Verhandlungen

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PoV Silva

»Hey, was ist denn los?« Erklingt die zärtliche Stimme hinter mir, als ich aufstehe und die Hände in den Nacken lege. Tief stoße ich die Luft aus und rufe mir in den Sinn, dass ich gerade Sex mit meiner Ehefrau hatte, so wie es sich gehört und nicht in Gedanken an einem gewissen blonden jungen Mann hänge.

Um mich zu beruhigen, schließe ich kurz die Augen. Ein falscher Schritt und Irene bekommt von Ryon mit. Und dann ist dieser dran. Wer weiß, was sie alles mit ihm anstellen würde...

So drehe ich mich langsam zu dem Bett, in dem ich vor kurzem noch mit dem Polizisten geschlafen habe und mustere meine Frau. Irene sieht aus ihren eisblauen Augen fragend zu mir, während sie sich ungeniert nackt vor mir räkelt. Mein Körper selbst reagiert auf diesen Anblick weniger als gewohnt. Also hebe ich die Mundwinkel und setze ein sachtes Grinsen auf, wobei ich die Arme verschränke.

»Es ist nur ungewohnt dich hier zu sehen... Du wolltest nie nach New York und jetzt sind meine Sinne völlig überfordert« Erkläre ich, woraufhin ich mich langsam auf das Bett sinken lasse und zu meiner Frau sehe, die zufrieden lächelt. Sie packt mich im Nacken und zieht mich hoch zu sich, um mich erneut zu küssen. Die Panik, die meinen Körper erfüllt, als ich spüre, dass ich absolut nichts spüre, unterdrücke ich mich Mühe. Das ist meine Frau! Meine Seelenpartnerin. Die mit mir all das hier aufgebaut hat. Die, von der ich irgendwann Kinder wollte. Und nun spukt Ryon in meinem Kopf herum!

Irene löst sich langsam von mir und mustert mich kontrollierend. Ihr Blick ist wie ein Scanner. Als würde sie in meinem Gesicht nach dem Code suchen, der mich verrät und ihr preisgibt, dass ich aus Versehen in etwas hineingeraten bin. Sie liest Menschen besser als ich, weshalb ich mir dem Risiko genau bewusst bin. Also vergrabe ich meine Hand in ihren Haaren, schlinge einen Arm um ihre Hüfte und ziehe sie in einen Kuss, den sie nur zu gern erwidert.

»Zeig mir, wie sehr du mich vermisst hast, Silva«

- - -

Ich weiß es und ich muss es sofort unterbinden. Ich muss mich dem entsinnen, was ich zu oft in London zurückgelassen habe. Ich muss diesen Fehler aufhalten, bevor er ausartet. Selbst, wenn es bedeutet, ihn zu verletzen.

Mit einem leichten Lächeln beobachte ich Irene, die mir konzentriert die Krawatte umbindet und es versucht so perfekt wie möglich hinzubekommen.

»Für die finalen Verhandlungen mit Gordon muss alles sitzen« Murmelt sie dabei nur, was ich nickend hinnehme, als mein Blick zur Uhr gleitet. Das heutige Treffen wurde bereits fest durchgeplant. Zum Glück wusste Irene davon, als sie gestern angereist ist. Denn dieser Deal darf uns nicht durch die Lappen gehen, weshalb größte Konzentration angesagt ist und ich alle irrelevanten Gedanken aus meinem Kopf bannen muss.

»Was machst du eigentlich heute?« Frage ich meine Frau, die nun mit dem Ergebnis zufrieden zu sein scheint. Sie schreitet zum Spiegel, um dort ihr blondes Haar zu bändigen. Gekonnt streift sie mit den roten Fingernägeln durch dieses. »Ich sehe mir etwas die Stadt an. Und beäuge mal die Leute hier. Du scheinst ja in guten Händen zu sein. Lucas geht mit, nicht wahr? Ah, und Billy«

Vor Überraschung weite ich die Augen, bemerke jedoch ihren Blick im Spiegel, weshalb ich möglichst entspannt mein Handy vom Schreibtisch nehme und einstecke. Billy ist da... Das bedeutet Ryon ist ebenfalls da. Wer zum Teufel hat das autorisiert? Ich wollte ihn so weit wie möglich von Gordon fernhalten, ebenso wie von mir. Hat ja wunderbar geklappt. »Oh, das wusste ich das nicht«

Wenn ich die Verwaltung in die Finger kriege, können die was erl... »Ich habe Billy gestern, bevor ich angekommen bin, getroffen. Er hat mir erzählt, dass er morgen für eine kleinere Verhandlung in einem Penthouse eingeteilt ist. Du weißt doch, ich weiß dich lieber in vertrauter Umgebung als mit irgendwelchem Secruity, was nur bezahlt wird, aber lieber das eigene Leben rettet«

Unplanned II BoyxBoyWo Geschichten leben. Entdecke jetzt