POV Ryon
Zwilling... Er hat einen verdammten Zwilling?!
Perplex blicke ich auf die geschlossene Tür und blase überfordert die Wangen auf. Ich habe gerade also wirklich Galahads – Nein, Silvas Angebot zugestimmt dieser Organisation beizutreten...
War das die richtige Entscheidung? Schließlich könnte ich das nutzen, um an ihn ranzukommen und auszuliefern. Doch kann ich dennoch nicht die Worte vergessen, die vermutlich stimmen. Kann ich je zur Polizei zurück? Je wieder mein altes Leben leben?
Aber ich könnte zumindest diesem Verbrecher das geben, was er verdient. Und zwar den Knast.
Das Öffnen der Tür lässt mich aufschrecken und die Ärztin, die mich bereits bei meiner Ankunft untersucht hat, tritt ein. Unterm Arm einen Koffer und in der Hand ein Klemmbrett. Mich etwas komisch so im Bett fühlend, sehe ich zu ihr.
„So, wir dürfen also den Beitritt eines neuen Mitglieds feiern. Glückwunsch." Ihre Stimme erinnert mich irgendwie an eine Hyäne. Sie hat etwa angriffslustiges an sich, was ich nicht erklären kann, obwohl sie recht gelassen wirkt.
Ihr Blick fällt auf das Tablett, auf dem ein paar Brötchen, Obst und Belag liegen.
„Erst Frühstück oder Untersuchung?", richtet sie ihre Frage an mich und sieht mich aus ihren aufmerksamen grünen Augen direkt an. Das kurze perfekt frisierte kinnlange Haar lässt sie beinahe wie eine Puppe wirken. Als stünde sie nur vor mir, weil sie eigentlich an Fäden eines Puppenspielers befestigt ist, der kontrolliert, was sie sagt und tut.
Zögernd schüttle ich den Kopf. „Hab keinen Hunger..."
Missbilligend schnalzt sie mit der Zunge und kommt zu mir. „Dann erst die Untersuchung. Ich muss eine Akte für dich anfertigen, damit wir im Ernstfall reagieren können." – „Reagieren?" Überfordert sehe ich sie an. Sie redet es so belanglos daher, als wäre es nur ein kurzer Zwischenfall, wenn mich eine Kugel zwischen die Augen trifft.
Das nenne ich mal Organisation hier. Es wird schwierig sein an Informationen zu gelangen, ohne Aufsehen zu erregen.
Sie legt den Koffer aufs Bett und öffnet ihn. „Ja, reagieren. Solltest du angeschossen werden oder man dir ein Messer in den Körper jagen, wäre es von Vorteil möglichst viel über die zu wissen. Von Blutgruppe bis hin zu früheren Verletzungen. Einleuchtend?"
Eingeschüchtert nicke ich. Sie hat etwas von meiner früheren Lehrerin, bei der sich niemals jemand überhaupt getraut hat zu fragen, ob man auf Toilette gehen dürfe. Dies endete oft in vollgemachten Schulstühlen und weinenden Schülern.
„Dann, bitte ausziehen", weist sie lediglich an und zieht sich Gummihandschuhe über. „Ausziehen?"
Genervt sieht sie zu mir auf. „Muss ich alles wiederholen oder doch lieber beim Chef fragen, was für ein Einfallspinsel er sich da ins Boot holt." Sie zischt es gereizt, was mich eifrig nicken lässt und ich schließlich Shirt und Hose ablege. Mich unwohl fühlend stehe ich nun da. Wie ich hier nur wieder raus komme? Nachdem ich so einem Angebot zugestimmt habe...
Dennoch ist das zweifelhaft. Ich konnte beim besten Willen nicht klar Denken, als Ga- Silva mir so nah war. Als seine Haut die meine berührte und mich durch solche kleine Handlungen schon um den Verstand brachte.
Dabei sitze ich nun tief in der Patsche. Die Maus, die in der Falle sitzt und weiß, dass die Katze nun mit ihr spielen wird, bevor sie das Nagetier verzerrt. Ich bin die Maus.
Ob Maxi vielleicht weiß, wo ich bin? Sicherlich nicht. Er wird versuchen mich zu kontaktieren, wie er es jeden Samstag pflegt. Immer gegen um Neun. Es ist zu erwarten, dass er anfangs vermutet, ich sei noch in meinem Loch und meide Kontakt nach draußen, was in gewisser Hinsicht nun auch den jetzigen Umständen entspricht.
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Unplanned II BoyxBoy
RandomAm Rande des Abgrunds, der Verzweiflung ausgeliefert. Solche Zustände führen zu unerwarteten Taten. Ob sie gut oder schlecht sind. Als Expolizist lässt sie diese Frage schwer beantworten. Ist das nun gut? Ist es gut, den Mann zu verfolgen, der ein...
