Gerade als ich mir bequeme Klamotten gesucht hatte und mich darauf freute mich vom Make-up zu befreien, klingelte es. Ich erwartete niemanden aber rechnete irgendwie mit Pascal, der sich für die Lautstärke entschuldigen wollte.
Als ich energisch die Tür aufriss, stand niemand geringeres als John davor.
Er schien etwas überrascht, dass ich zu Hause war.
„Na lief wohl doch nicht so gut für meinen Cousin?" Er wirkte ziemlich angetrunken und roch nach Gras. Dennoch kam ab und an eine Wolke seines unglaublich guten Parfüms durch.
„Doch, war sehr schön. Aber was interessiert es dich?"
„Wenn's so schön wäre, wärst du doch jetzt in seinem Bett und nicht in deinem Alter"
Er lachte laut auf und schob sich unfreiwillig in meine Wohnung. Bevor ich irgendwas dagegen sagen konnte, schloss er die Tür hinter sich und sah sich um.
„Hübsch hast du's hier. Gar nicht so Spießig wie ich erwartet hatte."
„Kannst du mir verraten was du hier willst?"
Er drehte sich wieder zu mir um, so das er direkt in meine Augen sehen konnte aber noch genug Abstand zwischen uns war.
„Pascal hat mich überredet, mich dafür zu entschuldigen wie ich heute Mittag mit dir gesprochen hab. Is nicht mein Ding aber okay. Tut mir leid"
Er hielt mir eine seiner großen, warmen Hände hin, die ich zuvor an meinem Handgelenk spürte. Um kein arsch zu sein, nahm ich die Entschuldigung an.
„Und eigentlich bist du ja ganz heiß wenn du auf dich achtest"
Und schon war die gute Stimmung kaputt. Ich verleierte die Augen.
„Stimmt, weil es ja auch total Sinn macht sich zwischen spielenden Kindern und vollgeschissenen Windeln aufzustylen. Ich bin eben keine von den Huren die in deiner Welt so rumspringen und dir den Arsch ins Gesicht halten wenn du Bock hast"
Er kam einen Schritt auf mich zu, so dass ich die Wohnungstür im Rücken hatte. Oh Gott, kein Ausweg. Er stand so nah vor mir dass ich seinen Atem auf meinem Gesicht spüren konnte. Mit seinem Zeigefinger schob er mein Kinn etwas hoch, damit ich ihm in die Augen sah.
„Wenn du willst, kannst du auch mal meine Hure sein."
Seine Worte waren mehr ein Hauchen aber trotzdem ausdrucksstark.
Er roch an meinem Hals und auch ich inhalierte seinen merkwürdigen aber unfassbar guten Geruch aus Parfüm und Gras. Als er anfing kleine Küsse auf meinem Hals zu verteilen, windete ich mich unter ihm. Diesen Triumph sollte ich ihm nicht geben. Ich drückte ihn ein Stück zurück.
„Ich denke du solltest jetzt gehen. Kein Interesse daran eine und schon gar nicht deine Hure zu sein."
Er ließ von mir ab und musterte mich einen Moment, bevor er mir eine seiner Hände um den Hals legte und mich forsch küsste.
Auch diesmal wollte ich ihn abwimmeln, aber es ging nicht. Wie versteinert stand ich vor ihm. Meine Lippen machten einfach das was sie sollten, als hätten sie Befehle von ihm bekommen. Seine Zunge tippe an meine Unterlippe und als ich ihr Einlass gewährte, wurde der Kuss noch viel tiefer und intensiver. Was tat ich hier und wieso fühlte es sich so gut an? Ein Kribbeln breitete sich zwischen meinen Beinen aus und ich drückte mein Becken ein wenig gegen seins, wo ich spürte dass auch er langsam in Stimmung kam. Die Beule in seiner Hose war deutlich und ich stöhnte in den Kuss hinein.
Er ließ von mir ab und streichelte mit seinem Daumen über meine Lippen als würde er sie trockenen wollen.
„Vergiss nicht, dass ich immer das kriege was ich will."
Er zwinkerte mir zu und schob sich an mir vorbei um die Wohnung zu verlassen.
Zurück blieben nur ich und mein Kribbeln. Ich rutschte die Tür entlang auf den Boden, wo ich erstmal völlig außer Atmen begreifen musste was gerade geschehen war.
Nachdem ich mich etwas sammeln konnte, schnappte ich mir meine bequemen Klamotten, die ich mir bereits vor einer Stunde überwerfen wollte. Auch wenn ich den ersten Schock schon verdaut hatte, ließ John mich eiskalt mit dem Kopf voller Gedanken zurück.
Ich stellte mich unter die warme Dusche, das Wasser rieselte sanft über meinen Kopf und ich ließ den Kuss mit ihm Revue passieren. Allein der Gedanke daran, hinterließ wieder dieses wohlige und doch irgendwie unangenehme Kribbeln.
Nachdem ich frisch geduscht, mit einem leckeren Essen und Tee auf dem Sofa zur Ruhe kam, entschloss ich das Geschehene zu verdrängen. „Es war nur ein verdammter Kuss, jetzt beruhigt dich mal" sagte mir meine innere Stimme und sie hatte recht. Ich benahm mich wie ein Teenager. Ich mochte ihn doch schließlich gar nicht so sehr, wie es sich gerade anfühlte.
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Liebe Widerwillen. - Bonez Mc FF
FanfictionVanessa lernt John auf einem nicht ganz so ursprünglichen Weg kennen, dennoch kann sie ihn nicht vergessen. Erst recht nicht als die beiden sich näher kommen, doch meint er es ernst? Sie wehrt sich Gefühle für ihn aufzubauen, doch wer kann das schon...
