sein schönes weiches Haar, nur um zu merken, wie er dabei die Arme um meine Hüfte schließt und mich nah an sich zieht. Er brummt verschlafen, was mich schmunzeln lässt.
»Müssen wir schon aufstehen?« Vernehme ich gedämpft seine verschlafene Stimme, die in mein Haar nuschelt und er leicht daran schnuppert.
Ein amüsiertes Grinsen bleibt mir nicht aus, weshalb ich den Kopf hebe. »Dir auch einen guten Morgen« Die schönen blauen Augen blinzeln mich müde an und fallen ihm immer wieder zu. Dabei stielt sich jedoch ein kleines Lächeln auf sein Gesicht. »Das war kein Ja, also bleiben wir noch liegen, oder?« Der darauffolgende Hundeblick hat es in sich. Ryon ist sich dem vielleicht nicht bewusst, aber er hat eine unglaubliche Wirkung an sich, die ich schwer beschreiben kann.
»Du bist also ein Morgenmuffel« Stelle ich belustigt fest und lasse mich dabei näher an ihn ziehen. Ryon schnaubt. »Gar nicht. Nur bin ich noch total kaputt vom Sex. Habe gar keine Kraft mehr« Ein Lachen meinerseits bleibt nicht aus, wofür ich einen Klaps auf den Po erhalte. »Du musstest ja nicht viel machen. Also lach nur«
Unglaublich.
Kopfschüttelnd lasse ich ihn mich weiter als Teddybär missbrauchen und luge auf die Uhr an der Wand. Halb neun, eine annehmbare Zeit.
Also drehe ich mich leicht und beginne sanft Küsse auf seinen Hals zu hauche, da ich in dieser Umklammerung nicht viel ausrichten kann. »Wenn du aber jetzt aufstehst, hast du heute noch viel mehr vom Tag« Ryon kontert: »Ich bin eher ein Nachtmensch, wie du ja gestern deutlich gesehen hast« Punkt für ihn.
Ich schnaube amüsiert, winde mich aber jedoch aus seinen Armen, was er mit einem mürrischen Schmollen quittiert. Ächzend strecke ich mich und sehe an mir noch ein paar Spuren von gestern Abend. Die müssen dann aber auch mal weg.
Also stehe ich auf und sehe über die Schulter zu Ryon, der mehr auffällig als unauffällig zu mir herüber starrt. »Wenn du mir weiter auf den Arsch schauen willst, dann komm mit duschen und entledige dich dieser Bettdecke« Meine ich trocken dennoch mit einem Schmunzeln auf den Lippen, was ihn augenblicklich erröten lässt. Sehr subtil ist er nicht wirklich.
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Unplanned II BoyxBoy
RandomAm Rande des Abgrunds, der Verzweiflung ausgeliefert. Solche Zustände führen zu unerwarteten Taten. Ob sie gut oder schlecht sind. Als Expolizist lässt sie diese Frage schwer beantworten. Ist das nun gut? Ist es gut, den Mann zu verfolgen, der ein...
